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Ernährung

Zu hohes Cholesterin und seine Auswirkungen

Wann ist das Cholesterin zu hoch und welche Folgen können zu hohe Cholesterinwerte für die Gesundheit haben? Hier erfahren Sie mehr!


Pizza gehört zu den Lebensmitteln, die man bei hohen Cholesterinwerten eher meiden sollte (Bild: horizon-content-2100060 / pexels)
  • 23. September 2021, 14:13h, noch kein Kommentar

Hohe Cholesterinwerte schaden unserer Gesundheit. Das ist heute schon längst kein Geheimnis mehr. Doch wann ist das Cholesterin eigentlich zu hoch und welche gesundheitlichen Folgen können sich daraus für Betroffene ergeben? Schauen wir doch einmal genauer hin, was hinter diesem körpereigenen Stoff steckt.

Risiken bei zu hohem Cholesterin

Langfristig führt zu hohes Cholesterin zu Ablagerungen in den Blutgefäßen, den sogenannten Arterienverkalkungen. Je mehr sie sich verdicken, desto enger ist der Querschnitt der betroffenen Gefäße. Gleichzeitig verlieren sie an Elastizität. Das zieht Durchblutungsstörungen nach sich, die unterschiedliche Effekt im Körper haben können. Je nachdem, wo sich genau die verengten Blutbahnen befinden, sind verschiedene Organe betroffen.

Im Gehirn kann ein verstopftes Gefäß beispielsweise zu einem Schlaganfall führen, am Herzen zum Herzinfarkt. Vor dem Schlaganfall zeigt das Gehirn mitunter Warnsignale, dass die Durchblutung gestört ist. Zu den typischen Erscheinungen gehören dann unter anderem Schwindelgefühle, aber auch je nach betroffener Region zum Beispiel eine Verringerung der Merkfähigkeit.

Neben den zwei sehr bekannten Folgen hoher Cholesterinwerte gibt es jedoch noch andere Organe, die unter einer verminderten Durchblutung und Gefäßverschlüssen leiden können. Sind etwa die Beckenarterien betroffen, macht sich das bei Männern womöglich als Erektionsstörungen bemerkbar. Am Auge zieht der Sauerstoff- und Nährstoffmangel Sehstörungen nach sich. Bei in Mitleidenschaft gezogenen Blutbahnen, die das Ohr versorgen, können Tinnitus und Schwindel auftreten. Liegt eine Verengung der Beinvenen vor, kann das zur sogenannten Schaufensterkrankheit führen. Zu hohes Cholesterin hat über die Ablagerungen in den Gefäßen (Plaques) hinaus also erhebliche gesundheitliche Auswirkungen auf den gesamten Körper.

Hohe Cholesterinwerte im Zusammenhang sehen

Beim Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist zu hohes Cholesterin zwar ein wesentlicher Faktor, bei weitem aber nicht der einzige. Um ein realistisches Risiko abschätzen zu können, müssen Ärzte weitere Faktoren betrachten: Diese identifizieren sie anhand von Herz-Kreislauf-Checks und Komponenten wie Alltagsgewohnheiten, Lebensstil, (Über-)Gewicht, Gefäßdurchmesser und zusätzliche Laborwerte. Zur Untersuchung gehören auch ein Ultraschall der Bauchaorta, ein Belastungs-EKG und der Farb-Doppler-Ultraschall für die Hals- und Beingefäße.

Erst das Gesamtbild lässt einen realistischen Schluss auf das tatsächliche Gesundheitsrisiko zu. Hohe Cholesterinwerte allein sind zwar immer ein Warnzeichen, für sich genommen sagen sie aber eben noch nicht allzu viel aus. Bei einigen Menschen bleiben sie tatsächlich fast ohne Folgen, während sie in anderen Fällen die Gefäßfunktion erheblich beeinträchtigen.

Ab wann zeigt sich zu hohes Cholesterin in den Werten?

Je nach Risikogruppe gelten unterschiedliche Grenzwerte, ab wann das Cholesterin zu hoch ist. Dafür hilft es, vor allem das LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoproteine) zu betrachten. Diese Form verursacht nämlich die fatalen Auswirkungen im Organismus und erhöht die Gefahr der Arterienverkalkung. Auch die Triglyzeride, welche Mediziner mit dem Cholesterin im Detail bestimmen können, gehören zu den problematischen Fetten. Das HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoproteine) als natürlicher Gegenspieler des LDL-Cholesterins ist dagegen auch bei höheren Werten unbedenklich. Die Angabe des Cholesterinwertes erfolgt in der Einheit Milligramm pro Deziliter (mg/dl).

Werte bei niedrigem Risiko: Davon sprechen Ärzte, wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall in den kommenden zehn Jahren unter einem Prozent liegt. Für ihre Berechnung gibt es verschiedene Standardverfahren, um die Ergebnisse vergleichbar zu machen. Mediziner betrachten zusätzlich zu hohen Cholesterinwerten weitere Erkrankungen wie Schlafapnoe (Atempausen während des Schlafens), Nierenkrankheiten oder Depressionen, aber auch Stress und das persönliche Bewegungslevel. Ergibt sich aus den Faktoren ein niedriges Risiko für den Patienten, gilt das Gesamtcholesterin von über 190 mg/dl als erhöht. Das LDL-Cholesterin ist ab 116 mg/dl zu hoch.

Mittleres Risiko: Wenn die Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende Herzprobleme in den nächsten zehn Jahren bei einem bis fünf Prozent liegt, besteht eine mittlere Gefährdung. Dann gilt für das Gesamtcholesterin zwar immer noch der Grenzwert von 190 mg/dl. Das LDL-Cholesterin ist jedoch schon bei 100 mg/dl zu hoch. Hier ist also der Normalwert des schlechten Cholesterins schon abgesenkt.

Hohes Risiko: Steigen die Chancen, dass Patienten in den kommenden zehn Jahren mit fünf bis zehn Prozent einen Herz- oder Schlaganfall erleiden, ordnen Mediziner ihnen ein hohes Risiko zu. Zu der Gruppe zählen Ärzte auch Menschen mit erblich zu hohem Cholesterin, Nierenschwäche, Diabetes mellitus und stark abweichenden Einzelwerten des Cholesterins. Betroffene mit Triglyzeridwerten von über 310 mg/dl oder sehr niedrigen Ergebnissen des positiven HDL-Cholesterins fallen ebenfalls in die Kategorie. Unabhängig davon, warum medizinisches Fachpersonal Patienten in eine hohe Gefährdungsstufe einordnet, gilt für sie ein LDL-Cholesterinwert von maximal 70 mg/dl. Das Gesamtcholesterin darf jedoch auch bei ihnen weiter bei 190 mg/dl liegen.

Sehr hohes Risiko: Liegt die Gefahr für eine Herzattacke oder einen Schlafanfall in den nächsten zehn Jahren bei über zehn Prozent, zählen die Betroffenen zur Gruppe mit sehr hohem Risiko. Mediziner ordnen ihr auch Patienten zu, die schon einen Schlaganfall hatten oder bei denen sie eine Erweiterung der Bauchaorta festgestellt haben. Auch eine schwere Nierenfunktionsstörung oder eine Verengung der Halsschlagader zieht bei zu hohem Cholesterin ein erhebliches Risiko nach sich. Das gilt außerdem für die koronare Herzkrankheit und symptomatische Durchblutungsstörungen in den Beinen. Für die höchste Risikogruppe sollten die Werte des LDL-Cholesterins unter 55 mg/dl liegen. Das Gesamtcholesterin darf hier nur noch 180 mg/dl betragen. (ak)