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Kultserie

"Golden Girls": Ein Klassiker für die Ewigkeit

Auf Disney+ sind jetzt alle sieben Staffeln der "Golden Girls" zu sehen. Einschalten lohnt sich auch nach über 30 Jahren noch – ganz egal wie oft man die 180 Folgen schon gesehen hat.


Die vier "Golden Girls" in ihrer WG in Miami (Bild: Disney)

36 Jahre ist es her, dass die erste Folge der "Golden Girls" in den USA über den Bildschirm flimmerte. Die Geschichte vier nicht mehr ganz junger Damen, die in Miami eine Art Alters-WG gründen, wurde zu einem preisgekrönten Welterfolg – und hat auch Jahrzehnte später kaum an Witz und Wirkung verloren.

Seit kurzem sind alle sieben Staffeln bei Disney+ zu sehen – und wir haben aus diesem Anlass ein paar Gründe dafür zusammengetragen, warum die Sitcom ihren Platz in der TV-Geschichte mehr als verdient hat. Einschalten lohnt sich jedenfalls auch heute noch. Ganz egal wie oft man die 180 Folgen schon gesehen hat.

Bea Arthur

Keine Frage: der Hauptgrund dafür, dass die "Golden Girls" zu einem Hit wurden, sind die vier Hauptdarstellerinnen. Bea Arthur, die die resolute, kluge und sarkastische Dorothy spielt, war zu Beginn der Serie 1985 der größte Star in diesem Quartett. Bereits 1966 hatte sie für ihre Rolle im Musical "Mame" einen Tony Award gewonnen. Von 1972 an spielte sie sechs Staffeln lang die Titelrolle der feministisch angehauchten Sitcom "Maude" (die in Deutschland nie zu sehen war), wofür sie ihren ersten Emmy gewann. Arthur, die noch im hohen Alter Geld für obdachlose LGBTI-Jugendliche sammelte, starb 2009 im Alter von 86 Jahren. 2017 wurde in New York die Bea Arthur Residence als Teil des Ali Forney Centers eröffnet, die Schlafplätze für 18 queere Teenager bietet.

Betty White

Auch Betty White – in den "Golden Girls" die gutherzig-naive Rose, die immer Geschichten aus ihrem Heimatstädtchen St. Olaf erzählt – war bereits vor der Serie ein fester Bestandteil der amerikanischen Fernsehlandschaft. Bereits in den Fünfzigerjahren produzierte sie (als erste Frau überhaupt) eine Sitcom, später war sie u.a. in der "Mary Tyler Moore Show" und zahllosen Ratesendungen zu sehen. Seit 2018 steht White, die im Januar ihren 100. Geburtstag feiern wird, im Guinness-Buch der Rekorde als die Person, die am längsten im Medium Fernsehen arbeitet. Insgesamt achtmal wurde sie mit einem Emmy Award geehrt, darunter einer für die "Golden Girls".

Rue McClanahan

Die mit Abstand jüngste der vier Hauptdarstellerinnen spielt in den "Golden Girls" Blanche, den eitlen, aus einer reichen Südstaaten-Familie stammenden Vamp, der die Männer reihenweise vernascht und mit ihrem Haus die Wohngemeinschaft überhaupt erst möglich macht. Rue McClanahan, die bereits 1971 in dem queeren Kultfilm "Some of My Best Friends Are..." zu sehen war, stand mit Arthur bereits bei "Maude" und mit White bei "Mama's Family" vor der Kamera. Genau wie ihre "Golden Girls"-Kolleginnen gewann auch McClanahan, die 2010 im Alter von 76 Jahren starb, für die Serie einen Emmy.

Estelle Getty

Obwohl in Wirklichkeit ein Jahr jünger als Bea Arthur, ist Estelle Getty in den "Golden Girls" als Dorothys Mutter Sophia zu sehen, die nach einem Schlaganfall eigentlich schon im Altersheim lebte und nicht zuletzt durch freche, ehrliche Sprüche auffällt. Anders als ihre bekannten Kolleginnen hatte die New Yorkerin vor ihrem Sitcom-Engagement kaum Fernseherfahrung. Von ein paar Gastauftritten in Serien wie "Fantasy Island" oder "Cagney & Lacey" abgesehen spielte sie vor allem Theater. 1998 spielte sie in einer Folge der "Nanny" sich selbst. Getty litt zum Ende ihres Lebens an Demenz und starb 2008 als erste der vier Schauspielerinnen im Alter von 84 Jahren.

Der Humor

Kaum weniger brillant als die Hauptdarstellerinnen waren in den "Golden Girls" stets die Drehbücher. Und die sind überraschend gut gealtert. Der von Serien-Schöpferin Susan Harris etablierte Humor, der stets die Balance hält zwischen beißendem Sarkasmus und charmanter Albernheit, von exzellentem Timing sowie smarten Momenten des Nicht-Gesagten lebt und über die Jahre von wunderbaren Running Gags durchzogen ist, ist heute kaum weniger witzig als damals. Nur manche der zahllosen Anspielungen auf politische und popkulturelle Ereignisse und Personen dürften inzwischen vielleicht für Achselzucken sorgen bei jenen, die in den Achtzigerjahren noch nicht auf der Welt waren.

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Queere und feministische Themen

Eine Serie, die sich ganz auf vier Frauen kurz vor der Rente konzentriert, war nicht nur 1985 etwas nie Dagewesenes, sondern ist auch heute noch eine echte Seltenheit. Doch die "Golden Girls" widmeten sich auch ganz konkret – und ohne erhobenen Zeigefinger – gesellschaftlich relevanten Themen, von Abtreibung über sexueller Belästigung bis hin zu Sexismus oder Obdachlosigkeit. Auch im Umgang mit queeren Themen war die Sitcom ihrer Zeit voraus. Die Figur des schwulen Hausdieners namens Coco wurde zwar nach der Pilotfolge wieder gestrichen. Doch später widmeten sich einzelne Folgen Blanches schwulem Bruder, Dorothys lesbischer Freundin oder Roses Angst vor einer HIV-Infektion. Aus heutiger Sicht ist nicht jede dieser Storylines gänzlich unproblematisch, aber im Achtzigerjahre-Mainstream war das mehr als bemerkenswert.

Das Vermächtnis

Vor den "Golden Girls" spielten Sitcoms meistens entweder in Familien (bzw. Hetero-Ehen) oder am Arbeitsplatz. Eine Geschichte, in denen Freundschaften und damit also eine Wahlfamilie im Zentrum steht, war eine erfreuliche Neuerung. Kein Wunder, dass Nachahmer*innen nicht lange auf sich warten ließen. Vermutlich ist eine Serie wie "Sex and the City" ohne die Vorarbeit der "Golden Girls" nicht vorstellbar. Aber im Grunde verdanken sich selbst "Friends" oder "Seinfeld" der platonischen Innigkeit von Dorothy, Blanche, Rose und Sophia.

Die Ableger

Dass erfolgreiche Serien diverse Spin-Offs nach sich ziehen, ist heute gang und gäbe. Auch in dieser Hinsicht waren die "Golden Girls" allerdings vorn dabei. 1988 startete die Sitcom "Harrys Nest", in deren Zentrum der Kinderarzt Harry Weston (ein Nachbar des Quartetts) und seine beiden erwachsenen Töchter stand. Auch diese Serie schaffte es letztlich auf sieben Staffeln, in denen alle vier Schauspielerinnen Gastauftritte hatten. Estelle Getty gehörte in den letzten beiden Staffeln als Sophia sogar fest zum Ensemble. 1991 lief außerdem "Hallo Schwester" an, was wiederum ein Ableger von "Harrys Nest" war und in dem Krankenhaus spielte, in dem Weston arbeitete. Die Sitcom lief drei Staffeln lang und außer Bea Arthur waren alle der Golden Girls mal zu Gast. Arthur fehlte übrigens auch bei "Golden Palace", dem direkten Nachfolger der "Golden Girls", der 1992 startete. Nach Arthurs Ausstieg versuchten Susan Harris und die übrigen drei Schauspielerinnen mit den gleichen Figuren an alte Erfolge anzuschließen. Doch die Serie, in der Rose, Blanche und Sophia ein Hotel kaufen und betreiben (unterstützt übrigens vom damals noch kaum bekannten Don Cheadle), wurde nach einer Staffel wieder abgesetzt.

Die Gaststars

Die "Golden Girls" waren nie eine Serie, die von spektakulären Gaststars lebte (anders als etwa "Will & Grace", zumindest in späteren Jahren). Trotzdem gaben sich im Laufe der Jahre viele prominente Besucher im pastelligen Bungalow in Miami die Ehre. Der junge und damals noch unbekannte George Clooney spielte einen Undercover-Polizisten, Quentin Tarantino einen Elvis-Imitator. Mario Lopez war als Schüler von Dorothy zu sehen, während Burt Reynolds, "Jeopardy"-Moderator Alex Trebek oder Bob Hope als sie selbst auftraten. Ebenfalls mit von der Partie: Mickey Rooney, Dick Van Dyke, Debbie Reynolds oder Sonny Bono (nicht zu verwechseln mit der herrlichen Episode, in der sich Sophia als Bono verkleidet – und Dorothy als Cher). Und dann ist da natürlich noch "Nackte Kanone"-Star Leslie Nielsen, der am Ende der Serie Dorothy das Ja-Wort geben darf.



#1 RalfIAnonym
  • 21.09.2021, 19:31h
  • Hey gestern grad einen Binge-Re-Watch gestartet.
    Ja! Ist immer noch ziemlich lustig!
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#2 Eric LassardAnonym
  • 21.09.2021, 21:58h
  • In der Episode Adieu, Lancelot (Season 7 Episode 15) datet Dorothy ihren ehemaligen Englischlehrer Mr. Gordon, der ein so dermaßen attraktiver Mann ist, wodurch ich damals auf die Golden Girls aufmerksam geworden bin.
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#3 William 1066Anonym
  • 21.09.2021, 22:43h
  • Ich liebe die Serie über alle Maßen. Schon mindestens 100x gesehen und muss immer wieder lachen.
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#4 BaerchenProfil
  • 22.09.2021, 01:32hzuhause
  • Ich war 25 als die Golden Girls am 26. 1. 1990 erstmalig im ARD liefen, ab der ersten Folge sah ich die Serie, ich liebe sie nach wie vor, sah mir jede Wiederholung von Anfang bis Ende an. Die DVD Aufnahmen zu kaufen ist ja fast nicht möglich, da ja im Normalfall fast unbezahlbar. Vor kurzem jedoch hatten mein Mann und ich unglaubliches Glück und konnten die komplette Serie günstig ersteigern. Jetzt hängen wir jeden Abend am Fernseher um unsere vier Lieblingsdamen zu sehen...jede einzelne Folge ist ein absoluter Genuss, mein Mann gehört zu Team Rose, ich mag den "Möchtegern" Vamp Blanche lieber. Alles in allem, die Serie ist ein Klassiker, einfach Kult und immer wieder sehenswert!
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#5 DorothyAnonym
  • 22.09.2021, 09:16h
  • Ich bin Fan von Dorothy, ich liebe sie!

    Hab mir die DVDs glücklicherweise bereits vor Jahren zugelegt.
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#6 StaffelbergblickAnonym
  • 22.09.2021, 10:26h
  • ... ich erzähl Euch mal eine Geschichte ... Sizilien 19xx

    halt die Klappe Rose

    sonst kommt das sizilianische Sandmännchen
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#7 LotiAnonym
#8 Julian SAnonym
  • 22.09.2021, 12:28h
  • Die Golden Girls sind für mich eine der besten Sitcoms aller Zeiten.

    Natürlich ist eine Serie aus den 1980ern im Jahr 2021 nicht mehr so frisch wie damals. Das sieht man alleine schon an der Bildqualität vor allem der ersten Staffeln. Und natürlich gab es in sieben Staffeln auch mal schwächere Episoden.

    Aber: man kann sie auch heute noch gut ansehen.

    Und damals waren sie revolutionär. Alleine schon das Setting, dass vier ältere Damen in einer WG zusammen leben. Und dann waren die auch noch sexuell aktiv, was auch thematisiert wurde.

    Und bereits in der ersten Episode gab es eine schwule Figur. Und dann später Blanches schwuler Bruder, dessen Homosexualität in zwei Folgen vorkam. Oder in einer Episode die lesbische College-Freundin Dorothys, die sich dann in Rose verliebt. Oder (auch wenn man ihn nie sah) der Bruder von Dorothy (Sohn von Sophia) Phil, der offenbar Crossdresser ist.

    Auch sonst wurde kein Thema ausgelassen: HIV/AIDS, Alzheimer und andere Krankheiten, Armut, Obdachlosigkeit, Rassismus, Vergewaltigung, Umweltzerstörung, Selbstmordgedanken, etc. etc. etc. Da wurde kein sensibles Thema ausgelassen.

    Und ich glaube, das war für mich das wichtigste und Beste an der Serie:

    Diese Balance aus Komödie und Tragödie, aus Humor und Melancholie, aus lustigen und ernsten Themen, aus Lachen und Weinen.

    Die Golden Girls waren, sind und bleiben Kult. Die Serie mag altern, aber sie altert gut und ist ein Klassiker, der Fernsehgeschichte geschrieben hat und den man sich auch heute noch gut ansehen kann.
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#9 MarcAnonym
  • 22.09.2021, 13:19h
  • Die Golden Girls werden immer einen Platz in meinem Herzen haben.

    Nicht nur, weil das damals etwas völlig neues war, sensationelle Quoten hatte und die deutschen Medien massig davon berichtet haben (das schaffen auch nicht viele US-Serien, dass die deutschen Zeitschriften über mehrere Jahre voll davon sind).

    Und nicht nur, weil die Serie unglaublich lustig war, aber gleichzeitig auch sentimentale, rührende Momente hatte und auch vor ernsten Themen nicht zurückschreckte.

    Sondern auch, weil das eine der wenigen Serien ist, die wirklich von Anfang bis Ende gut war und nicht über die Zeit nachließ. Viele Serien fangen irgendwann an, schlechter zu werden und werden dann trotzdem noch fortgeführt, bis wirklich niemand sie noch sehen will.

    Aber die Golden Girls waren wirklich bis zur letzten Folge gut. Die haben auf dem Höhepunkt aufgehört.

    Und dann kommt noch dazu, dass diese Serie auch für mich ganz persönlich eine große Bedeutung hat:

    Bei der Erstausstrahlung in der ARD (ich war damals noch in der Schule) habe ich die Serie immer mit meiner Mutter und manchmal auch meinem Vater geguckt. Das sind schöne Erinnerungen an damals. Ich weiß noch, wie ich bei der letzten Episode am Ende richtig heftig geweint habe, weil das für mich das Ende einer Ära war. Später habe ich gelesen, dass auch die Tränen der Darstellerinnen am Ende echt waren.

    Später als Student hatte ich zwei Kommilitonen und gute Freunde, mit denen ich sehr viel zusammen war. Wir waren oft an 3-4 Abenden die Woche abends zusammen bei einem von uns zuhause, haben zusammen gegessen, Spiele gespielt, Musik gehört, gequatscht, Fernsehen geguckt. Und da liefen die Golden Girls schon in der x-ten Wiederholung auf RTL. Um 0:30 nach dem Nachtjournal. Und da die anderen beiden die Serie auch liebten, haben wir die dann immer geguckt, bevor wir nach Hause gingen.

    Und noch heute sind einige Zitate aus der Serie unter uns Dreien geflügelte Worte, die wir immer mal bei entsprechenden Situationen anbringen.

    Alleine schon, weil ich mit dieser Serie so viele schöne private Erinnerungen verbinde, wird sie immer einen Platz in meinem Herzen haben. Aber daneben ist es auch ein Klassiker, der qualitativ in einer ganz anderen Liga spielt als viele andere Serien.

    Auf die Golden Girls.
    Auf Dorothy, Blanche, Rose und Sophia.

    Oder wie man in St. Olaf zu sagen pflegt:
    Lass es zwei Makrelen austragen. Wenn's sein muss in Deiner Handtasche. Aber nimm die Handtasche niemals zu einer öffentlichen Veranstaltung mit. :)
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#10 RuntAnonym
  • 22.09.2021, 14:36h
  • Ich finde die Serie wirklich unterhaltsam und lustig - dass ältere Damen für jungen schwule Männer ein so zuverlässiges Identifikationspotenzial bieten, kann ich aber bis heute nur bis zu einem Teil nachvollziehen.
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