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Berlin
Mutmaßlicher Kannibalismus-Fall: Angeklagter bricht sein Schweigen
Vor dem Berliner Landgericht bestritt der angeklagte Lehrer, seinen Sexualpartner getötet zu haben. Nach dessen plötzlichen Tod habe er die Leiche aus Angst vor einem Outing vergraben.
- 28. September 2021, 13:41h 2 Min.
Im Prozess wegen Mordes mit Kannibalismus-Verdacht hat der angeklagte Lehrer überraschend sein Schweigen gebrochen und die Vorwürfe zurückgewiesen. Es treffe nicht zu, dass er einen 43 Jahre alten Sexualpartner getötet habe, erklärte der Angeklagte am Dienstag vor dem Berliner Landgericht. Er habe den Mann, der nach Sex bei ihm übernachtet habe, am Morgen tot auf der Couch gefunden.
In Panik sei er zu dem Schluss gekommen, "dass die Leiche weg muss", hieß es weiter in der von einer Verteidigerin verlesenen Erklärung des 42-Jährigen. Seine sexuellen Chats kannibalistischer Art seien "reine Fantasien" gewesen.
Die Anklage wirft dem Mann vor, am 6. September 2020 den 43-jährigen bisexuellen Monteur, den er kurz zuvor über ein Dating-Portal kennengelernt hatte, zur geschlechtlichen Befriedigung getötet und Teile der Körpers verspeist haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einer "sadistisch-kannibalistisch geprägten sexuellen Tatmotivation" aus (queer.de berichtete). Es hätten sich keine Hinweise dafür ergeben, dass das Opfer in seine Tötung "eingewilligt" habe.
Leiche zerteilt und vergraben
Die Leiche soll der Lehrer anschließend noch in seiner Wohnung zerteilt und dann an verschiedenen Orten der Stadt abgelegt haben. Das Opfer galt wochenlang als vermisst, bis Spaziergänger Leichenteile in einem Park fanden (queer.de berichtete). Inzwischen wurden – mit Ausnahme des Penis – alle Leichenteile sichergestellt. In der Wohnung des Angeklagten wurden zudem eine Knochensäge und ein Schlachtermesser als Beweis gesichert.
Er habe den Tod des Mannes weder gewollt noch in Kauf genommen, so der Lehrer nach fast zweimonatigem Prozess. Der Sex-Partner sei bereits alkoholisiert zu ihm gekommen und habe dann eine Substanz aus einem mitgebrachten Fläschchen konsumiert. Stunden später habe er ihn leblos aufgefunden und versucht zu reanimieren. Krankenwagen und Polizei habe er nicht gerufen, "weil herausgekommen wäre, dass ich homosexuell bin". Er sei bis heute nicht geoutet.
Anfang September hatte ein ein früherer Sex-Partner des Lehrers als Zeuge von dessen Tötungsfantasien berichtet, etwa dass er dem Gegenüber die Kehle durchschneiden, ihn ausbluten lassen und dann Leichenteile vergraben wolle (queer.de berichtete). Eine Gerichtsmedizinerin sagte aus, sie habe an der Leiche weder Spuren von Gewalt vor dem Tod noch von Abwehrverletzungen gefunden. Beine, Kopf und Penis seien nach dem Tod "scharfkantig abgetrennt" worden. (dpa/cw)















Die Restleiche ohne Hinweise auf Gewalteinwirkung. Das Abtrennen eines Penis muß nicht zum Tode führen, wäre eine Parallele zu "Rotenburg". Und wenn es so wäre wie der Angeklagte nun vorträgt ... keine vorsätzliche Tötung und trotzdem den Toten "zu verbuddeln" im Vergleich zum unfreiwilligen schwulen Outing????? Was ist in diesem Mann vorgegangen. Ihm ist hoffentlich inzwischen klar geworden, dass er nunmehr erst recht ein Problem hat.