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CSU

Söder für Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

In einem digitalen Talk der "Zeit" gab sich der bayrische Ministerpräsident erneut liberal – wich damit aber auch einer Frage zur Queer-Politik der Union aus.


Söder am Montag in dem Talk-Format der "Zeit"

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hält einen Segen von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften für richtig. "Für mich ist jede Liebe segnenswert", sagte Söder am Montag beim Talk "Eine Stunde ZEIT mit..." der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Er verstehe die "Diskussion da nicht" und er habe auch mit der Eheschließung und dem Adoptionsrecht kein Problem, sagte Söder weiter. In Zeiten, wo Menschen bedroht würden, gebe er ein "totales Schutzversprechen" aus, "dass jeder in Bayern seine freie Entfaltung finden kann".

Söder hatte damit ausweichend auf eine anonyme kritische, aber allgemeine Zuschauerfrage zur "Unionspolitik gegenüber homo- und transsexuellen Menschen" geantwortet und darauf verwiesen, dass er schon im letzten Sommer von "segenswert" sprach (queer.de berichtete). Damals hatte er sich auf die staatliche Ehe für alle bezogen. Auf Rückfrage im "Zeit"-Talk, ob er gerade "segenswert" oder "segnenswert" meinte, also einen politischen oder einen kirchlichen Kontext, betonte Söder: "Beides. Ich bin der Meinung, dass da kein Segen verweigert werden sollte."

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Liebe sei "per se etwas wunderbares", so der 54-Jährige. "Und wenn Leute füreinander Verantwortung übernehmen, dann gilt es das zu honorieren." Aufgrund der Zuschauerfrage interpretierte die dpa die Söder-Aussage so, dass er "einen Segen von Partnerschaften trans- und homosexueller Menschen für richtig" halte. Konkrekt hatte er die Personengruppen nicht benannt. Die Union hatte im Bund ein Selbstbestimmungsgesetz als Ersatz für das Transsexuellengesetz blockiert, in Bayern stellt sich Söders CSU gegen die Einführung eines Aktionsplans gegen Homo- und Transphobie. Vor vier Jahren hatte die Landesregierung unter Söders Vorgänger Horst Seehofer noch angekündigt, die im Bundestag beschlossene Ehe für alle vor das Bundesverfassungsgericht zu bringen.

Katholische Kirche debattiert über Segen

Söder ist evangelisch und war bis April 2018 Mitglied der Landessynode in Bayern. Diese beschloss im selben Monat die Möglichkeit für Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare, allerdings nicht die Trauung für alle (queer.de berichtete).

Relevanz bekommt die Äußerung des Ministerpräsidenten aber nicht nur, weil sie in die letzte Woche vor der Bundestagswahl fällt, sondern auch mitten in die schwelende Debatte in der katholischen Kirche in Deutschland zum Umgang mit schwulen und lesbischen Paaren. Vom 30. September bis zum 2. Oktober tritt in Frankfurt/Main zum zweiten Mal die Versammlung zum Synodalen Weg zusammen. Das aus Klerikern und Laien zusammengesetzte Gremium soll konkrete Handlungsempfehlungen zur Reform der Kirche unter anderem bei der Sexualmoral vorgeben.

Zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat der Vorsitzende Georg Bätzing am Montag erneut konkrete Reformen angemahnt. Bei dem Synodalen Weg gehe es darum, "das Handeln der Kirche sehr konkret zu verändern", betonte der Limburger Bischof. Die Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche sollten spüren, "dass sich Wesentliches verändert".

"Die Rolle der Frau ist" sei für ihn etwa eine "entscheidende Zukunftsfrage". Zur kirchlichen Sexualmoral sagte er: "Wir brauchen da Zeichen. Zeichen auch im Blick auf Partnerschaften, die nicht in einer sakramentalen Ehe beschlossen werden, ob sie gleichgeschlechtlich oder mehrgeschlechtlich sind. Wir brauchen konkrete Zeichen."

Bätzing hatte sich schon mehrfach für eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen (queer.de berichtete). Allerdings halten andere Bischöfe wie der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki aktiv dagegen – und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hatte am Wochenende umfassende Alternativtexte zum Synodalen Weg auf einer eigenen Website veröffentlicht. Im März hatte die Glaubenskongregation des Vatikans ihr Nein zum Segen homosexueller Paare bekräftigt (queer.de berichtete). Über 100 deutsche Gemeinden luden im Mai im Protest zu Segnungsgottesdiensten für alle Paare (queer.de berichtete). (nb)



#1 PeerAnonym
  • 20.09.2021, 21:19h
  • Wie sie vor der Wahl alle Kreide fressen

    Ganz abgesehen davon ist es einfach, Dinge zu fordern, die eh andere zu entscheiden haben und wo man weiß, dass das scheitern wird.

    Der soll mal lieber sagen, wie er zu den politischen Forderungen steht. Z.B., ob er und die CSU die Forderungen nach einer Erweiterung von Art. 3 GG, nach einer Abschaffung der Ausnahmen im AGG, nach einer Reform des Abstammungsrechts, nach einer Reform des Trans- und Inter-Rechts, nach einem Asylrecht für verfolgte LGBTI, etc. unterstützt.

    Da war die CSU nämlich bisher einer der größten Blockierer. Genau wie deren Schwesterpartei CDU.
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#2 kuesschen11Profil
  • 20.09.2021, 21:46hFrankfurt
  • Alles das, was die katholische Kirche mit den verbandelnden C-Parteien in die Welt posaunt, bleibt größtenteils Heuchelei.

    Segenswert ist die Ehe für alle/gleichgeschlechtliche Partnerschaft für die katholische Kirchenführung nicht, so spricht der Papst mit seinem überheblichen Getue und seinem ewig religiösen Unterwerfungsanspruch.

    Warum soll sich ein queerer Mensch von diesem Verein der langanhaltenden Menschenverachtung überhaupt segnen lassen?

    Die Missbrauchsfälle werden weiterhin vertuscht werden und die Hetze gegen LGBTIQs wird weiter ihren Lauf nehmen.

    Wenn die katholische Kirche in der heutigen Zeit keine Reform schafft, wird sie mehr und mehr ins Abseits fallen und das soll sie in Zukunft bitte auch; sie hat es nicht anders verdient.
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#3 GirlygirlEhemaliges Profil
  • 20.09.2021, 22:17h
  • Schön, dass er wenigstens so tut als ob er LGBTQ mag. Aber vergesst nicht: Dieser Mann hat 2018 Kreuze in bayrischen Amtsstuben aufgehängt um der AfD Stimmen abzujagen. Jetzt scheint er wohl eher im bürgerlichen Grünen Milieu zu fischen...Und Politik für LGTQ...Fehlanzeige, nur Gelaber.
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#4 LunaAnonym
  • 21.09.2021, 10:21h
  • Weiß die CDU überhaupt was Trans-Personen sind, oder warum wird da von Liebe und Partnerschaft geredet als wäre es eine Sexualität?
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#5 userer
  • 21.09.2021, 11:53h
  • Der Kreuzaufhänger Söder ist nicht liberal. "Segnung" wird als liturgisch minderwertig angesehen in seinem Klub, die Verweigerung der Trauung ist Diskriminierung. "Gesegnet" werden auch Schweine und Waffen.

    www.kirchenaustritt.de
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#6 Julian SAnonym
  • 21.09.2021, 12:06h
  • Ich kann nur jedem empfehlen, sich die drei aktuellen Videos von Rezo zur Bundestagswahl anzusehen:

    Teil 1 (Inkompetenz):

    www.youtube.com/watch?v=rIj3qskDAZM

    Teil 2 (Klima-Katastrophe):

    www.youtube.com/watch?v=Ljcz4tA101U

    Teil 3 (Korruption):

    www.youtube.com/watch?v=3Ya7pEDndgE

    Wer dann noch die CDU/CSU wählt, kann seine Seele gleich dem Teufel verkaufen.
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#7 AtreusEhemaliges Profil
  • 21.09.2021, 15:06h
  • Ich würde dazu raten, einen Menschen mit Vorsicht zu genießen, der alle Klassenzimmer, Amtsstuben und Gerichtssäle Bayerns mit Kreuzen versieht (oder will) und damit die Existenz und das Empfinden von Moslems, Juden, Atheisten, Buddhisten und vielen mehr mutwillig für irrelevant erklärt und dabei, Latzel und das Gutachten lassen grüßen, eine unheilvolle Verbindung zwischen Staat und Religion herstellt.
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#8 TrekieAnonym