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Berlin

Gero Bauer wird neuer Chef der Hirschfeld-Stiftung

Der Geschäftsführer des Zentrums für Gender- und Diversitätsforschung an der Uni Tübingen ist Nachfolger von Jörg Litwinschuh-Barthel. Er wurde vom Kuratorium mit großer Mehrheit im ersten Wahlgang gewählt.


Dr. Gero Bauer wird Nachfolger von Jörg Litwinschuh-Barthel (Bild: University of Maryland)

Das Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld hat am 30. September Dr. Gero Bauer zum neuen geschäftsführenden Vorstand der Stiftung gewählt und gleichzeitig den bisherigen Vorstand Jörg Litwinschuh-Barthel nach zehnjähriger Amtszeit verabschiedet. Das teilte das Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz am Montag in einer Pressemitteilung mit. Unter mehreren Bewerber*innen, die es in die Endrunde schafften, sei Bauer bereits im ersten Wahlgang mit großer Mehrheit gewählt worden.

Gero Bauer ist seit 2017 Geschäftsführer des Zentrums für Gender- und Diversitätsforschung an der Universität Tübingen. Derzeit hat er einen Lehr- und Forschungsauftrag im Bereich Queer Theory und englische Literaturwissenschaft an der Universität von Maryland in den USA. Er wird das Amt des Vorstands der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld in den ersten Monaten des Jahres 2022 antreten.

Ministerin setzte Neuausschreibung durch

Der Chefposten war im Mai auf Initiative von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) zum ersten Mal öffentlich ausgeschrieben worden. Nach zehn Jahren sei es Zeit für einen "offenen Wettbewerb", begründete das Ministerium die Ausschreibung damals gegenüber queer.de.

Der erfolgreiche Gründungsvorstand Jörg Litwinschuh-Barthel, der in Community, Politik, Wirtschaft und Verwaltung hohes Ansehen genießt, war 2011 nach einem internen Auswahlverfahren von der damaligen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) berufen worden, 2016 wurde er vom Kuratorium einstimmig für eine zweite Amtszeit bestellt. Nach der öffentlichen Ausschreibung, die ihn selbst und viele LGBTI-Initiativen überraschte, entschied er sich gegen eine Bewerbung für seinen bisherigen Job (queer.de berichtete).

Warme Worte vom Ministerium

Litwinschuh-Barthel habe "in den vergangenen zehn Jahren die Stiftung aufgebaut und gemeinsam mit einem wachsenden Team zu einer anerkannten und von der Öffentlichkeit sehr geschätzten Expertin für LSBTTIQ-Themen gemacht", lobte das BMJV in der Pressemitteilung. Als stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende dankte Ministerialdirektorin Ruth Schröder dem bisherigen Vorstand im Rahmen einer kleinen Feierstunde am 30. September für seinen Einsatz: "Lieber Herr Litwinschuh-Barthel, Sie haben sich mit Ihren Fähigkeiten und Erfahrungen als großer Gewinn für die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld erwiesen. Mit großer Leidenschaft und Freude waren Sie als Kommunikator und Repräsentant der Stiftung tätig. Dafür möchte ich Ihnen im Namen des ganzen Kuratoriums sehr herzlich danken."

Die Neuausschreibung des BMH-Vorstandsposten hatte in der Community teils heftige Kritik ausgelöst. "Mit diesem Schritt wurde der Ruf eines langjährigen und verdienten Streiters für die Belange von LSBTIQ* in Deutschland massiv beschädigt und dabei auch ausdrücklich gegen den Rat und die Wünsche aus der LSBTIQ*-Community gehandelt", kritisierte etwa die SPDqueer.

Unterstützung erhielt die Justizministerin dagegen von den Grünen. Nun werde "auch Frauen und diversen Personen die Möglichkeit gegeben, sich für das Amt zu bewerben", meinte der Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann. (mize)



#1 mind_the_gap
  • 04.10.2021, 16:51h
  • Oh, der Mensch ist mir schon mal optisch sympathisch. Wünsche von Herzen einen guten Start und viel Erfolg!
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 04.10.2021, 17:40h
  • Gratulation!

    "Unterstützung erhielt die Justizministerin dagegen von den Grünen. Nun werde "auch Frauen und diversen Personen die Möglichkeit gegeben, sich für das Amt zu bewerben", meinte der Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann. "

    Das hat dann aber wohl leider nicht zum Erfolg geführt.

    Eine Person mit einer kulturmuslimischen und/oder osteuropäischen Perspektivierung wäre z. B. sehr interessant gewesen.
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#3 mind_the_gap
  • 04.10.2021, 17:47h
  • Antwort auf #2 von goddamn liberal
  • "Das hat dann aber wohl leider nicht zum Erfolg geführt."

    Woher bist Du Dir so sicher? Der Mensch könnte z.B. auch nichtbinär sein.

    Ich will hier keinen Streit anfangen, aber den Horizont erweitern. Nicht jede Person, die männlich gelesen wird, definiert sich selbst so. Auch definiert sich nicht jede Person, die weiblich gelesen wird, als weiblich.

    Es wäre schön, wenn wir uns mal davon verabschieden könnten, Menschen so zu definieren, wie wir sie sehen - und statt dessen stets in Betracht ziehen, dass sie selbst sich auch anders definieren könnten.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 04.10.2021, 18:11h
  • Antwort auf #3 von mind_the_gap
  • "Es wäre schön, wenn wir uns mal davon verabschieden könnten, Menschen so zu definieren, wie wir sie sehen - und statt dessen stets in Betracht ziehen, dass sie selbst sich auch anders definieren könnten."

    Ja, was ist CIS und was ist weiß?

    Weiß keiner so genau.

    Aber darauf kam es mir hier auch nicht an.

    Weil ich die spezifischen Erfahrungen von Frauen und/oder Menschen mit diversen Migrationshintergründen in seinem solchen Amt eben auch wichtig fände.
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#5 MichaKHProfil
  • 04.10.2021, 20:59hBad Kreuznach
  • Antwort auf #2 von goddamn liberal
  • Das hat dann aber wohl leider nicht zum Erfolg geführt.

    Ich gehe davon aus, dass die Auswahl tatsächlich nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung getroffen wurde, und nicht nach Geschlecht, sexueller Identität etc. Und das wollen wir doch, dass das bei Entscheidungen keine Rolle spielt - weder bei negativen noch bei positiven.
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#6 SpiegeleulereiAnonym
  • 04.10.2021, 21:03h
  • Antwort auf #4 von goddamn liberal
  • "Ja, was ist CIS und was ist weiß? Weiß keiner so genau."

    Eine sehr unangenehme Angewohnheit privilegierter Menschen, Diskriminierungskategorien, die für andere tödlich real sind, immer dann plötzlich als Ganzes in Frage zu stellen, sobald sie einmal selbst mitkategorisiert werden.
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#7 Eule im SpiegelAnonym
#8 goddamn liberalAnonym
#9 SpiegeleulereiAnonym
#10 MaikeProfil
  • 06.10.2021, 07:06hStuttgart
  • Die öffentliche Ausschreibung sollte die Chance auf ein diverses Bewerbendenfeld eröffnen, in der Endrunde waren zwei Männer und zwei Frauen, es wurde überraschender Weise ein Mann.

    Es gehört zu den Geheimnissen warum das bisherige Kuratorium noch abstimmen durfte, das auch nicht mehr die Verhältnisse des Deutschen Bundestages wiedergibt. Dr. Kaufmann von der CDU z.B. verlor sein Mandat und gehört dem Gremium in Zukunft nicht mehr an.

    Es bleibt ein "Gschmäckle
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