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Kommentare zu:
"Das zeigt die ganze Arroganz der Union"


#1 mind_the_gapEhemaliges Profil
  • 24.09.2021, 11:42h
  • Nichtbinäre Personen, die weder trans noch inter sind, schauen hier nach wie vor komplett in die Röhre.

    Generelle Frage: Eine "Variante der Geschlechtsentwicklung" - ist das nicht auch "männlich" und "weiblich"? Also für mich sind das zwei von vielen möglichen Varianten.
    Weshalb wird dann eigentlich de facto anders definiert, nämlich einerseits: "männlich und weiblich ist normal" und andererseits: "eine "Variante" (also de facto andere Varianten) ist nicht normal"?

    Wir brauchen ein SELBSTbestimmungsgesetz für WIRKLICH ALLE. Weg mit der staatlichen Kontrolle über die geschlechtliche Identität! Der Staat hat nicht mehr zu bestimmen, wer sich persönlich wie definieren darf. Eine solche Denke hat im 21. Jahrhundert nichts mehr verloren!
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#2 tchantchesProfil
  • 24.09.2021, 13:05hSonstwo
  • "Das Innenministerium ist unionsgeführt. ... jedes mal, wenn wir versucht haben, vom Innenministerium Antworten zu bekommen oder wenn wir um Gespräche gebeten haben, wurde das oft gar nicht erst beantwortet oder es wurde lustlos abgebügelt."

    Das sollte sich jeder vor Augen halten, der die Grünen wählt. Die sind es, die mit einer grün/schwarzen Koalition im Zweifelsfall Laschet und seinem Adlatus Liminski wieder den Weg ins Kanzleramt ebnen.
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#3 FelixAnonym
  • 24.09.2021, 13:09h
  • Antwort auf #1 von mind_the_gap
  • Wenn Nichtbinär im allgemeinen (von der Definition her) unter den Begriff trans fällt wie kann es dan Nichtbinäre Menschen geben die nicht Trans sind?

    Meines wissens nach ist mit trans* von transmännern (so wie ich) über transfrauen bis hin zu nichtbinär alles mit drinnen.
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#4 mind_the_gapEhemaliges Profil
#5 mind_the_gapEhemaliges Profil
  • 24.09.2021, 14:02h
  • Nochmal kurz zu den Definitionen. Ich habe noch einmal bei Wikipedia nachgesehen. Da heißt es u.a.:

    "Transgender ist ein Oberbegriff (umbrella term) und umfasst neben binären Transpersonen (Frau-zu-Mann, Mann-zu-Frau) auch Personen mit nichtbinärer Geschlechtsidentität; nichtbinäre Personen können sich als transgender verstehen, wenn sie das wollen, oder als zwischengeschlechtlich. Die Varianten trans* und inter* schließen durch das Gendersternchen nichtbinäre Geschlechtsidentitäten ausdrücklich ein."

    Und weiter:

    "Von transgender unterscheidet sich transsexuell als veraltete Bezeichnung für transidente Personen, die binär von Frau zu Mann oder von Mann zu Frau wechseln."

    de.wikipedia.org/wiki/Nichtbin%C3%A4re_Geschlechtsidentit%C3
    %A4t


    Das deutsche Transsexuellengesetz folgt also der zuletzt genannten Definition, sprich: einem "Wechsel" "von Frau zu Mann" oder "von Mann zu Frau". Demnach bin ich schon mal nicht transsexuell, denn ich möchte nicht "von Mann zu Frau" "wechseln".
    Ich könnte "trans*" sein, "wenn ich das wollte", wie der erste Abschnitt darlegt. Ich will das aber nicht. Ich will nicht "von einem Geschlecht zum anderen transitieren, wechseln" oder wasauchimmer. Ich fühle mich beiden traditionell binären Geschlechtern nicht zugehörig, obwohl ich männlich gelesen werde.

    Wollte ich nun meinen Personenstand zu "divers" ändern, müsste ich inter sein und das biologisch nachweisen. Wenn ich die TSG-Prozedur durchlaufen würde mit dem Ziel, nicht etwa "weiblich" statt bisher "männlich" sondern "divers" eintragen zu lassen, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich bei den "begutachtenden" Psycholog_innen verkehrt bin, weil die ja Fragen stellen, die herausfinden sollen, ob jemand "wirklich" zum "anderen" (binären) Geschlecht "wechseln" will.

    Welche Möglichkeit bleibt mir also als nichtbinärer Person, mich als "divers" eintragen zu lassen, wenn ich weder inter noch trans nach dem TSG bin?
    Nach meinem Verständnis - genau: KEINE.

    Wenn ich da etwas grundsätzlich falsch verstanden haben sollte, lasse ich mich gerne anhand nachvollziehbarer und nachweisbarer Fakten weiterbilden. Nach meinem bisherigen Verständnis würde mir jedoch nur ein echtes Selbstbestimmungsgesetz ohne bürokratische und pathologisierende Hürden weiterhelfen.

    Die Kraft, mich irgendwelchen mühsamen und teuren, noch dazu demütigenden staatlichen Prozeduren zu unterziehen, habe ich jedenfalls nicht. Deshalb hoffe ich, dass wir bald ein echtes Selbstbestimmungsgesetz bekommen, das all diese Hürden aufhebt.
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#6 Petra WeitzelAnonym
#7 Anonyma
  • 24.09.2021, 15:03h
  • Die wichtigste Information des Interviews nochmal kurz zusammengefasst:

    "Der Weg, den diese Leute gefunden hatten, hat dann die Runde gemacht und das ist dann aufgefallen, unter anderem beim Qualitätszirkel Transsexualität München, einem Zusammenschluss von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen. [...] Die haben in der Folge tatsächlich eine Beschwerde an das Innenministerium gerichtet und am 29.03.2019 ein Antwortschreiben erhalten, wonach es nicht in Ordnung sei, dass Leute am Transsexuellengesetz vorbei Namen und Personenstand ändern lassen. Der QZ hat sozusagen gepetzt. [...] Dazu muss man wissen, dass zum Beispiel Therapeut*innen ja auch ein finanzielles Interesse an der Aufrechterhaltung der bisherigen Zwänge haben, weil sie die Leute dann jahrelang in Therapie haben und auch auf Grundlage des Transsexuellengesetzes begutachten."

    DAS ist der Kern dessen, was einige hier in diesem Forum immer wieder als das "deutsche System Trans" bezeichnen: Die sogenannte "Sexualmedizin" - also jene Psychiater:innen, Psychotherapeut:innen und Ärzt:innen, die trans Menschen "behandeln" und sich z.B. in diesem "Qualitätszirkel Transsexualität München" zusammengeschlossen haben - erhält als Handlangerin des Staates aktiv(!) jene Verhältnisse aufrecht, die die psychosozialen Probleme, die sie dann im Rahmen der verpflichtenden "Begleittherapie" zu "behandeln" vorgibt, überhaupt erst erzeugen. DAS ist der eigentliche Skandal in diesem Land, für den sich aber auch hier im Forum (mal wieder...) offenbar NIEMAND interessiert.

    Nochmal ganz kompakt: Die sogenannte "Sexualmedizin" erzeugt und chronifiziert hier in Deutschland aktiv(!) jene "Krankheit", mit deren (Zwangs-)"Behandlung" sie sich dann ein goldenes Näschen verdient. Und die deutsche "Community" schweigt noch immer und wartet lieber weiter auf Godot...
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#8 Claudine RougeAnonym
#9 Ach neAnonym
  • 24.09.2021, 16:02h
  • Antwort auf #8 von Claudine Rouge
  • Ich denke nicht dass es mit Laschet einen grünen Innenminister geben wird.
    Laschet Kanzler --> DER bestimmt die Richtlinien
    Grüne Aussen
    FDP Finanzen
    CDU/CSU Innen

    Ich hoffe die Grünen träumen diesen Jamaika Traum nicht all zulange.

    Aber vielleicht lassen sie sich ja mit Claudia Roth als Bundespräsidentin von der Union ködern...
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#10 SakanaAnonym
  • 24.09.2021, 16:04h
  • Antwort auf #8 von Claudine Rouge
  • "Sowohl Familienministerium als auch das Justizministerium sind SPD-geführte Ministerien, die mit uns stets sehr wohlwollend im Gespräch waren und die uns unterstützt haben."

    Verstehe jetzt nicht so ganz, was der Wahlaufruf für die GRÜNEN an der Stelle soll, wenn Frau Monro durch die SPD-geführten Ministerien positiv in ihrem Anliegen unterstützt wurden. Sie übt ja eine sehr prononcierte und fundierte Kritik am CSU-geführten Innenministerium, was sich wirklich sehr schäbig und abweisend verhalten hat. Bin immer noch geschockt von soviel Unmenschlichkeit in einem so wichtigen Ministerium.
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#11 AnonymAnonym
#12 AnonymAnonym
#13 andreAnonym
#14 SakanaAnonym
  • 24.09.2021, 17:41h
  • Antwort auf #13 von andre
  • Weil Allensbach face-to-face-Interviews macht, ist es möglich, dass ihre Umfragen präziser sind als die anderer Umfrageinstitute und es jetzt wirklich um die sprichwörtliche Wurst am Sonntag geht und die Frage, ob Laschet Kanzler und Merz Wirtschafts- oder Finanzminister werden könnte.

    Ich hoffe im Interesse von Frau Munro und anderen LSBTTIQ*-Menschen, dass dieses Horrorszenario nicht eintritt nach den Erfahrungen mit dem CSU-geführten Innenministerium.
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#15 KaiJAnonym
  • 24.09.2021, 17:48h
  • Jeder Mensch hat eine Variante der Geschlechtsentwicklung. So falsch wie überflüssig die Begrifflichkeit ist, weil sie sich an einer Norm orientiert, so muss sie jedoch für jedermensch Anwendung im Gesetz finden können. Ärzt*innen können den Gutachtenwisch ohne irgendeine Diagnose ausstellen. Und Standesbeamt*innen können den Wisch in ihrer Unabhängigkeit einfach zu den Akten legen und dem Antrag der Steller*innen nachkommen. Sie könnten aber auch so mutig sein, einem verfassungswidrigen Gesetz nicht nachzukommen und auch einer Antragsteller*in ohne Vorlage eines Gutachtens in deren Interesse nachkommen. Und wenn nicht, sollten sich Antragsteller*innen finden, die gegen einen negativen Bescheid Widerspruch und Beschwerde vorm Bundesverfassungsgericht erheben, was ja doch wohl schon auf dem Weg ist.
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#16 KaiJAnonym
  • 24.09.2021, 18:29h
  • Antwort auf #14 von Sakana
  • Erstmal ist Allensbach ein rechtes Institut und seine Umfrageergebnisse dementsprechend sogar sehr gefärbt. Und ein Rausflug der Linken würde der Union letztlich nichts bringen, kann sie doch, sollte die FDP sich demokratiefeindlich wieder einer Ampelkoalition verweigern, sich diesmal nur einer von der SPD geführten Regierung unterordnen. Also, was soll denn auch noch Dein Horrorszenario eines Kanzlers Laschet? Der kommt mit Grünen und FDP nicht zustande. Davor steht dann eine von der SPD geführte Regierung mit der Union.
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#17 Ach neAnonym
#18 SakanaAnonym
  • 24.09.2021, 18:42h
  • Antwort auf #16 von KaiJ
  • Wobei die SPD mit Nachdruck eine Fortführung der Koalition mit der UNION ausschließt und somit nur noch Ampel und RGR im Falle eines Wahlsieges am Sonntag bleiben. Aber da sind wir noch nicht und Allensbach hat nun mal dieses Kopf-an-Kopf-Rennen in seinen Daten gesehen.
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#19 Ach neAnonym
#20 KaiJAnonym
#21 KaiJAnonym
#22 SakanaAnonym
  • 24.09.2021, 19:30h
  • Antwort auf #20 von KaiJ
  • Die GRÜNEN spielen aber nicht mehr um Platz 1 mit bei allen (!) Umfrageinstituten und die LINKE kommt gerade noch so auf 5 bis max 7 %.
    Was möglich ist, ist zB mit der Erststimme GRÜN und mit der Zweitstimme SPD zu wählen, um mit einem Splitticket beiden Parteien eine schlagkräftige Repräsentation im kommenden Bundestag zu sichern. Manchmal muss auch Taktik vor Befindlichkeiten kommen, wenn man eine Reformkoalition auf Bundesebene erreichen will.

    Damit Frau Monro und ihre engagierten Mitstreiter:innen nicht mehr mit einem Innenministerium zu tun haben, das sie schlecht behandelt und nicht anhören will.
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#23 KaiJAnonym
  • 24.09.2021, 19:57h
  • Antwort auf #22 von Sakana
  • Das ist schon wieder so ein falscher # von Dir. Du wirst genau wie ich wissen, dass die Zweitstimme für die Wahl der Grünen die entscheidende ist. Führ' hier also nicht einige Wähler*innen auf's falsche Gleise, dass sie durch Deine Art hier wieder vielleicht doch noch ihre die Wahl entscheidende Zweitsstimme verloren an die SPD geben! Deine Art hier ist schon, gelinde geschrieben, wieder sehr frech.
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#24 Anonyma
  • 24.09.2021, 23:52h
  • Wenn ich mir den Verlauf dieser Diskussion hier so anschaue, dann wird mir auf erschreckende Weise klar, dass der Zustand der sogenannten "Community" in diesem Land noch weitaus schlimmer ist, als ich in meinen schlimmsten Albträumen befürchtet hatte. Die perfide menschenverachtende Willkür, mit der man trans Menschen in diesem Land behandelt und sie de facto zu rechtlosen Aussätzigen macht, scheint offenbar schon zur alltäglichen Gewohnheit geworden zu sein. Zumindest scheint sich hier niemand mehr daran zu stören, dass sich Standesämter ganz eigene, willkürlich aus der Luft gegriffene Regeln zur Anwendung von Gesetzen geben. Und auch die Tatsache, dass ein sogenannter "Qualitätszirkel Transsexualität München" sich dazu berufen gefühlt hat, trans Menschen, die den § 45 b PStG zur Umgehung des "TSG" benutzt haben, beim Bundesinnenministerium zu denunzieren, scheint irgendwie niemanden großartig zu beunruhigen. Aber wenn es - wie erst kürzlich in diesem Forum - darum geht, trans Menschen über die "authentische" und "inklusive" Darstellung ihrer Genitalien zu belehren, dann ist der diskursive Eifer des "cissexuellen" Teils der "Community" kaum noch zu bremsen. Irgendetwas stimmt in diesem Land nicht - und zwar so gewaltig, dass es wie ein Haufen in der Sonne verfaulender Fische zum Himmel stinkt.
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#25 FischsuppeAnonym
#26 KaiJAnonym
#27 zundermxeAnonym
  • 25.09.2021, 12:10h
  • Dieses Interview verdeutlicht mal wieder, wie perfide und praktisch ständig lügend cdu/csu mit uns umgeht und umgehen will.
    Aus einem höchstrichterlichen Spruch für die selbstverständliche Gleichstellung werden Gesetze und Praktiken entwickelt, die praktisch das genaue Gegenteil bedeuten.
    Diese bewusste Rechtsbeugung und Menschenverachtung von den Parteien cdu und csu, denen Rechtsstaatlichkeit angeblich so heilig ist. Doch dies ist eben auch genau das, was cdu und csu sich als ihren Markenkern unter heilig und Recht ganz praktisch vorstellen - scheinheilig und rechts.

    Wir haben als queere Community die Bezeichnung nur dann verdient, wenn wir auf Leben, Gleichstellung und Recht aller bestehen, weiter über eigene Bedürfnisse hinaus für die Bedürfnisse aller laut sind und uns eben nicht und auf keiner Ebene auseinander dividieren lassen.
    Die Bedürfnisse aller müssen auch immer unsere eigenen sein.

    Perfide empfinde ich allerdings auch Kommentare wie #2, die von den eigentlichen Täter*innen ablenken indem sie Parteien diskreditieren wollen, die klar andere Positionen vertreten und nicht in Regierungsverantwortung gewesen sind.
    So beschämend und irreführend argumentierte zuletzt mal wieder typischerweise Herr Merz als ihm zu Idar-Oberstein nicht viel mehr einfiel zu sagen als, dass die Corana-Maßnahmen doch schon bei den sogenannten normalen Bürgern verständlicherweise für Verdruss sorgen würden.
    Das Opfer zu benennen und sein Mitgefühl auszudrücken hielt Merz für genauso überflüssig, wie die nach Tathergang klar erkennbaren Zusammenhänge zu thematisieren und zu verurteilen.
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#28 KaiJAnonym
  • 25.09.2021, 12:42h
  • Antwort auf #27 von zundermxe
  • Das Interview ist ziemlich gut und ihm wenig hinzu zu fügen. Der Diskreditierung einer Partei, die wie keine andere Partei, alle queeren Interessen durchsetzt, durch die anderen Parteien, kann so kurz vor der Wahl nicht unwidersprochen bleiben. Die Wahl der Partei im wirklich allgemeinen und besonderen queeren Interesse entscheidet nämlich über das Zustandekommen einer Gesetzgebung durch den zukünftigen Bundestag, die letztlich Grundlage für queere Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung ist..
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#29 SakanaAnonym
  • 25.09.2021, 13:28h
  • Ich fand das Interview in Summa sehr aufschlussreich auch im Hinblick auf die Koordination zwischen Ministerien und Fraktionen in der Gesetzgebung und war froh, dass Justiz- und Familienministerium Frau Monro dabei in ihren Anliegen wohlwollend unterstützt haben, während das Innenministerium und die Unionsfraktion gemauert und abweisend agiert haben. Dass allerdings ein "Qualitätszirkel" Menschen beim Innenministerium anzeigt, bloß weil sie eine zulässige Gesetzeslücke zu ihrem Vorteil genutzt haben, für die es bis dato noch keine Ausführungsbestimmung gab, erschreckt mich zutiefst, weil sich so ein Zirkel auf keinen Fall Unterstützer schimpfen darf. Deshalb hoffe ich auf eine progressive Reformkoalition in der nächsten Legislaturperiode, die endlich gesetzliche Klarheit schafft.
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#30 KaiJAnonym
  • 25.09.2021, 15:28h
  • Antwort auf #29 von Sakana
  • Es gibt keine Gesetzeslücke, sondern ein vom Bundesverfassungsgericht den aus reformunwilligen Parteien bestehenden Bundesregierung auferlegtes, noch unfertiges Gesetz, das unabhängig jeglicher Ausführungsbestimmungen für jedermensch rechtlich anwendbar bleibt. Bestätige doch nicht die jetzige Bundesregierung samt Parteien, die Menschen durch widerrechtliche Verwaltungsakte von der ihnen zustehenden Inanspruchnahme des Gesetzes abhält bzw. es versucht. Eine im wahrsten Sinne Reform hin zum in der Vorlage schon bestehenden Selbstbestimmungsgesetz gibt es nur und richtig erkannt durch die von der überwältigenden Mehrheit der Queers favorisierte, sich noch in der Opposition befindende, einzige queerpolitische Reformpartei.
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#31 SakanaAnonym
  • 25.09.2021, 16:39h
  • Antwort auf #30 von KaiJ
  • Frau Monro hat sich in ihrem Interview sehr positiv über das Justiz- und Familienministerium geäußert, die sie und ihre Mitstreiter:innen bei der Verwirklichung der vom BVerfG geforderten Reform unterstützt hat und wohlwollend behandelt wurde, während die sich in der Opposition befindliche queerpolitisch aktive Partei durchaus eine Koalition mit der Partei vorstellen könnte, welche das Innenministerium bis dato inne hat und zumindest Zweifel an ihre Gesamtpositionierung zur Wichtigkeit queerpolitischer Reformprojekte aufkommen lässt.

    Allerdings -das verdeutlicht Frau Monro auch- ist es wichtig, auch vorgeblich alliierte Organisationen wie den "Qualitätszirkel Transsexualität München" unter ein schärferes Brennglas zu stellen, wenn dieser sich gegen die Trans*-Community stellt und diese bei dem Ministerium anzeigt, welches sie eigentlich schützen sollte. Das sollte uns allen zu Denken geben. Zudem sind Urteile des BVerfG unanfechtbar, weshalb sie von der Legislative und Exekutive umgesetzt werden müssen und dass sind die Verfassungsorgane auch Frau Monro in jedem Falle schuldig als Mitglied einer rechtlich benachteiligten Community.
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#32 KaiJAnonym
  • 25.09.2021, 17:08h
  • Antwort auf #31 von Sakana
  • Die Schuldzuweisung auf Ministerien ist reine Ausrede reformunwilliger Parteien. Verantwortung für queerpolitische Unwilligkeit tragen im Ergebnis alle der nur aus queerpolitisch reformunwilligen Parteien bestehenden Bundesregierung. Dieser queerpolitische Reformunwille lässt sich nur durch die einzig queerpolitisch "aktive" Partei, noch in der jetzigen Opposition, in einer neuen Bundesregierung beseitigen.
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#33 AnoNickAnonym
  • 25.09.2021, 21:46h
  • Antwort auf #5 von mind_the_gap
  • "(...)Das deutsche Transsexuellengesetz (...)
    (...)Wenn ich die TSG-Prozedur durchlaufen würde mit dem Ziel, nicht etwa "weiblich" statt bisher "männlich" sondern "divers" eintragen zu lassen, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich bei den "begutachtenden" Psycholog_innen verkehrt bin, weil die ja Fragen stellen, die herausfinden sollen, ob jemand "wirklich" zum "anderen" (binären) Geschlecht "wechseln" will.
    Welche Möglichkeit bleibt mir also als nichtbinärer Person, mich als "divers" eintragen zu lassen, wenn ich weder inter noch trans nach dem TSG bin?
    Nach meinem Verständnis - genau: KEINE.
    (...)"

    Nicht ganz; zumindet vom Prinzip.
    Es gibt m.W. ein Gerichtsurteil, das nichtbinäte Menschen ohne die genannte "Variante..." (und von wegen, alles sind Varianten: klar; hier wurde aber auf eine bestimmte Varianten-Definition abgestellt - die übrigens nichtmal alle inter* Menschen erfasst...!) auf das TSG verweist.
    Im TSG (
    www.gesetze-im-internet.de/tsg/BJNR016540980.html#BJNR016540
    980BJNG000100311

    ) heißt es zumeist "zu _dem_ anderen Geschlecht" - aber damals gab es ja auch nur zwei.
    Nichtbinäre aufs TSG zu verweisen ist in der ganzen Sache schon irgendwo logisch (was nicht gleichbedeutend ist mit "gut"!) - denn auch hier transitionieren Menschen, von m oder w zu d oder ohne Eintrag.
    Es wird also vielmehr zwischen "inter, die ja einen biologischen Beweis haben" und allen anderen mit Geschlechtsdysphorie (die ja nur rumspinnen?!?) unterschieden. :-(

    Therapeuten sollen auch nicht die von Dir genannten Fragen stellen, sonden transitionnierende Menschen auf ihrem Prozess begleiten. Gutachter müssen tatsächlich irgendwann ihr "Ich glaube, dieser Mensch ist..." drunter setzen. Aber das können (resp. sollen) sie auch in Richtung Nichtbinarität. Soweit die Theorie.

    Problematisch ist das noch aus einem ganz anderen Grund: Falls ein Gutachter zutreffend Nichtbinarität diagnostiziert, dann ist nach derzeitigem Stand quasi keine medizinische Transition möglich. Was in dem Fall an den Kassen liegt. Insgesamt dürfte das die gatekeeping-Funktion der Gutachter/Therapeuten (sie müssen nicht, sind aber ja oft deckungsglelich) erhöhen und damit auch das Behandler-Patienten-Verhältnis negativ beeinflussen...

    Wie gesagt, soweit die Theorie.
    Dass in der Praxis auch nicht alle erfahrenen trans* Therapeuten "an nichtbinarität glauben" etc. pp., steht auf einem anderen Blatt.

    und ja - ein Selbstbestimmungsgesetz würde hier vieles lösen.
    (und vermutlich eine Menge Kosten, sogar direkt, einsparen).
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#34 AnoNickAnonym
  • 25.09.2021, 22:24h
  • Eine Sache wird hier leider gar nicht erwähnt:
    Das Urteil aus Karlsruhe hat, neben Lösungen für eine Änderung des Geschlechtseintrags, wie sie jetzt über 45b vermurkst wurde, dem Gesetzgeber auch eine ganz andere Möglichkeit vorgeschlagen:
    >> Den Geschlechtseintrag komplett aus dem Personenstandsregister herauszunehmen.
    M.E. würde das die Dinge (in Sachen amtliche Eintragung) noch mehr verbessern als ein Selbstbestimmungsgesetz.
    (Und es würde ja nicht bedeuten, dass es keine Geschlechter oder -dysphorien mehr gäbe - es gibt viele Dinge, die Menschen massiv ausmachen, und die (gut so!) nicht im Personenstandsregister auftauchen).

    ---

    Korte ist eine untragbare Person (um so schlimmer, dass vor allem Minderjährige wohl nicht selten zuerst bei ihm landen) - Mitglied im Qualitätszirkel Transsexualität München ist er m.W. nicht.

    ---

    Ich will mich hier nicht zum Verteidiger des QZ aufschwingen - ob der proaktiv "petzen" musste, weiß ich nicht.
    In der Antwort auf den offenen Brief eines Betroffenenverbands, ob 45b auf trans* Menschen anzuwenden sei, hat der QZ relativ vage geantwortet und auf die zu dem Zeitpunkt gültige Rechtslage (und das Amtsgericht München) verwiesen, mit dem Hinweis, dass es Änderungen bedürfe.
    Die Antwort hat besagter Betroffenenverband auf seiner Homepage veröffentlicht - gespickt mit eigenen "Erklärungen" - die mir weit ablehnender vorkommen als die Antwort des QZ im Wortlaut.
    Beides hier nachzulesen:

    transmann.de/news/erklaerung-transmann-e-v-zum-thema-vae-pae
    -nach-%c2%a745-pstg/
  • Antworten » | Direktlink »
#35 mind_the_gapEhemaliges Profil
#36 Anonyma
  • 26.09.2021, 12:33h
  • Antwort auf #34 von AnoNick
  • "Ich will mich hier nicht zum Verteidiger des QZ aufschwingen - ob der proaktiv "petzen" musste, weiß ich nicht."

    Wenn sich der "Qualitätszirkel Transsexualität München" hier durch die Darstellung von Frau Monro zu Unrecht beschuldigt fühlen sollte, dann möge er doch bitte selbst öffentlich dazu Stellung beziehen und den relevanten Schriftverkehr im Sinne der Transparenz der interessierten Öffentlichkeit vollständig zur Verfügung stellen. Das, was damals auf der Website dieses "Qualitätszirkels" zu lesen war, sprach jedenfalls für die Darstellung von Frau Monro, ist aber inzwischen leider nicht mehr auffindbar. Spekulationen auf Basis eines inhaltlich haarsträubenden Pamphlets eines "Betroffenenverbandes" [*] halte ich an dieser Stelle jedenfalls nicht wirklich für hilfreich, denn die tragen schlimmstenfalls nur zu einer weiteren "Chronifizierung" des sowieso schon katastrophalen juristischen Halbwissens rund um das Thema "Geschlecht" bei. Dass ein auf medizinische Klassifikationen fixierter medizinischer "Qualitätszirkel" mit der juristischen(!) Geschlechtsdefinition des Bundesverfassungsgerichts intellektuell überfordert ist und wegen der vermeintlich "unrichtigen Ausstellung eines Gesundheitszeugnisses" Angstschweiß auf der Stirn entwickelt, mag auf den ersten Blick zwar nicht weiter verwunderlich sein, es zeugt aber auch nicht unbedingt von einem besonders ausgeprägten ärztlichen Ethos gegenüber den ihm anvertrauten "Schutzbefohlenen", die fachlich fundierte Einschätzung eines renommierten Juristen wie Herrn Bruns anzuzweifeln, um zunächst mal den eigenen Hintern auf die "sichere Seite" hinüber retten zu können. Dass aber dann auch noch ein "Betroffenenverband" an der in seinem ureigensten Interesse liegenden juristischen(!) Geschlechtsdefinition des Bundesverfassungsgerichts intellektuell scheitert und hier gleich mal in vorauseilendem Gehorsam den Rückzug antritt, ist wirklich bemerkenswert...

    Aber trotzdem danke dafür, dass Du dieses Pamphlet hier verlinkt hast. Es zeigt sehr deutlich, dass ein großer Teil der Hürden, die es zu überwinden gilt, nicht nur im juristischen Bereich liegt, sondern auch in der elendigen Verstrickung der "Community" mit ihren "Behandler:innen". Und ob die Aufsprengung dieser "Kollusion" überhaupt noch gelingen kann, wage ich inzwischen offen gestanden zu bezweifeln.

    [*] Die juristische Einschätzung von Herrn Bruns vom LSVD zum § 45b PStG war und ist in dieser Sache absolut korrekt: Die (ausschließlich) in der Gesetzesbegründung angeführte Einschränkung auf bestimmte Formen von "DSD" ist verfassungswidrig und deshalb für eine verfassungskonforme Auslegung der Norm nicht beachtlich. Aber natürlich hätte man das gegebenenfalls auch juristisch erkämpfen müssen, wozu aber sowohl besagtem "Betroffenenverband" als auch besagtem "Qualitätszirkel" offensichtlich der Mut fehlte. Zum Glück hatten andere diesen Mut, weshalb inzwischen eine Verfassungsbeschwerde und eine Richtervorlage zum § 45b PStG beim Bundesverfassungsgericht anhängig sind.
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