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"Es gibt nichts zu heilen"

Frankreich: Nationalversammlung stimmt für Verbot von "Konversionstherapien"

"Homo-Heilung" soll in Frankreich künftig verboten sein. Ein entsprechendes Gesetz fand im Unterhaus eine Mehrheit.


Die Nationalversammlung in Paris besteht aus 577 Abgeordneten (Bild: Tyler Merbler / flickr)

In Frankreich könnten künftig Behandlungen verboten sein, die einen Menschen von seiner Homosexualität oder Geschlechtsidentität abbringen sollen. Die Nationalversammlung stimmte am Dienstagabend kurz vor Mitternacht in erster Lesung für ein Verbot sogenannter "Konversionsbehandlungen", wie das Unterhaus des französischen Parlaments mitteilte. Es gab keine einzige Gegenstimme. Nun muss noch der Senat als zweite parlamentarische Kammer über den Gesetzesvorschlag beraten.

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Die beigeordnete Ministerin für Geschlechtergleichstellung und Diversität, Élisabeth Moreno, nannte "Konversionstherapien" im Parlament unerträgliche Verletzungen der Würde und der menschlichen Integrität. "Sie erniedrigen, sie verletzen und sie töten", so die Ministerin. "Es gibt nichts zu heilen. Sich selbst zu sein, ist kein Verbrechen." Das Gesetz könne "Leben retten".

Bis zu zwei Jahre Haft

Dem Vorschlag zufolge soll das Durchführen solcher Praktiken künftig mit zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 30.000 Euro belegt werden. Voraussetzung ist laut dem Gesetzestext allerdings, dass die körperliche oder mentale Gesundheit eines Menschen durch die Handlungen verschlechtert wurde. Wenn das Opfer minderjährig ist oder die Tat von einer Autoritätsperson begangen wird, soll die Strafe sogar bei 45.000 Euro liegen. Der Gesetzesentwurf sieht zudem ein mögliches mehrjähriges Berufsverbot für Mediziner*innen vor, wenn sie derartige "Behandlungen" durchführen.

In der Europäischen Union haben bislang nur Malta und Deutschland Gesetze gegen die "Heilung" von Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit beschlossen. Laut dem deutschen Gesetz sind allerdings nur "Heilungen" von Jugendlichen ausdrücklich verboten, bei Erwachsenen muss hingegen ein "Willensmangel" vorliegen. Wer gegen das Gesetz verstößt, muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe von bis zu 30.000 Euro rechnen (queer.de berichtete). (dpa/dk)



#1 AtreusEhemaliges Profil
  • 06.10.2021, 14:31h
  • "...Konversionstherapien ... unerträgliche Verletzungen der Würde und der menschlichen Integrität. Sie erniedrigen, sie verletzen und sie töten, so die Ministerin. Es gibt nichts zu heilen. Sich selbst zu sein, ist kein Verbrechen."

    Da will ich ganz ehrlich sein: mir stand etwas Salzwasser im Gesicht. Bravo Frankreich! Ich wünschte mir nur, dass dieser Erkenntnis auch in Deutschland ein generelles Verbot gefolgt wäre, statt einer gesetzlichen Erlaubnis zu Menschenversuchen an Erwachsenen.

    Bei der Gelegenheit möchte ich auch auf einen bedeutenden Unterschied hinweisen: In Frankreich wurde der Täter nicht zu Beratungen ins Ministerium geladen!
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#2 Merci bienAnonym
  • 06.10.2021, 15:07h
  • Danke, Frankreich. Leider noch immer undenkbar in der Kirchenrepublik Deutschland.
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#3 KenshiroProfil
  • 07.10.2021, 08:08hBerlin
  • Es wäre wohl eine Überlegung wert, das die Eindeutigkeit des Gestzes damit zu tun hat das Frankreich die Kirche entmachtet hat, jedenfalls mehr als in Deutschland je passiert ist?
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#4 Alexander_FAnonym
#5 canadianSarahAnonym