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UN-Menschenrechtsrat

52 Staaten setzen sich für inter Menschen ein

Dutzende meist europäische Staaten unter Führung von Österreich fordern beim UN-Menschenrechtsrat, die Grundrechte von intergeschlechtlichen Menschen besser zu schützen.


Der Menschenrechtsrat, ein Nebenorgan der UN-Generalversammlung, setzt sich seit 2006 für die Wahrung von Grundrechten in aller Welt ein (Bild: UNHRC)

52 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben am Montag den UN-Menschenrechtsrat in Genf aufgefordert, den Schutz von inter Menschen zu verbessern. Es sei "notwendig, konkrete Maßnahmen einzuleiten, um schädliche Praktiken, Gewalt und Diskriminierung aufgrund von Geschlechtsmerkmalen zu bekämpfen", heißt es in einem von Österreich eingebrachten Papier, das unter anderem auch von Deutschland unterzeichnet wurde. Bei 33 der 52 Unterzeichnerstaaten handelt es sich um europäische Länder (siehe Liste unten). Die diktatorisch regierten Großmächte China und Russland unterzeichneten die gemeinsame Erklärung nicht.

"Intersex Personen erfahren noch immer Diskriminierungen in vielen Bereichen des Lebens", heißt es in dem Papier. Insbesondere gehe es um die Bereiche Bildung, Gesundheitsversorgung, Beschäftigung, Sozialversicherung, Sport, Behandlung in Haftanstalten und Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen.

"Ein Meilenstein für inter Menschen"

"Diese Worte sind ein weiterer Meilenstein für die Menschenrechtsbewegung von inter Personen", erklärte die queere Menschenrechtsorganisation ILGA gemeinsam mit acht weiteren LGBTI-Organisationen. "Jahrelang hat die Zivilgesellschaft daran gearbeitet, dass Staaten endlich den Stimmen von Menschen mit diversen Geschlechts-Charakteristika zuhören und die historischen Ungerechtigkeiten anerkennen, der diese Menschen bis heute tagtäglich ausgesetzt sind."

Als intergeschlechtliche beziehungsweise intersexuelle Menschen werden Personen bezeichnet, deren körperliche Geschlechtsmerkmale sich nicht als nur männlich oder nur weiblich einordnen lassen. Ihre Rechte wurden von der Politik weltweit lange ignoriert.

Teilweise mussten Gerichte die Politik zum Schutz zwingen: In Deutschland ordnete etwa 2017 das Bundesverfassungsgericht an, dass intergeschlechtlichen Menschen laut dem Grundgesetz eine dritte Geschlechtsoption im Personenstandswesen zusteht (queer.de berichtete). Seit Anfang 2019 gibt es daher den Geschlechtseintrag "divers" und die Möglichkeit einer Freilassung des Eintrags (queer.de berichtete). Im Frühjahr diesen Jahres beschloss der Bundestag außerdem ein Verbot von Geschlechts-OPs bei Kindern (queer.de berichtete). (dk)

Diese Länder unterstützten die Erklärung vor dem UN-Menschenrechtsrat

Albanien
Argentinien
Australien
Belgien
Bosnien-Herzegowina
Brasilien
Chile
Costa Rica
Dänemark
Deutschland
Ecuador
Estland
Fidschi-Inseln
Finnland
Frankreich
Griechenland
Großbritannien und Nordirland
Indien
Irland
Island
Israel
Italien
Kolumbien
Kroatien
Lettland
Litauen
Luxemburg
Malta
Marshall-Inseln
Mexiko
Montenegro
Namibia
Niederlande
Neuseeland
Nordmazedonien
Norwegen
Österreich
Pakistan
Panama
Portugal
Rumänien
San Marino
Schweden
Slowakei
Slowenien
Spanien
Südafrika
Tschechien
Ukraine
Uruguay
USA
Zypern


#1 Gnurfel42Anonym
  • 05.10.2021, 19:40h
  • 52 Staaten ... das ist ja nicht gerade viel. Und dann ist es prakisch auch nur ein Papier mit hauptsächlich nur Symbolwirkung, wenn ich das richtig verstehe.

    Es gibt noch so viel zu tun Ohje.
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#2 Aus dem NordwestenAnonym
  • 05.10.2021, 22:11h
  • Antwort auf #1 von Gnurfel42
  • Wieso wird überhaupt irgendwas gemacht? Es ist doch eh zu wenig, zu halbherzig, zu spät, zu irgendwas.
    Man muss ja nicht gleich in Jubelstürme verfallen, aber einfach mal anzuerkennen, dass sich etwas bewegt und das auch noch in die richtige Richtung. Ist das negativ hier - zum Davonrennen!
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#3 antosProfil
  • 05.10.2021, 22:51hBonn
  • >>Die diktatorisch regierten Großmächte China und Russland unterzeichneten die gemeinsame Erklärung nicht.<<

    Btw.: Auch die kleine kommunistische Diktatur Kuba fehlt auf der Liste; und das, obwohl sie - wie China und Russland - seit letztem Jahr groteskerweise im UN-Menschenrechtsrat vertreten ist.
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#4 SchwabenstreichAnonym
  • 06.10.2021, 10:48h
  • Gemäß Liste haben die EU-Staaten Bulgarien, Polen und Ungarn die Erklärung des UN-Menschenrechtsrats zum Schutze der Grundrechte intergeschlechtlicher Menschen ebensowenig unterzeichnet wie die Schweiz. Wieso sitzt diese Organisation ausgerechnet in Genf?
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