Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40165

Hasstirade im Europaparlament

AfD: LGBTQ-Rechte sind "westliche Agenda"

Rechte für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten sind nach Ansicht eines EU-Parlamentariers der Rechtsaußenpartei nicht universell, sondern sollen "die Macht des Westens" sichern.


Maximilian Krah stellt klar, dass die Gleichbehandlung von queeren Menschen eine Agenda sei, die er "nicht teilen" werde

Der AfD-Europaabgeordnete Maximilian Krah hat am Dienstag bei einer Rede im Parlamentsplenum in Straßburg erklärt, dass Rechte für queere Menschen nicht universell seien. Der 44-jährige Rechtsanwalt beschuldigte dabei andere EU-Parlamentarier*innen, eine "Weltordnung […] auf der Basis des Kampfs gegen Rassismus, des Eintritts für LGBTQ-Rechte und mit dem wichtigsten Ziel des Klimaschutzes" aufbauen zu wollen. Dagegen werde sich seine Fraktion zur Wehr setzen: "Das ist eine linksliberale, westliche Agenda, die wir – als diejenigen die rechts vom Präsidenten sitzen – natürlich nicht teilen werden". Den anderen Abgeordneten warf er vor, "eine Art Kulturkampf zu führen, nur um die Macht des Westens zu sichern".

Ferner führte der aus Sachsen stammende Abgeordnete aus, dass die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten oder der Einsatz gegen Rassismus für ihn nichts weiter als Verhandlungsmasse seien: "Es geht darum, dass unsere Wertvorstellungen nicht [universell] sind, sondern dass wir zuhören müssen und den besten Weg für diese Erde dadurch finden, dass wir ausgleichen, dass wir verhandeln und dass wir nicht glauben, alleiniger Besitzer der Wahrheit zu sein."

Die AfD im Europaparlament war offenbar so begeistert von der Rede, dass sie diese in einem Video auf ihrem offiziellen Twitter-Profil veröffentlichte. Dazu schrieb die Partei: "Die EU will ihre linksliberale Agenda, Kampf gg Rassismus, LGBTQ-Rechte & Klimaschutz mit den [USA] zur neuen Weltordnung machen."



Anlass für die Tirade war der gerade erarbeitete Parlamentsbericht "über die Zukunft der Beziehungen zwischen der EU und den USA". Darin heißt es, dass die EU und die USA "die Achtung der Menschenrechte verbessern" sollten und deshalb die Errichtung einer bilateralen Dialog-Plattform in Erwägung ziehen sollten, "um konkrete Schritte zur Bekämpfung von Rassismus, Hetze und Diskriminierung, einschließlich die Diskriminierung von LGBTQI-Personen, zu unternehmen".

Krah ist ein Wiederholungstäter

Maximilian Krah fällt häufig durch abwertende Kommentare über queere Menschen auf. So heftet er bis heute einen homophoben Tweet aus dem Juni in seinem Twitter-Profil oben an. Darin erregte sich der Parlamentarier über die Regenbogenfahne, die nur für "winzige sexuell definierte Minderheiten" stehe und für "Hass auf die eigene Tradition und Kultur". Auch das Wort "Dekadenz" brachte er in seiner Wut-Tweet unter.



Krah ist Vizechef der AfD Sachsen und seit 2019 Europaabgeordneter. Er gilt selbst in seiner eigenen Partei als Rechtsaußen und provoziert gerne gegen queere oder jüdische Menschen. So beschäftigt er laut einem "taz"-Bericht aus dem Jahr 2019 einen Mitarbeiter, der wegen Antisemitismus selbst der rechtsextremen französischen Partei Rassemblement National von Marine Le Pen zu radikal war und ausgeschlossen wurde. Keine Überraschung war dann auch, dass Krah laut dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" auf die antisemitischen Attacke auf Rockmusiker Gil Ofarim im Westin Hotel Leipzig nicht wie demokratische Politiker*innen mit Solidaritätsbekundungen reagierte, sondern mit den Worten: "Angeblicher antisemitischer Vorfall in Leipziger Hotel. Das glaube ich erst, wenn man auch den Hotelmitarbeiter befragt hat."

Laut "Spiegel" (Bezahlartikel) hatte Krah auch enge Verbindungen zu der radikalkatholischen Pius-Bruderschaft. Diese demonstrierte nicht nur gegen CSDs, sondern tritt auch gerne mit antijüdischen Äußerungen in Erscheinung. Beispielsweise war mit Bischof Richard Williamson jahrelang ein Holocaust-Leugner Aushängeschild der Bruderschaft.



#1 OlliAnonym
  • 06.10.2021, 16:09h
  • Ignorieren. Das Gesindel, von AfD über die Querdenker, Flatearther und die radikalen Betschwestern der kath. Kirche bekommt viel zu viel Medienpräsenz.

    Mit Argumenten kann man denen nicht kommen. Das wäre zu viel Liebesmüh.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 dellbronx51069Anonym
  • 06.10.2021, 17:41h
  • Hier zeigt sich einmal mehr, dass es sich bei der AFd nicht um eine Partei handelt sondern um den Blinddarm des Kremls, denn dort sitzen auch die Führungsoffiziere dieser Fürsten der Finsternis. Wie konnte es nur dazu kommen dass einer solchen Organisation Parteieigenschaft zuerkannt wurde?
    Völlig Irre und daher brandgefährlich .Das Eis der Zivilisation für uns ist sehr dünn!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Gnurfel42Anonym
  • 06.10.2021, 18:31h
  • Er ist Teil von jener Kraft,
    die nichts Gutes will und das Böse schafft.
    Er ist der Geist, der stets verneint,
    und alles, wofür er steht,
    ist wert, dass es zugrunde geht.
    Drum ist, was man Faschismus, Nazischeiß, kurz, das Böse nennt,
    sein eigentliches Element.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Gnurfel42Anonym
  • 06.10.2021, 18:34h
  • Es ist sehr interessant, dass er von »westlicher Agenda« faselt. Warum bringt der »den Westen« da mit rein? Das sind wir! Was ist er denn, etwa ein Putinversteher? Sehr, sehr merkwürdig.

    Wir müssen diese AfD-Spinner viel härter angehen. Die Stratege des Wegignorierens funktioniert einfach nicht, dafür ist es schon längst zu spät. Aber ich denke, wir müssen unsere Rhetorik ändern. So, dass die bei der Mehrheit auch ankommen. So, dass die Absurdität dieser giftigen Denke offensichtlich wird. Normalos müssen wieder dazu gebracht werden, die AfD auszulachen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 GNUsAnonym
  • 06.10.2021, 20:45h
  • Antwort auf #1 von Olli
  • Ignorieren darf man sie nicht, ansonsten wird es für uns immer gefährlicher. Ihre Argument müssen widerlegt und für nichtig erklärt werden. Menschen lassen sich schon mit einfachen Sachen manipulieren, und dass wird von solchen Leuten gerne ausgenutzt und mache Medien lassen sich leicht von Ihnen vor den Karren spannen. Wenn gegen eine bestimmte Gruppe gehetzt werden soll, findet sich immer ein Weg. Einer der einfachste Möglichkeiten ist, diese Gruppe als Sündenbock für die Probleme der restlichen Gesellschaft hinzustellen. Das hat in der Vergangenheit schon öfter funktioniert. Wir Menschen sind nicht so intelligent, wie wir denken.
    de.wikipedia.org/wiki/Psychologie_der_Massen

    ISBN-13 : 978-3520710024
  • Antworten » | Direktlink »
#6 userer
  • 07.10.2021, 00:34h
  • Stimmt, LGBT*IQ-Rechte werden, wenn überhaupt, vom "Westen" verteidigt. Es ist klar, dass dies der russlandputinistischen AfD missfällt.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Alexander_FAnonym
  • 07.10.2021, 11:28h
  • Wer den Westen nicht liebt und sich an seine Werte nicht anpassen will, soll ihn verlassen.

    Gell, liebe Rechten? Da war doch was, oder?
  • Antworten » | Direktlink »