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Studie

Detransitionen oft von sozialem Druck ausgelöst

In einer Studie gaben 82,5 Prozent derer, die ihre Transition zurücknahmen, dafür äußere Gründe wie sozialen Druck oder Gewalt an. Mit ihrer Geschlechtsidentität hatte das aber gar nichts zu tun.


Wenn das Arbeitsumfeld zurückweisend reagiert, sind Detransitionen wahrscheinlicher (Bild: Zackary Drucker / The Gender Spectrum Collection)

In kaum einer Debatte über die Rechte von trans Personen dürfen diejenigen fehlen, die eine Transition hinterher angeblich "bereuen" würden. In jüngster Zeit haben transfeindliche Gruppen daraus sogar eine eigene Identitätskategorie namens "detrans" geformt. Dabei gilt: Umso weniger über diese gern beschworene Gruppe von Opfern allzu großer Freiheiten oder einer "Transgender-Ideologie" bekannt ist, desto leichter fällt es den Warner*innen, Gehör zu finden.

Eine Studie im Journal "LGBT Health" hat sich nun der Frage gewidmet, warum Menschen eine begonnene Transition wieder abbrechen und in ihre alte Rolle zurückkehren. Sie zeigt: In den meisten Fällen scheint äußerer Druck der Grund zu sein und nicht das Nachlassen transgeschlechtlicher Identifikation.

Auf Grundlage des United States Transgender Survey von 2015, bei dem Daten von beinahe 28.000 Menschen in den USA eingegangen sind, haben die Forschenden Erfahrungen mit sogenannten Detransitionen gezählt und ins Verhältnis gesetzt. Die Autor*innen beklagten, dass es bislang keine einzige grundlegende Arbeit über das Phänomen abseits einzelner Fallstudien gegeben habe.

Detransition zu 82,5 Prozent aufgrund äußerem Druck

Von den 27.715 Personen, die die Fragebögen ausgefüllt hatten, hatten 61,9 Prozent oder 17.151 Personen jemals in ihrem Leben eine Transition verfolgt. Von diesen hatten wiederum 2.242 Menschen Erfahrungen mit Detransition oder Phasen der Detransition. Das sind, bezogen auf die Zahl der Studienteilnehmer*innen mit Transitionserfahrung, 13,1 Prozent, die einer weit verbreiteten Redewendung zufolge diese Transition zu mindestens einem Zeitpunkt in ihrem Leben "bereut" hatten. Von dieser Gruppe haben wiederum 82,5 Prozent mindestens einen externen Grund angegeben, während nur 15,9 Prozent der Befragten mindestens einen internen Grund für die Detransition nannten.

Mit externen Gründen ist gemeint, wenn eher von außen gestellte Erwartungen, Druck sowie eingetretene oder drohende Konsequenzen der ausschlaggebende Grund für eine Detransition gewesen waren. Als interne Gründe werteten die Forschenden, wenn Zweifel, eine Veränderung in der eigenen Geschlechtsidentität oder andere psychische Gründe zugrunde lagen.

Äußere Gründe konnten Druck von der Familie oder Arbeitgeber*innen, das soziale Stigma oder auch der Verlust der Krankenversicherung sein, durch den die Einnahme von Hormonen gestoppt war. Die Forschenden betonten jedoch, dass interne Gründe ihrerseits Resultate von externen sein könnten. Als Beispiel nannten sie Zweifel an der eigenen Geschlechtsidentität als Resultat dessen, dass jemand konstant misgendert wird oder von Zurückweisung. Solche Konstellationen lassen sich nicht durch Fragebögen aufdecken.


Die Schule gehört zu den kritischen Umfeldern, an denen sich entscheidet, ob Transitionen weiter verfolgt oder abgebrochen werden (Bild: Zackary Drucker / The Gender Spectrum Collection)

Die Teilnehmer*innen der Befragung konnten vorgefertigte Gründe für ihre Detransitionen ankreuzen oder sie in einem eigenen Textfeld beschreiben. Externe Beispiele aus diesem Textfeld waren etwa "Ich musste für meine über-80-jährige Mutter sorgen, die an schwerer Demenz litt. Es war einfach zu verwirrend für sie", "Ich bekam große Angst vor der Polizei, nachdem ich von einem Beamten sexuell missbraucht worden war" oder "Ich war damit konfrontiert, dass meine Familie drohte, mich von der Schule zu nehmen". Genannt wurden außerdem weitere Varianten von Stigmatisierung, Gewalt und Angst vor Gewalt, Mangel an Passing etwa selbst nach gesichtsfeminisierenden Operationen oder medizinische Gründe wie Störungen der Blutgerinnung bei Hormongabe. Zwei Beispiele für einen internen Grund waren "Ich dachte, ich könnte falsch liegen oder verwirrt sein" und "Mein Geschlecht fühlt sich kompliziert an und wechselt die ganze Zeit".

Risikofaktoren: Männliches Zuweisungsgeschlecht, Nichtbinarität, Bisexualität

Die Studienautor*innen errechneten auch die Risikofaktoren, die es wahrscheinlicher machten, dass eine Person Erfahrungen mit Detransition gemacht hatte. Dazu gehörte, statistisch betrachtet, ein bei Geburt zugewiesenes männliches Geschlecht. Das deckt sich mit Studienergebnissen, die zeigen, dass diese Personen insgesamt weniger soziale Akzeptanz erleben als solche mit weiblichem Zuweisungsgeschlecht.

Außerdem waren eine nichtbinäre Geschlechtsidentität sowie eine bisexuelle Orientierung große Risikofaktoren. Die Autor*innen der Studie führten das unter anderem auf Erkenntnisse dazu zurück, dass diese Gruppen seltener auf ein ihre geschlechtliche Identität und ihre sexuelle Orientierung akzeptierendes Umfeld und medizinische Dienstleistungen träfen, die eher auf binäre transgeschlechtliche Menschen mit heterosexueller Orientierung ausgerichtet sind.

Waren Menschen beim Versuch, "full time" zu leben, also in allen Lebensbelangen in der neuen Geschlechtsrolle aufzutreten, bereits 18 Jahre alt, stieg die Chance auf Detransitionserfahrungen gegenüber Jüngeren stark an. Bei denen, die sich oberhalb der Marke von 34 Jahren für "full time" entschieden hatten, sank er wieder. Die vulnerablen Jahre scheinen also zwischen diesen beiden Polen zu liegen. Schutzfaktoren waren akademische Bildung ab der Stufe des Bachelorabschlusses sowie ein höheres Haushaltseinkommen. Der größte Schutzfaktor noch oberhalb einer unterstützenden Familie war der Beginn einer Hormontherapie.

Studienergebnisse müssen gedeutet werden

Die Ergebnisse sind allerdings nicht damit gleichzusetzen, dass insgesamt 82,5 Prozent der detransitionierten Menschen in der Bevölkerung dies aufgrund äußeren Drucks getan hätten. Um Studienteilnehmer*innen über Multiplikator*innen der Community rekrutieren zu können, mussten sich alle Befragten nach wie vor beziehungsweise wieder als trans oder mit der Community identifizieren. Wie groß die Gruppe derer ist, die nach einer Detransitionsentscheidung keinerlei transgeschlechtliche Gefühle mehr aufweist, ist mit der Studie also nicht erhoben worden. Vielmehr legt die Arbeit nahe, dass Detransitionen häufig auch unter denjenigen Personen vorkommen, die sich danach wieder als trans identifizieren und dass es generell ein hohes Maß an äußerem Druck, Mangel an medizinischer Versorgung und Gewalt gibt, durch das viele Detransitionsschritte begründet sind.

Anders herum verweisen auch die 15,9 Prozent der Befragten mit Detransitionserfahrungen und angegebenen internen Gründen nicht auf die Gruppe derer, die letztlich aufgehört hätten, trans zu sein. Vielmehr zeigt sich aufgrund des eingeschränkten Studiendesigns, dass Zweifel an der Richtigkeit der eigenen transgeschlechtlichen Gefühle und Phasen von Detransition eben nicht bedeuten, dass Personen am Ende schlicht "detrans" sind. Es gibt, anders ausgedrückt, nicht nur die, die ihre Transition bereuen, sondern auch die, die ihr Bereuen bereuen.

Frühere Studien haben versucht, das Ausmaß von Detransitionen unter der transgeschlechtlichen Bevölkerung anhand von Patient*innen medizinischer Eingriffe zu bestimmen. In der Amsterdam Cohort of Gender Dysphoria Study mit Daten seit 1972 fand man etwa heraus, dass 0,6 Prozent der transgeschlechtlichen Frauen und 0,3 Prozent der Männer ihre operativen Eingriffe bereuten. Aber auch dieses Bereuen war großteils nicht auf ein inneres Bereuen bezüglich der Transgeschlechtlichkeit zurückzuführen, sondern auf die Zurückweisung, die diese Menschen aus ihrem Umfeld aufgrund der Operationen erlebten. Insgesamt besteht unter Praktiker*innen ein breiter Konsens, wonach tatsächlich und nachhaltig bereute Transitionen extrem selten sind.

Die Studie im "LGBT Health"-Journal enthält auch einen wichtigen Behandlungshinweis an Kliniker*innen. Die sollten sich bewusst sein, dass Detransitionen, die sie bei ihren Patient*innen beobachten, statistisch mit starkem äußeren Druck assoziiert sind. Manchmal sei dieser Druck so heftig, dass eine äußere Intervention durch die Behandelnden, wie zum Beispiel die Herbeiführung einer systemischen Familientherapie, angebracht wäre. Der Faktor mangelnder Akzeptanz in der Familie, der Erfahrungen mit Detransitionierungen laut der neuen Studie wahrscheinlicher macht, war bereits in früheren Studien auch als großes Risiko für Suizidalität identifiziert worden.



#1 Alexander_FAnonym
  • 28.09.2021, 12:11h
  • Quod erat demonstrandum. Jetzt wird auch klar, weshalb die Rechten immer so derartig aus dem Häuschen sind, wenn sie von Detransitionen erfahren: weil sie entweder stolz auf die gelungenen Gehirnwäschen an ihren Opfern sind oder darauf, ein Rinnsal zu einem Fluss hochgepuscht zu haben.
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#2 canadianSarahAnonym
  • 28.09.2021, 12:28h
  • Detransitionen lassen sich nicht durch Alltagstests (die oft Betroffene in die Situation der Nichtakzeptanz bringen), noch mehr herabwürdigenden Begutachten (um den*die echte*n Transsexuelle*n zu finden) und weitere Zwänge verhindern. Damit verhindert man transitionen. Lasst uns endlich atmen und leben!
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#3 HexeAnonym
  • 28.09.2021, 13:10h
  • Eine unglaublich wichtige Studie!

    Endlich was wissenschaftliches zur Hand um Transhasser zu demontieren!

    Ich persönlich finde das perfide an der Detransgeschichte ist ja:
    Man hadert sowieso permanent mit sich.
    Dazu der Druck von aussen.
    Zusammen gibt das alles in Kombination mit mangelndem Selbstvertrauen die nagende Frage, ob man was falsch gemacht hat?

    Und wer kennt das nicht?

    Selbstzweifel haben alle die nicht an Dunning- Kruger leiden.

    Dass Transhasser dies nutzen und irgendwo mal jemanden finden der retransistioniert, deuten sie dann als Selbsterfüllende Prophezeiung, als "Beweis".

    Es ist Aber so wie Kommentar #1: schon geschrieben hat: Diese Leute waren es selbst die diese Leute nicht unterstützt, sondern bekämpft haben.

    Dabei bräuchten Menschen die mit sich selbst kämpfen erst recht viel Support und Liebe.

    Ich bemerke bei mir selber immer wieder wie wichtig das eigene Umfeld ist.

    Bin ich umgeben von Menschen die mir freundlich gesinnt sind, dann hege ich gar keine Zweifel daran das meine Entscheidungen richtig waren.

    Schon ein Kompliment wie "Hübsches Kleid/Heute siehst du echt hübsch aus" macht mir Tage lang gute Laune. Danke dafür an meine schwulen Buddies!

    Auf der anderen Seite gibt es leider auch die, die versuchen einen runter zu machen. Sehe ich am meisten bei den "Alt-Homos":

    "Was bist du denn jetzt eigentlich?"
    "Hast du dich schon Umgebaut?"
    "Sowas wie dich würde ich niemals..."

    Da hilft nur Abgrenzen. Zum Glück lernt man diese Stärke irgendwann.
    Mit den Jahren wird nämlich klar:

    Transhasser hassen sich bloß selbst und projizieren ihren Selbsthass, ihre eigene Unzufriedenheit mit sich selbst auf andere.

    Und das sind eigentlich die echten Opfas.

    Und die selben sind oft auch rassistisch veranlagt oder haben andere "Phobien".

    Am Ende sind wir aber verdammt cool, schwimmen gegen den Strom und machen unser Ding.

    Jeden. Verdammten. Tag.

    Diese Kraft muss Mensch erstmal aufbringen!

    Und die Leute die es nicht geschafft haben, detransistionieren, haben Mitgefühl, Support und Liebe verdient.
    Wer sie instrumentalisiert, um seine menschenfeindliche Ideologie anzupreisen, ist
    schlicht ein rückgratloses A..... und gehört mit allen Mitteln bekämpft.
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#4 EnayaAnonym
  • 28.09.2021, 14:10h
  • Das Ergebnis dieser studiert überrascht mich kein bisschen. Das der Druck, der auf Transpersonen ausgeübt wird, zu der Entscheidung führen kann, zu "detransitonieren" oder die Transition erst gar nicht anzufangen, habe ich bei mir selbst erlebt.

    Leider kam in meinem Fall dieser Druck auch von anderen Transpersonen so das ich am Anfang daran gedacht hatte aufzugeben.
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#5 canadianSarahAnonym
  • 29.09.2021, 12:39h
  • Antwort auf #4 von Enaya
  • Richtig « transitieren » konnte ich selbst nur in Kanada. Hab ne Auszeit von umfeld nehmen können, Hormone im nu, Community war affirmierend. In Deutschland hingegen: Mitglieder der Community sticheln herum, « es ist doch was anderes, gehe doch mal zu einem Therapeuten » (Therapeuten sind immer überrannt, versuchte es zweimal mit Transexperten (DGfS-Mitglieder btw), bekam ne Horrorstory von Detrans zu hören und « Ihnen HELFE ich NICHT »). Dann stichelte die Community herum, was ich denn erzählt hätte, der Therapeut sei doch « gut. Hier nur alles mit Zwang, wie mit einem Alltagstest. Man müsse Bedingungen erfüllen.
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#6 mind_the_gap
  • 29.09.2021, 14:05h
  • Antwort auf #5 von canadianSarah
  • "Man müsse Bedingungen erfüllen."

    Mir wurden hier auch schon Vorschriften gemacht, wie ich auszusehen hätte, um als NonBinary anerkannt zu werden.

    Typisch deutscher Regulierungswahn. Deutsche können es nach wie vor nicht ertragen, wenn Menschen wirklich anders sind oder anders aussehen als erwartet oder "vorgesehen". Menschen müssen Bedingungen erfüllen, die Andere für sie festlegen. Das hat mit persönlicher Freiheit nullkommanix zu tun.

    Das deutsche TSG folgt also genau dieser Logik. Menschen sollen nicht selbstbestimmt leben dürfen, sondern ganz dezidiert fremdbestimmt. Deutschen ist offenbar sehr wichtig, die Definitionsmacht über Andere zu haben und diese entsprechend über massiven sozialen Druck ausüben zu können.

    Gleichzeitig sei dies hier angeblich ein "freies Land". Stimmt halt nur einfach nicht. Dem entsprechend wäre die Ersetzung des TSG durch ein echtes Selbstbestimmungsgesetz ein epochaler Paradigmenwechsel. Es wird allerhöchste Zeit dafür. Alles andere ist zutiefst entwürdigend.
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#7 aotearoaAnonym
#8 LunaAnonym
  • 30.09.2021, 12:21h
  • Antwort auf #5 von canadianSarah
  • In Deutschland ist es ein Glücksspiel einen Therapeuten zu finden, welcher keine veralteten Ansichten hat. Und dann gibt es auch noch ewig lange Wartelisten, bei den Paar "guten" Therapeuten. Von den Selbsthilfegruppen habe ich mich bewusst ferngehalten, weil da oft die Generation 50+ unterwegs ist.
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#9 Anonyma
  • 30.09.2021, 13:29h
  • Antwort auf #8 von Luna
  • "In Deutschland ist es ein Glücksspiel einen Therapeuten zu finden, welcher keine veralteten Ansichten hat."

    Das Problem sind gar nicht so sehr die "veralteten Ansichten" der sogenannten "Therapeut:innen", sondern die Tatsache, dass man noch immer dazu GEZWUNGEN wird, sie aufzusuchen, und dass sie dann auch noch bei jedem einzelnen Schritt der "Transition" de facto ein Veto-Recht haben, wodurch sie die MACHT besitzen, ihre "Klient:innen" nach ihren ganz persönlichen "Transsexualismus-Phantasien" zu formen und zu manipulieren und so unentwegt wie am Fließband (beinahe) NORMIERTE "Transidente" zu produzieren. Dadurch KONTROLLIEREN sie, dass am Ende der sogenannten "Transition" auch genau das herauskommt, was sie auf Basis ihrer psychopathologischen Märchenfibeln von "Transidenten" erwarten. Und auf diesem Wege basteln sie nun schon seit Jahrzehnten eifrig an einem künstlichen Krankheitskonstrukt, das mit dem, was es wirklich bedeutet, trans zu sein, rein gar nichts mehr zu tun hat. Und so hat man dann in dem ursprünglich sicherlich gut gemeinten Bestreben, Menschen, die man nicht versteht, irgendwie helfen zu wollen, eine von Mythen, Märchen, Vorurteilen und Missverständnissen geprägte künstliche Realität erschaffen, in der diejenigen, denen man vielleicht tatsächlich irgendwann mal helfen wollte, alberne Rollenspiele inszenieren und internalisieren müssen, um die vermeintlichen Helfer:innen zufrieden zu stellen. Das Problem in Deutschland sind nicht "veraltete Ansichten". Das Problem ist ein System aus ZWANG, MACHT, KONTROLLE und NORMIERUNG, das sich schon lange vollständig und unkontrollierbar auf eine hochgradig pathogene Art verselbstständigt hat.
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#10 mind_the_gap
  • 30.09.2021, 14:17h
  • Antwort auf #9 von Anonyma
  • Ich stimme Dir in allem zu, bis auf diese eine Aussage: "Das Problem in Deutschland sind nicht "veraltete Ansichten".

    Das Problem sind nach meiner Erfahrung AUCH veraltete Ansichten. Das eine schließt das andere nämlich nicht aus.

    Kurzes Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: ich beschreibe gegenüber einem Therapeuten ein für mich hoch traumatisierendes Ereignis, bei dem ich von mehreren Personen queerphob überfallen wurde. Seine Antwort war doch tatsächlich: "Naja, da waren Sie aber schon selbst dafür verantwortlich. Immerhin waren Sie ja ANDERS."

    Alleine ein "Anderssein" rechtfertigt also in den Augen dieses Therapeuten einen gewalttätigen Überfall. An diesem ist man dann eben letztlich auch "selbst schuld".

    Ich halte das nicht gerade für eine moderne Ansicht.
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