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Hasstirade im Europaparlament
AfD: LGBTQ-Rechte sind "westliche Agenda"
Rechte für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten sind nach Ansicht eines EU-Parlamentariers der Rechtsaußenpartei nicht universell, sondern sollen "die Macht des Westens" sichern.

Maximilian Krah stellt klar, dass die Gleichbehandlung von queeren Menschen eine Agenda sei, die er "nicht teilen" werde
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6. Oktober 2021, 13:29h 3 Min.
Der AfD-Europaabgeordnete Maximilian Krah hat am Dienstag bei einer Rede im Parlamentsplenum in Straßburg erklärt, dass Rechte für queere Menschen nicht universell seien. Der 44-jährige Rechtsanwalt beschuldigte dabei andere EU-Parlamentarier*innen, eine "Weltordnung […] auf der Basis des Kampfs gegen Rassismus, des Eintritts für LGBTQ-Rechte und mit dem wichtigsten Ziel des Klimaschutzes" aufbauen zu wollen. Dagegen werde sich seine Fraktion zur Wehr setzen: "Das ist eine linksliberale, westliche Agenda, die wir – als diejenigen die rechts vom Präsidenten sitzen – natürlich nicht teilen werden". Den anderen Abgeordneten warf er vor, "eine Art Kulturkampf zu führen, nur um die Macht des Westens zu sichern".
Ferner führte der aus Sachsen stammende Abgeordnete aus, dass die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten oder der Einsatz gegen Rassismus für ihn nichts weiter als Verhandlungsmasse seien: "Es geht darum, dass unsere Wertvorstellungen nicht [universell] sind, sondern dass wir zuhören müssen und den besten Weg für diese Erde dadurch finden, dass wir ausgleichen, dass wir verhandeln und dass wir nicht glauben, alleiniger Besitzer der Wahrheit zu sein."
Die AfD im Europaparlament war offenbar so begeistert von der Rede, dass sie diese in einem Video auf ihrem offiziellen Twitter-Profil veröffentlichte. Dazu schrieb die Partei: "Die EU will ihre linksliberale Agenda, Kampf gg Rassismus, LGBTQ-Rechte & Klimaschutz mit den [USA] zur neuen Weltordnung machen."

Anlass für die Tirade war der gerade erarbeitete Parlamentsbericht "über die Zukunft der Beziehungen zwischen der EU und den USA". Darin heißt es, dass die EU und die USA "die Achtung der Menschenrechte verbessern" sollten und deshalb die Errichtung einer bilateralen Dialog-Plattform in Erwägung ziehen sollten, "um konkrete Schritte zur Bekämpfung von Rassismus, Hetze und Diskriminierung, einschließlich die Diskriminierung von LGBTQI-Personen, zu unternehmen".
Krah ist ein Wiederholungstäter
Maximilian Krah fällt häufig durch abwertende Kommentare über queere Menschen auf. So heftet er bis heute einen homophoben Tweet aus dem Juni in seinem Twitter-Profil oben an. Darin erregte sich der Parlamentarier über die Regenbogenfahne, die nur für "winzige sexuell definierte Minderheiten" stehe und für "Hass auf die eigene Tradition und Kultur". Auch das Wort "Dekadenz" brachte er in seiner Wut-Tweet unter.

Krah ist Vizechef der AfD Sachsen und seit 2019 Europaabgeordneter. Er gilt selbst in seiner eigenen Partei als Rechtsaußen und provoziert gerne gegen queere oder jüdische Menschen. So beschäftigt er laut einem "taz"-Bericht aus dem Jahr 2019 einen Mitarbeiter, der wegen Antisemitismus selbst der rechtsextremen französischen Partei Rassemblement National von Marine Le Pen zu radikal war und ausgeschlossen wurde. Keine Überraschung war dann auch, dass Krah laut dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" auf die antisemitischen Attacke auf Rockmusiker Gil Ofarim im Westin Hotel Leipzig nicht wie demokratische Politiker*innen mit Solidaritätsbekundungen reagierte, sondern mit den Worten: "Angeblicher antisemitischer Vorfall in Leipziger Hotel. Das glaube ich erst, wenn man auch den Hotelmitarbeiter befragt hat."
Laut "Spiegel" (Bezahlartikel) hatte Krah auch enge Verbindungen zu der radikalkatholischen Pius-Bruderschaft. Diese demonstrierte nicht nur gegen CSDs, sondern tritt auch gerne mit antijüdischen Äußerungen in Erscheinung. Beispielsweise war mit Bischof Richard Williamson jahrelang ein Holocaust-Leugner Aushängeschild der Bruderschaft.















Mit Argumenten kann man denen nicht kommen. Das wäre zu viel Liebesmüh.