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Österreich

Wien: Unter schwulenfeindlichen Beleidigungen Ohr abgebissen

Bei dem unvermittelten Angriff in einer U-Bahn-Station soll ein Mann eine Gruppe von Freunden zunächst verbal und dann körperlich attackiert haben.


Der Vorfall ereignete sich in der U-Bahn-Haltestelle Schottenring (Bild: Cha già José / flickr)

In der Nacht zum Sonntag ist einem 21-Jährigen in Wien bei einem Angriff unter schwulenfeindlichen Beleidigungen ein Ohr abgebissen worden, auch einer seiner Freunde erlitt eine Bissverletzung. Davon hatte der 21-Jährige zunächst bei Instagram und dann unter anderem gegenüber der Zeitung "Heute" berichtet.

Demnach seien die drei Freunde vom Feiern kommend gegen 23 Uhr in der U-Bahn-Station Schottenring aus der U4 ausgestiegen, als sie ein unbekannter Mann mit Schnauzbart, Glatze und Tattoo auf der linken Faust grundlos angegangen habe. "Wir wurden zuerst als 'Schwuchteln' bezeichnet", so der 21-jährige Wiener bei Instagram. Der Angreifer, der alleine unterwegs gewesen sei, habe dann auf die Gruppe eingeschlagen. Der 21-Jährige habe die Lage zunächst wieder deeskalieren können, der Angreifer habe sich offenbar noch entschuldigt.

Nachdem die Gruppe mit einer Rolltreppe in die Halle nach oben fuhr, habe der Mann sie dann erneut angegriffen. Er habe ihm "das halbe Ohr abgebissen", so der junge Wiener bei Instagram, es sehe "jetzt total verstümmelt aus, und jetzt muss ich damit klarkommen, wie ich aussehe". Auch ein Freund habe einen Biss in den Rücken erhalten und beide wären im Krankenhaus behandelt worden. Bei Instagram hatte der Wiener auch ein Bild seines blutverschmierten Gesichts veröffentlicht, bei dem unten und seitlich Teile eines Ohres fehlen.

Mutmaßlicher Angreifer stellte ebenfalls Anzeige

Gegenüber "Heute" bestätigte ein Polizeisprecher den Vorfall, die genauen Hintergründe würden aber noch ermittelt. An jenem Abend seien die Beamten zu einer Schlägerei gerufen worden, hätten in der U-Bahn-Station aber nur einen 37-Jährigen mit Schürfwunden am Kopf angetroffen, der angegeben habe, von einer Gruppe aus fünf Männern angegriffen worden zu sein.

In der späteren Nacht seien dann der 21-Jährige und sein ebenfalls verletzter Begleiter nach dem Aufenthalt auf einer Notaufnahme auf einem Revier erschienen und hätten Anzeige wegen des Biss-Angriffs erstattet. Dabei habe sich herausgestellt, dass es sich bei dem von ihnen Beschuldigten um den 37-Jährigen handle. Aufnahmen von Überwachungskameras und Aussagen von Zeug*innen sollen nun bei der Aufklärung des Abends, bei dem offenbar Alkohol eine Rolle spielte, helfen. (cw)