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Katholische Kirche

Ex-Papst Benedikt: Ehe für alle zeigt "Deformierung des Gewissens"

In einem neuen Buch wütet Joseph Ratzinger gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen. Sie stehe "im Widerspruch zu allen bisher aufeinander folgenden Kulturen der Menschheit".


Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger alias Papst Benedikt XVI. war vom 19. April 2005 bis zu seinem Amtsverzicht am 28. Februar 2013 Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche (Bild: U.S. Department of Defense / wikipedia)

Er kann es einfach nicht lassen. In einem neuen Sammelband teilt der emeritierte Papst Benedikt XVI. erneut mit drastischen Worten gegen die Ehe für alle aus. Die rechtliche Gleichstellung von lesbischen und schwulen Paaren sei Ausdruck einer "Deformierung des Gewissens", schreibt das ehemalige Oberhaupt der katholischen Kirche in der Einleitung seines Buches "La vera Europa, identità e missione" ("Das wahre Europa. Identität und Mission"), die am Donnerstag vorab in der italienischen Zeitung "Il Foglio" veröffentlicht wurde. Am Freitag hatte das Portal katholisch.de darüber berichtet.

Die Ehe für alle stehe "im Widerspruch zu allen bisher aufeinander folgenden Kulturen der Menschheit", schreibt Joseph Ratzinger weiter. Sie sei eine "Kulturrevolution", auch wenn sich die moralischen und juristischen Auffassungen von Ehe und Familie in den verschiedenen Kulturen teilweise deutlich unterscheiden würden.

Bis zur Einführung von wirksamen Medikamenten zur Empfängnisverhütung habe die "ursprüngliche Gewissheit" geherrscht, dass die Ehe zwischen Mann und Frau der Weitergabe des Lebens diene. Mit der seitdem erfolgten Trennung zwischen Sexualität und Fortpflanzung würden nun "alle Formen der Sexualität gleichgestellt", beklagte sich der ehemalige Papst. Die Natur des Menschen zu vergewaltigen und zu verleugnen, führe aber zur Selbstzerstörung.

Ein Homohasser vor dem Herrn

Bereits im vergangenen Jahr hatte Joseph Ratzinger in einer Biografie in Bezug auf die Ehe für alle vor einer "weltweiten Diktatur von scheinbar humanistischen Ideologien" gewarnt und sich darüber beschwert, dass Gegner*innen der Gleichstellung von Lesben und Schwulen gesellschaftlich exkommuniziert" seien (queer.de berichtete).

Während seiner Amtszeit von 2005 bis 2013 hatte Ratzinger immer wieder vor eine Ausweitung von LGBTI-Rechten gewarnt. So behauptete er 2012, die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften sei eine "Manipulation der Natur" und führe zum Verlust der "Würde des Menschen" (queer.de berichtete). Er konnte jedoch nicht verhindern, dass selbst katholische Länder wie Frankreich, Portugal oder Argentinien lesbische und schwule Paare im Ehe-Recht gleichstellten.

Als Chef der Kongregration für die Glaubenslehre prägte Ratzinger zuvor bereits die homosexuellen-, frauen-, abtreibungs- und kondomfeindliche Haltung des Vorgängers und der weltweiten Kirche. Die homosexuelle Orientierung sei "eine objektive Unordnung" und gebe "in moralischer Hinsicht Anlass zur Sorge", schrieb die Kongregation bereits 1992. (cw)



#1 FinnAnonym
  • 18.09.2021, 06:08h
  • Wie soll die Anerkennung von einvernehmlicher Liebe zwischen Erwachsenen eine "Deformierung des Gewissens" sein?

    Was dagegen sehr wohl eine "Deformierung des Gewissens" ist, ist der massenhafte Kindesmissbrauch in der Kirche und die nicht minder massenhafte Vertuschung davon, wo nach wie vor immer nur gerade so viel zugegeben wird, wie sich nicht mehr vertuschen lässt und Täter versetzt statt entlassen werden. Von dubiosen Immobilien-Deals, in goldenen Badewannen und anderer Dekadenz lebenden Bischöfen und Kardinälen und anderen Verbrechen mal ganz zu schweigen.
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#2 Stop ReligionAnonym
  • 18.09.2021, 06:57h
  • Die Kirche muss hetzen.

    Ohne Hass, Bevormundung und Unterdrückung kann das System Religion nicht funktionieren. Denn freie, glückliche Menschen brauchen keine Heilsprediger, die ihnen "Erlösung" versprechen.

    Die Kirche hasst nichts mehr als die freiheitlich-demokratische Grundordnung, weil das eine Gefahr für ihren Allmachtsanspruch, ihr Vermögen und ihre Einnahmen ist.

    Liebe statt Hass.
    Freiheit statt Bevormundung und Unterdrückung.
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#3 SchonAnonym
  • 18.09.2021, 07:19h
  • Wer Geschichte und Wissenschaft deformiert, sollte keine Bücher schreiben. Die Religionsfreiheit schließt ein, dass jeder an alles glauben darf, ohne dafür benachteiligt/diskriminiert zu werden. Die Religionsfreiheit schließt nicht ein, gegen andere Menschen hetzen zu dürfen, sie zu diskriminieren und in Schriften zu einer Diskriminierung aufzurufen. Es schließt auch nicht ein sich als "Hüter" eines "kollektiven" Gewissen aufzuspielen.
    Ich glaube, Ihr Gott hat sie vergessen, Herr Ratzinger.
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#4 KirchenaustrittAnonym
  • 18.09.2021, 07:26h
  • Gegen Hassprediger hilft nur eines:
    Kirchenaustritt.

    www.kirchenaustritt.de/

    Nichts trifft die mehr, als wenn man ihnen einen Teil ihres Einkommens und ihrer Macht nimmt.

    Wer in diesem unmenschlichen Verein noch Mitglied bleibt, macht sich mitschuldig.
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#5 zürichAnonym
#6 LegatProfil
  • 18.09.2021, 07:41hFrankfurt am Main
  • Ich frage mich, was er seinem Ghostwriter wirklich dazu gesagt hat. Wahrscheinlich irgendwas mit damals, bei uns und KZ. Sicher, steht dann später so nicht im Buch, sondern wird rethorisch verschleiert, doch machen wir uns nichts vor: Die katholische Kirche will unsere Vernichtung. Deswegen wird auch nicht gegen von katholischen Priestern aufgestachelte Todesschwadrone in Afrika oder andere offen homofeindliche Aktionen von Priestern weltweit vorgegangen, denn in Wirklichkeit stehen diese Handlungsweisen in bester Tradition der katholischen Kirche. Die katholische Kirche würde auch in Europa von heute auf morgen wieder zu mittelalterlichen Methoden zurückkehren, um Unerwünschte zu morden, zu foltern und zu vertreiben. Die katholische Kirche ist der Feind der Menschlichkeit an sich, die mächtigste kriminelle Organisation aller Zeiten und bohrt sich seit Jahrtausenden mit ihren schleimigen Tentakeln in die Köpfe und Herzen der Menschen und findet dabei auch noch begeisterten Einlass bei Leuten wie Laschet und seinen radikal-katholischen Seilschaften. Es gibt schon rein traditionell keine Grenzen dessen, was der Mensch dem Menschen antun kann und die katholische Kirche ist schon viel zu lange ein wesentlicher Teil dieser glühenden Speerspitze in allem, was das Leben auf dieser Welt gut und Lebenswert für alle Menschen machen könnte.
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#7 FennekAnonym
  • 18.09.2021, 07:49h
  • Will die Kinderschänder-Sekte wieder mal von ihren Verbrechen ablenken, indem sie gegen andere hetzt?!
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#8 SebiAnonym
  • 18.09.2021, 07:58h
  • Wir brauchen endlich eine echte Trennung von Staat und Kirche. Wie es in einem demokratischen Rechtsstaat eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

    1. Der Staat sollte nicht mehr deren Mitgliedsbeiträge eintreiben und zur Steuer erheben. Die sollen, wie jede andere Organisation auch, ihre Mitgliedsbeiträge selbst eintreiben.

    2. Die sog. Staatsleistungen, die die Kirche zusätzlich zu Kirchensteuern als allgemeinen Steuermitteln bekommen (auch von Steuerzahlern, die dort nicht mal Mitglied sind) müssen endlich beendet werden.

    3. Ein Kirchenaustritt muss bei jedem Einwohnermeldeamt möglich sein. Und das muss gratis sein, da die meisten Menschen als Kind durch eine Zwangstaufe Mitglied wurden und gar nicht frei entscheiden konnten, ob sie da Mitglied sein wollen oder nicht.

    4. Die Ausnahmen im AGG müssen abgeschafft werden. Auch andere rechtliche Sonderregeln für Kirchen müssen abgeschafft werden. Die müssen sich genauso an Recht und Gesetz halten wie jeder andere auch. Alles andere verletzt den demokratischen Gleichheitsgrundsatz.

    5. Die Kirche darf nicht mehr "Träger" von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen, etc. sein. Die finanziert eh der Staat, die Krankenkassen, etc. Die Kirche gibt nur ihren Namen und will dann mitbestimmen. Gerade solche Einrichtungen sollten neutral und unabhängig sein.

    6. In Schulen sollte es statt Religionsunterricht einen Ethikunterricht geben. Dort kann man auch mal eine Unterrichtseinheit zum Thema Religion machen, aber neutral, unabhängig und kritisch, ohne jede Indoktrinierung oder Einflussnahme von Religionsgemeinschaften.
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#9 MaikeProfil
  • 18.09.2021, 08:04hStuttgart
  • Ich rate Herrn Ratzinger dazu sich in ein Karthäuserkloster zu verkriechen und dort zu schweigen
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#10 AtreusProfil
  • 18.09.2021, 08:05hSÜW
  • Der ehemalige Hitlerjunge Ratzinger spricht ~ 80 Jahre später über Menschen einer Opfergruppe des Nationalsozialismus von Deformation. Eine aufschlussreichere Miniatur über den Zustand der katholischen Kirche kann es wohl kaum geben.
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