Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40091

Homophobe Selbst-Justiz

Düsseldorfer "Macheten-Mann" offenbar wieder aktiv

Trotz einer Verurteilung soll ein Rentner weiter die Büsche im Düsseldorfer Hofgarten stutzen, um Cruising zu verhindern und Obdachlose zu vertreiben.


Der Hofgarten in einem ruhigen Moment (Bild: Andreas Schwarzkopf / wikipedia)

In Düsseldorf sorgt erneut der "Macheten-Mann" für Schlagzeilen: Laut einem Bericht der Lokalausgabe von "Bild" vom Freitag hätten Anwohner des Hofgartens den Rentner in den letzten Monaten immer wieder beobachtet, wie er in dem Park in der Innenstadt mit einer Klappsäge Büsche zurechtstutze.

Der Zeitung lägen dazu entsprechende Fotos und Video-Aufnahmen vor. In einer der Aufnahmen sage er demnach, er handle so, "weil die Schwulen den Hofgarten hier zu einem 'Open-air-Puff' degradieren." Was er entferne, sei zudem "überwiegend Unkraut und Wildwuchs". Die Stadt bestätigte gegenüber "Bild", in den letzten Monaten seien immer wieder verbotene und "unsachgemäße Schnittmaßnahmen durchgeführt" worden, deren Schaden man noch ermittle.

Erst Ende 2019 hatte der "Express" berichtet, der damals 75-Jährige sei trotz einer gerade erst wenige Wochen alten Verurteilung wegen seines Treibens erneut mit einer Machete in dem Park gesichtet worden. Als Zeugen ihn zur Rede stellten, habe er gesagt: "Ich kriege die ganzen Schwulen hier alle raus!" (queer.de berichtete).

Anfang 2019 hatte der "Express" erstmals über den damals noch unbekannten "irren Macheten-Mann" berichtet, der offenbar bereits seit Jahren zur Verhinderung von Cruising das Gebüsch rode und gar Angelschnüre ins Buschwerk knote (queer.de berichtete). Doch sei er nie erwischt worden. Wenige Monate später meldete dann die Stadt, Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten ihn auf frischer Tat ertappt. Auf die Belehrung, dass das Zuschneiden von Bäumen und Pflanzen im öffentlichen Raum verboten sei, habe er uneinsichtig reagiert und seinen Einsatz auch mit der Vertreibung von Obdachlosen begründet. Die Stadt stellte die Machete sicher, erließ einen Platzverweis und stellte Strafanzeige (queer.de berichtete).


Die eingezogene Machete des Mannes. Bild: Landeshauptstadt Düsseldorf, Ordnungsamt

Später verurteilte ihn das Amtsgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 800 Euro, auch weil er das Zelt eines Obachlosen zerschnitten hatte. Es gebe kein Recht auf Selbstjustiz, sagte die Richterin laut Presseberichten (queer.de berichtete).

Der "Express" hatte in jener Zeit auch berichtet, dass der Rentner für die AfD aktiv sei und etwa blaue Blumen an Passanten verteile. Im Sommer 2020 wurde bekannt, dass er für die Rechtsaußen-Partei für den Stadtrat kandidiere. Nach anfänglicher Nicht-Distanzierung zog sie den Kandidaten letztlich zurück (queer.de berichtete). (cw)



#1 AtreusProfil
  • 27.09.2021, 17:32hSÜW
  • Ein weiterer, eindrucksvoller Beweis dafür, dass viele Urteile vollkommen wirkungslos sind und zudem den Hintergrund der Tat nicht in ausreichendem Maße berücksichtigen. Zudem wage ich zu behaupten, dass nur ein in Gänze empathieloser Mensch fähig ist, das wenige Hab und Gut eines Obdachlosen zu zerstören und präventiv einen klinischen Test durchlaufen sollte, um ein Gefährdung für die Allgemeinheit ausschließen zu können.

    Empathielosigkeit, Hass und Machete sind eine ungute Mischung, der ich persönlich lieber aus Weg gehen würde.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LotiAnonym