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Ungarn

Katholische Kirche lobt Ungarns queerfeindlichen Kurs

Der Vorsitzende der Ungarischen Bischofskonferenz begrüßt in einer deutschen Zeitung das Vorgehen Ungarns gegen "LGBTIQ-Propaganda" – Regierungsschef Orbán verteidigt es erneut im Parlament.


Kirchenführer András Veres (l.) und Regierungschef Viktor Orbán (Bild: Thaler Tamas / wikipedia, European People's Party)

András Veres, der Vorsitzende der römisch-katholischen Bischofskonferenz Ungarns, hat die Politik der rechtsnationalen Regierung seines Landes gelobt. "Wir Bischöfe sind sehr damit zufrieden, dass die Regierung Ungarns die Ehe und die Familie hochhält und sich für den Schutz des menschlichen Lebens einsetzt", sagte der 61-Jährige auf eine Frage der "Tagespost", wie die Kirche den Einsatz der Regierung "für eine Stärkung der Familie" bewerte. "Es sind Christen in der Regierung, die in eigener Verantwortung solche Gesetze machen."

Die in Würzburg erscheinende katholische "Tagespost", die selbst immer wieder gegen LGBTI-Rechte kämpft und für Homo-"Heilung" bzw. -Abstinenz wirbt, betonte in dem am Sonntag veröffentlichten Interview, aus der EU gebe es "scharfe Kritik an den ungarischen Kinderschutzgesetzen": "Der Vorwurf lautete, diese würden LGBTIQ-Personen diskriminieren."


Ungarns antiqueere Rhetorik findet auch in Deutschland Verbreitung

Veres antwortete darauf, das sei eine falsche Interpretation: "Wer die Gesetze liest, kann das nicht behaupten. Die ungarische Regierung hat nichts gegen diese LGBTIQ-Personen unternommen. Sie haben ihre Rechte. Vielmehr geht es darum, dass diese Propaganda nicht in den Schulen stattfinden darf." Damit sei die Kirche "ganz einverstanden": "Hier geht es um das Erziehungsrecht der Eltern. Alle Kinder entwickeln sich unterschiedlich. Das sehen die Eltern am besten – nicht die Lehrer oder die LGBTIQ-Organisationen."

Der Papstbesuch vor wenigen Wochen in Budapest sei wichtig gewesen, "weil er dem Papst zeigt, dass die ungarische Nation an den christlichen Werten festhält", so der Bischof von Gyor an anderer Stelle des Interviews. "Unabhängig davon, ob man im Westen anders denkt: Uns ist es wichtig, die christliche Ehe, die Familie und das Recht auf Leben zu bewahren!"

Orbán verteidigt "Propaganda"-Gesetz im Parlament

Im Juni hatte das ungarische Parlament Last-Minute-Zusatzanträge der regierenden Fidesz-Partei zu einem Gesetzentwurf gegen Kindesmissbrauch beschlossen, die den Zugang von Minderjährigen zu Büchern, Filmen und anderen Medien verbieten, bei denen "Geschlechtsidentität abweichend vom bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht, Geschlechtsoperationen und Homosexualität dargestellt und beworben" werden (queer.de berichtete). Die Einschränkungen, die über das Vorbild des russischen Gesetzes gegen "Homo-Propaganda" hinaus gehen, gelten auch für die Werbung von Unternehmen, entsprechende Inhalte dürfen auch nicht im Unterricht "beworben" werden.

Die rechtspopulistische Regierung hält trotz internationaler Kritik an dem Gesetz fest – und will sich in einem Streit mit der EU, die ein Vertragsverletzungsverfahren einleitete, Rückhalt durch ein Referendum holen (queer.de berichtete). "Sie greifen Gesetze an, die sexuelle Propaganda in Kindergärten, Schulen, im Fernsehen und in der Werbung nicht zulassen", beklagte sich Ungarns Regierungschef Viktor Orbán am Montag erneut über die EU.

Zur Eröffnung der Herbst-Session des Parlaments sagte der Fidesz-Politiker, die Forderungen der EU seien "absurd" und man sei erstaunt darüber, dass diese nicht die Meinung des Volkes abwarte und respektiere, sondern dass Brüssel "erpresst, mit Klagen droht und Ungarn seine eigene Meinung aufzwingen will, für das ihm noch nie jemand Autorität gegeben hat." Die Position der Regierung in Budapest sei "klar und grundsolide": "Wir lassen keinen Raum für sexuelle Propaganda gegen Kinder." (nb)



#1 Liebe und FreiheitAnonym
  • 20.09.2021, 17:19h
  • Die Kirche kann es einfach nicht lassen, Hass zu fördern und die Menschen zu bevormunden und unterdrücken.

    Ist ja auch klar: glückliche, zufriedene Menschen brauchen keine Heilsprediger, die ihnen Erlösung versprechen. Sie sind damit eine Gefahr für den Allmachtsanspruch der Kirche und deren Einnahmen.

    Dagegen hilft nur Kirchenaustritt.

    www.kirchenaustritt.de

    Und deren politischer Arm, der ihnen Macht und Einfluss sichert, die CDU/CSU, sollte auch nicht mehr im Regierungsverantwortung kommen.

    Liebe statt Hass.
    Freiheit statt Bevormundung und Unterdrückung.
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#2 SakanaAnonym
  • 20.09.2021, 17:43h
  • Auch auf die Gefahr hin, mir wieder einen Sh*tstorm zuzuziehen, aber manchmal kann es auch besser sein, in der jeweiligen Kirche zu bleiben und an den entsprechenden Stellen mitzuarbeiten, dass sich längerfristig theologisch was ändert durch die Kirchenbasis und nicht nur die abgehobenen Priester die letztliche Deutungshoheit über das Leben anderer innehaben. Nur von der Seitenlinie zu pesten ist auch wenig zielführend.

    That said, würde ich mehr sehr für Ungarn wünschen, wenn das Geeinigte Oppositionsbündnis unter Gergely Karacsóny nächstes Jahr das Rennen bei den Parlamentswahlen machte, um den Autokraten Orbán und seine Baggage von den Töpfen der Macht zu vertreiben.
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#3 PeerAnonym
  • 20.09.2021, 21:11h
  • Antwort auf #2 von Sakana
  • ..
    manchmal kann es auch besser sein, in der jeweiligen Kirche zu bleiben und an den entsprechenden Stellen mitzuarbeiten

    Hat ja bisher ach so gut funktioniert

    Irgendwann muss man auch mal einsehen, dass manche Strukturen unreformierbar sind.
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#4 PeerAnonym
#5 SakanaAnonym
  • 20.09.2021, 21:49h
  • Antwort auf #3 von Peer
  • Die KK vielleicht, aber in einzelnen Landeskirchen der EKD hat sich viel queerfreundliches getan, auch wenn da noch kein Idealzustand erreicht ist. evangelisch.de hat auch schon seit Jahren eine Queer-Kolumne mit interessanten Ansätzen zur queeren theologischen Thematiken.

    Aber das gilt logischerweise nicht für alle Landeskirchen, wenn du wieder auf Latzel verweisen willst. Keine Kirche ist perfekt.
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#6 tchantchesProfil
  • 20.09.2021, 22:49hSonstwo
  • Antwort auf #1 von Liebe und Freiheit
  • "Und deren politischer Arm, der ihnen Macht und Einfluss sichert, die CDU/CSU, sollte auch nicht mehr im Regierungsverantwortung kommen."

    Es ist nicht nur die Union In allen großen Parteien in Deutschland von links bis rechts sitzen Leute in den Führungspositionen, die auch in kirchlichen oder kirchennahen Organisationen Posten besetzen.
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#7 Meleg29Profil
#8 Meleg29Profil
  • 21.09.2021, 01:43hCelle
  • Antwort auf #6 von tchantches
  • Hier gehts um Ungarn...
    Und der Papst war auch schon da...heißt es im Lied Freiheit von Westernhagen...wenn ich das richtig verstanden habe, hat der Papst letzte Woche sogar in seiner Predigt am Held*innenplatz in Budapest die Politik der Unfreiheit Ungarns kritisiert...die haben es nur nicht ganz verstanden....(wollen) ...Er fuhr weiter in die Romasiedlung in die Slowakei....
    Ungarn verbietet ja auch den Verkauf bestimmter Bücher in Kirchen- und Schulnähe.
    Lichtblick: Diesen Sonntag war erster ländlicher Pride in der Stadt Pécs !!!
    (über Suchmaschinen findet man Beiträge)
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#9 SWATklinNZProfil
  • 21.09.2021, 04:35hAhipara
  • Dass die nicht merken, dass ihre angeblichen Gesetzt zu Kinderrechten die Arz der katholischen >Kirche stärkenm besser an Kinder heran kommen zu könnenm ist schwerlich nachzusehen.
    Vermutlich sind die ähnlich indoktriniertm, wie schon die Regierung in Polen.

    Wo aber stärkt es die Rechte von LGBT-Kindern, die im Unterricht dann nicht über sich selbst sprechen sollen?
    Das dreht die gesamte menschliche Selbstbefreiung und die Aufklärung zurück auf Null.

    Vor allem, warum es schädlich sein soll, Jugendlichen was übers Verlieben zu erzählen, oder eine altersgerechte sexuelle Aufklärung zu ermöglichen.
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#10 MeiRinAnonym
  • 21.09.2021, 07:15h
  • Oh, das "Werben", ja? Dann nehme ich an wir werden endlich keine halbnackte Frauen im Werbung sehen, so was gehört sich doch nicht. Sie soll voll bekleidet, von Kindern umgeben, mit einem sanften Lächeln im Gesicht für Spül-, Waschmittel oder Windeln werben. Ich bezweifle ob Binden Werbung noch zulässig sein sollte. Das könnten doch Kinder sehen! Was wen sie dann den Armen Vater fragen wozu das Ding gut sein soll? Was soll man da Antworten?! Ein armes, unschuldiges Kindlein über Menstruation aufzuklären och, wie grauenhaft! Pfui!

    Oder Werbung für all die Potenz Wundermittel. Auch abschaffen! Was soll das überhaupt heißen Probleme mit der Potenz? Hat der lieber Schöpfer dem Man nicht die Kraft gegeben alles rundherum zu fi**en und Kinder zu machen? Wen da was nicht funktioniert Gott wollte es so! Ist die straffe für Sünden! Nichts als ans Gebet Stuhl anbinden und um Verzeihung bitten wird bestimmt helfen.
    Sex Szenen auf Filmen u. Serien ausschneiden! Könnten Kinder auch sehen. Egal ob das Paar hetero ist. Das ist auch Sexualisierung von Kindern! Am besten ganz abschaffen!

    Und unbedingt das ganze verfluchte Internet abschaffen!

    Ales abschaffen! Am besten Kinder abschaffen da hätten wir kein Problem dass sie was sehen könnten.
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