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"Angriff auf das Grundverständnis unseres Zusammenlebens"

Dresden erinnert an homophobe Terrorattacke vor einem Jahr

Vor einem Jahr tötete ein Islamist auf offener Straße einen Mann aus Hass auf Homosexuelle. Die Landeshauptstadt will daher einen Gedenkort errichten, an dem an die Opfer von LGBTI-feindlicher Gewalt erinnert wird.


Gedenkkranz bei einer Mahnwache für Thomas L. Anfang November 2020 in Dresden (Bild: BMH)

Dresden hat am Montag an das Attentat auf ein homosexuelles Paar aus Nordrhein-Westfalen vor genau einem Jahr erinnert. Am 4. Oktober 2020 war ein 55 Jahre alter Mann aus Krefeld durch Messerstiche ums Leben gekommen, sein Lebenspartner überlebte nur knapp. Im Mai hatte das Oberlandesgericht in Dresden einen damals 21-jährigen Syrer wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht stellte dabei auch die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausschließt (queer.de berichtete). Der Täter hatte aus homophoben Motiven getötet.

"Diese Attacke war ein Angriff auf das Grundverständnis unseres Zusammenlebens. Wir dürfen niemals akzeptieren, dass das Modell einer offenen, freiheitlichen und vielfältigen Gesellschaft angegriffen, beeinträchtigt oder ausgehöhlt wird", erklärte die Dresdner Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke).

Mahnwache am Montagabend

Der Dresdner CSD-Verein rief für Montagabend zu einer Mahnwache am damaligen Tatort auf. Dabei rief der Verein auf, auf die Hassattacke nicht mit Hass zu reagieren: "Am heutigen Tag ist es uns wichtig, dass dieser Terroranschlag nicht von blauen und braunen Rattenfängern instrumentalisiert wird", heißt es in einer auf Facebook veröffentlichten Mitteilung der Aktivist*innen. "Wir dürfen nicht denen auf den Leim gehen, die montäglich in unserer Stadt Taten wie diese nutzen, um ihren eigenen Hass auf Menschen bestimmter Herkunft, Religion oder Hautfarbe zu begründen."

Am heutigen Tag ist es uns wichtig, dass dieser Terroranschlag nicht von blauen und braunen Rattenfängern...

Posted by CSD Dresden e.V. on Sunday, October 3, 2021
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Am Abend soll auch die Regenbogenflagge am Dresdner Kulturpalast gezeigt werden. Kürzlich hatte der Dresdner Stadtrat beschlossen, am Ort des Attentats einen Erinnerungsort an die Opfer von Hass-Gewalt zu errichten. Die FDP-Fraktion hatte diesen Schritt beantragt. "Das war mehr als ein einfacher Mord auf offener Straße, das war ein Angriff auf uns alle", so begründete FDP-Stadtrat Holger Hase den Antrag. "Und Angriffe sind für viele Dresdner leider alltäglich." Ein Gestaltungskonzept soll bis zum 30. März 2022 erarbeitet werden. (dpa/dk)

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