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Vielfalt auf der Leinwand

Billy Eichner dreht Film mit rein queerer Hauptbesetzung

"Bros" soll die erste schwule Romcom eines großen Hollywood-Studios werden – und auch beim Casting Maßstäbe setzen.


Eichner im Jahr 2017 (Bild: Walt Disney Television / flickr)

Der schwule Produzent, Komiker und Schauspieler Billy Eichner hat in der letzten Woche angekündigt, dass alle großen Rollen im von ihm verantwortenen Film "Bros" von queeren Schauspieler*innen dargestellt werden – auch die heterosexuellen Rollen. Das sei ein weiteres erstes Mal für einen Hollywood-Film, nachdem "Bros" die erste Romcom eines großen Studios mit einem Männerpaar im Mittelpunkt werden soll.

"Ich könnte nicht aufgeregter sein, euch zu erzählen, dass die GESAMTE Hauptbesetzung für meine Romcom 'Bros' aus offen LGBTQ+-Schauspieler*innen bestehen wird", schrieb der 43-Jährige bei Twitter zu einer entsprechenden Meldung des "Hollywood Reporter". "Ja, sogar in allen Hetero-Rollen! Das ist eine Premiere für Film eines großen Studios. Lasst uns Geschichte machen!!!"

Twitter / billyeichner
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Der Film von Universal Pictures soll im August 2022 erscheinen und wird beschrieben als "kluge, verzückende und vom Herzen kommende Komödie" über zwei schwule Männer, "die vielleicht, möglicherweise, wahrscheinlich in Richtung Liebe stolpern". In den Hauptrollen sind Eichner, unter anderem bekannt aus "Parks and Recreation", und Luke McFarlane ("Brothers & Sisters") zu sehen.

Wie nun bekannt wurde, übernehmen die weiteren Hauptrollen Ts Madison, eine trans Entertainerin und LGBT-Aktivistin, die Drag-Queen Symone, die die 13. Staffel von "RuPaul's Drag Race" gewann, der gender-fluide Schauspiel-Star Miss Lawrence ("The United States vs. Billie Holiday"), Schauspieler Guillermo Díaz (u.a. "Weeds") und der Autor und Moderator Guy Branum.

"Nachdem queere Schauspieler*innen Jahrzehnte damit verbracht haben, heterosexuelle Schauspieler*innen zu beobachten, wie sie sowohl künstlerisch als auch professionell Kapital schlagen, indem sie LGBTQ+-Charaktere spielen, ist es die längst überfällige Erfüllung eines Traums, diese bemerkenswerte, urkomische Besetzung zusammenzustellen", so Eichner gegenüber dem "Reporter". Er hoffe, dies sei nur die erste "von vielen Gelegenheiten für offen LGBTQ+-Ensembles, zu glänzen und der Welt zu zeigen, wozu wir als Schauspieler*innen fähig sind, zu weit mehr als dem verrückten Kumpel, dem Vorzeige-Queeren oder dem 'schwulen besten Freund' der heterosexuellen Hauptrolle".

Zuvor hatte bereits die preisgekrönte TV-Serie "Pose" mit einem diversen queeren Cast vor und hinter der Kamera für Schlagzeilen gesorgt und Maßstäbe gesetzt. "Bros" wurde von Eichner zusammen mit Nicholas Stoller geschrieben, beide sind zusammen mit Judd Apatow und Josh Church für die Produktion verantwortlich. Stoller übernimmt auch die Regie. (cw)



#1 AtreusProfil
  • 27.09.2021, 20:09hSÜW
  • Hollywood besetzt schwule Rollen mit heterosexuellen Schauspielern: Wie könnt ihr nur? Wie homophob! Wie rückständig und ewiggestrig!

    Hollywood besetzt heterosexuelle Rollen mit schwulen Schauspielern: Ich möchte euch voller Freude mitteilen, dass... ... ...

    Wie man mit stolzgeschwellter Brust seine himmelschreiende Doppelmoral auch noch dergestalt in die Öffentlichkeit tragen kann, erschließt sich mir nicht. Da scheint der Kompass doch schwer gestört zu sein.
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#2 PrioritätenAnonym
  • 27.09.2021, 21:14h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Ausnahmsweise wurden bei einem einzigen Casting queere Schauspielende nicht diskriminiert, sondern bevorzugt. Über diesen unerhörten Skandal, diese menschenverachtende Diskriminierung cis-heterosexueller Schauspieler*innen, die nie wieder eine andere Rolle bekommen werden, müssen wir natürlich sofort sprechen!

    Nicht, dass es am Ende noch um die ÜBERALL SONST übliche Diskriminierung der queeren Schauspielenden geht. Bewahre!
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#3 PiakAnonym
#4 BillyTooAnonym
  • 28.09.2021, 12:37h
  • "Nachdem queere Schauspieler*innen Jahrzehnte damit verbracht haben, heterosexuelle Schauspieler*innen zu beobachten, wie sie sowohl künstlerisch als auch professionell Kapital schlagen, indem sie LGBTQ+-Charaktere spielen, ist es die längst überfällige Erfüllung eines Traums, diese bemerkenswerte, urkomische Besetzung zusammenzustellen"

    Mich stört vor allem dieses Zitat. Mir fiele kein nennenswertes Beispiel ein, bei dem (angeblich) heterosexuelle Schauspieler durch die Darstellung queerer Figuren Kapital geschlagen hätten.
    Speziell in den älteren Filmen und Serien hat es der Karriere dieser Darsteller oft eher geschadet als genützt.
    Dass sie statt queerer Darsteller besetzt wurden - egal für welche Rolle -, ist ein anderes Thema.
    Ich finde nur den Gedanken fragwürdig, dass irgendwer dafür belohnt worden wäre, eine queere Rolle zu spielen. Dafür ist die Filmindustrie und auch das Mainstreampublikum viel zu queerfeindlich.
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#5 antosProfil
#6 FaktenAnonym
#7 mind_the_gap
  • 28.09.2021, 13:51h
  • Antwort auf #4 von BillyToo
  • "Mir fiele kein nennenswertes Beispiel ein" ist immer ein netter Versuch, Fakten oder das Fehlen derselben vorzutäuschen.

    Realität ist dann doch eher, dass einem eben kein Beispiel einfällt, was dann oftmals aus eigener Unkenntnis oder aus eigenem Desinteresse resultiert.
    Nun wurden in #5 und #6 schon mal eine ganze Menge Beispiele zitiert... hätte man auch selbst herausfinden können, wenn man sich die Mühe gemacht hätte, ein standfestes Argument zu konstruieren (das somit in diesem Fall nun ganz schnell zerbröselt ist).

    Dem von Dir zitierten Abschnitt (Aussage von Billy Eichner) stimme ich aus ganzem Herzen zu. Ebenso dem Kommentar #2 von @Prioritäten, der es, wie ich finde, genau auf den Punkt trifft.

    Noch zum "Kapital schlagen": wenn Cis-Hetero-Schauspieler_innen bevorzugt engagiert werden (wie bisher generell und absolut üblich), schlagen sie selbstverständlich mehr Kapital daraus (allein schon durch die Gage) als diejenigen, die wieder mal nicht berücksichtigt wurden, weil sie "zu queer" waren/sind. Diese Benachteiligung queerer Schauspieler_innen war übrigens u.a. auch Bestandteil der Aktion #ActOut, die ja nun gerade mal ein paar Monate her ist.

    Also: wissen können hätte man schon, was da abläuft. Aber da heutzutage Meinungen mehr zählen als Fakten, konnte man ja wenigstens mal versuchen, die eigene Kenntnislosigkeit in ein Pseudo-Argument umzumünzen.

    Hat halt nur nicht geklappt.
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#8 AtreusProfil
  • 28.09.2021, 14:55hSÜW
  • Bemerkenswert, wie verkrampft man hier das Gegenstück versucht auszublenden. Als ob es keine schwulen Schauspieler gäbe, die auf Heterorollen Ihren Ruhm und Reichtum begründeten.

    Ich erinnere nur mal beispielhaft an Neil Patrick Harris und How I met your mother.
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#9 FaktenAnonym
  • 28.09.2021, 16:36h
  • Antwort auf #8 von Atreus
  • Kannst du dafür auch 61 Beispiele von Oscar-Nominierungen nennen?

    Sorry, so lange man einfach ignoriert, wie die realen Diskriminierungsverhältnisse aussehen, ist eine sinnvolle Diskussion nicht möglich.
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