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ARD-Quizsendung

Gefragt – Gejagt – Versagt

Peinlicher und respektloser Fehler in der ARD-Quizsendung "Gefragt – Gejagt": Moderator Alexander Bommes fragte Kandidatin Heike Gonschior am Freitag nach der Bezeichnung für eine trans Frau – doch alle drei Antwortmöglichkeiten waren falsch.


Eine unglücklich formulierte Frage und drei falsche Antwortmöglichkleiten (Bild: Screenshot ARD)

Schon die Frage war nicht besonders glücklich und sensibel formuliert. "Wer biologisch als Junge geboren wurde, sich aber als weiblich fühlt und daher entsprechend operieren lässt, gilt als…?", wollte Moderator Alexander Bommes am Freitag in der ARD-Sendung "Gefragt – Gejagt" von seiner Kandidatin Heike Gonschior wissen. Doch noch viel schlimmer waren seine drei Antwortmöglichkeiten. Zur Auswahl standen lediglich "Transsexueller", "Transvestit" und "Transmann".

Gonschior tippte auf "Transmann" – und verlor. Die richtige Antwort wäre "Transsexueller" gewesen, behauptete dann Bommes, obwohl eine trans Frau mit Sicherheit eine "Transsexuelle" ist. Übrigens ganz egal, ob nun "operiert" oder nicht.

"Das verletzt Menschen und vermittelt falsches Allgemeinwissen"

Die peinliche und respektlose Wissenslücke der "Gefragt – Gejagt"-Redaktion hatte Jenny Luca Renner, queeres Mitglied im ZDF-Fernsehrat, auf Facebook öffentlich gemacht. "Recherche ist die Grundlage sorgfältiger Vorbereitung in Quizsendungen. Frage und Antworten sind falsch gestellt", kritisierte Renner gegenüber queer.de. "Das verletzt Menschen und vermittelt falsches Allgemeinwissen."

Lieber NDR, liebe ARD. Die Frage verstehe ich nicht und die Antworten sind alle 3 falsch. Und nun? Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. – dgti

Posted by Luca Renner on Friday, September 24, 2021
Facebook / Luca
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Der NDR, der die Sendung seit 2012 produziert, müsse den Fehler korrigieren, forderte das Mitglied des ZDF-Fernsehrats. "Wir brauchen gutes Know-how in den Redaktionen und auch den Mut, sich Expertise heranzuholen, damit so etwas nicht wieder passiert."

Darüber forderte Renner eine LGBTI-Vertretung im NDR-Rundfunkrat, "damit genau für diese Themen langfristig sensibilisiert wird". Bei der kürzlichen Überarbeitung des NDR-Staatsvertrags hatten Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein darauf verzichtet (queer.de berichtete).

Das Erste entschuldigt sich für andere Panne

Die Trans-Frage war im Übrigen nicht die einzige Panne in der am Freitag im Vorabendprogramm gezeigten "Gefragt – Gejagt"- Sendung: Bei einem Test zur Vorbereitung des Wahlsonntags wurde für wenige Sekunden versehentlich ein Laufband mit fiktiven Hochrechnungszahlen eingeblendet. Bislang hat sich das Das Erste nur für diesen Fehler entschuldigt.

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#1 MagsAnonym
  • 25.09.2021, 12:12h
  • Endlich weiss ich was ich bin. Danke öffentlich rechtliches Fernsehen! Pervers oder degeneriert hätte vielleicht noch als Antwort gefehlt.

    Wer sich diese Frage ausgedacht und auf Sendung gebracht hat ist:

    A) ein gut allgemeingebildetes Recherche-Ass

    B) ein/e verblödete/r Ignorant/in

    C) katholische/r AfD-Wähler/in

    D) keine Transfrau

    (Mehrere Antworten können richtig sein...)

    Schönen Tag
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#2 Felix-baerlinAnonym
  • 25.09.2021, 12:13h
  • Peinlich! Wann hört dieser Blödsinn mit den Quizshows im öffentlich rechtlichen TV endlich auf?
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#3 Gnurfel42Anonym
  • 25.09.2021, 12:43h
  • > Die richtige Antwort wäre "Transsexueller" gewesen, behauptete dann Bommes, obwohl eine trans Frau mit Sicherheit eine "Transsexuelle" ist.

    Ich spiele mal Teufelsadvokat: Das Wort »Transsexueller« kann man auch als im generischen Maskulinum stehend sehen, d.h. mit dieser Sichtweise stünde das Wort »Transsexueller« für eine beliebige transsexuelle Person unabhängig vom Geschlecht oder Gender, also NICHT eine explizit männliche transexuelle Person. Und dann wäre die Antwort wieder richtig. Und ich vermute mal, das war hier das, was gemeint war.
    Was also hier vermutlich passiert ist, ist folgendes: Sie meinten das Wort generisch, gelesen wurde es von den Zuschauern aber spezifisch männlich. Upps! Ja, ist immer noch Scheiße.
    Meinetwegen wäre das dann immer noch unsensibel, aber zumindest nicht faktisch falsch. Zumindest, wenn meine Hypothese stimmt.
    Besser wäre als Antwort wohl einfach die Adjektivform gewesen oder gleich »transgender«, denn »transsexuell« ist als Wort nicht so beliebt.

    Die Frage an sich ist aber in der Tat schlecht gestellt, da kann ich selbst als Teufelsadvokat nichts mehr tun. ;-) »biologisch als Junge geboren« ist keine gute Formulierung. Es hat diesen leichten Hang von Biologismus, als ob trans Menschen ihre Biologie verleugnen würden.
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#4 DominikAnonym
  • 25.09.2021, 12:58h
  • Antwort auf #3 von Gnurfel42
  • So sehe ich das auch, die generische Form war gemeint. Nicht besonders glücklich formuliert, aber letztendlich auch nur halb so wild. Es gibt schlimmere Menschenrechtsverletzungen auf dem Planeten, und man braucht doch echt nicht bei jedem Pups so an die Decke gehen.
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#5 MagsAnonym
  • 25.09.2021, 13:06h
  • Antwort auf #3 von Gnurfel42
  • Ich bin wirklich nicht empfindlich wenn es um das geht was ich bin. Selbst beim deadnaming mach ich kein Fass auf. ABER was ich auf den Tod nicht ausstehen kann ist als transsexuell betitelt zu werden! Ich bin Transgender! Meine Sexualität hat sich nicht geändert, sondern mein nach außen kommuniziertes Geschlecht. Somit ist mir das ehrlich gesagt kackwurscht ob das als generisches Maskulinum gemeint war oder nicht. Der Begriff an sich ist Unfug.

    Und jetzt kommt wieder das Argument das Sex ja im englischen auch das Geschlecht meint. Und wenn es auf chinesisch pippikacka heißen würde wär's dann wohl auch ok. Ist es nicht. In der deutschen Sprache bedeutet Sexualität eben Sexualität und nichts anderes.
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#6 FalschAnonym
#7 MagsAnonym
#8 MagsAnonym
  • 25.09.2021, 13:27h
  • Antwort auf #6 von Falsch
  • Ein kurzer Blick in ein paar Studien via Google zeigt dass die Zustimmung zur AfD unter Katholiken bei rund 10% liegt. Konfessionslose bei 12%. Protestanten etwas weniger 8%. Ist wirklich ein riesiger Unterschied. Aber Hauptsache Mal was geschrieben, gell?
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#9 LaetitiaAnonym
  • 25.09.2021, 13:34h
  • Wenn eine Frage auf eine weibliche Person abzielt (bzw. abzielen SOLLTE, bei deren Kauderwelsch will man ja gar nicht genau wissen, was sie sich gedacht haben), dann steht in der Antwort KEIN generisches Maskulinum. Es wurde ja nicht generell nach trans Personen, sondern nach einer trans Frau gefragt (bzw. es wurde vorgegeben, danach zu fragen...ihr versteht...).

    Und diese ganze Aktion ist m.E. kein Versehen. Selbst wenn man eine kackdoofe Gehirnamöbe ist, die ihr bisheriges Leben unter einem Stein im Wald verbracht hat, könnte man ja eine Cissiefrage a la "Wie heißt ein Junge, der sich als Mädchen fühlt" googeln. Habe das mal getestet und der dritte Vorschlag war bei mir ein Kinderlexikon (!), das die Begriffe korrekt erklärt.

    Und was soll diese Bemerkung mit der GA-OP?
    Wegen genau so etwas muss meine Familie sich doch immer noch übergriffige Fragen anhören. Das Erste hat einen Bildungsauftrag und bewirkt das Gegenteil.

    www.programmbeschwerde.de/beschwerde/
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#10 GromitAnonym