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"Vincent"-Sängerin
Sarah Connor: Bei Homophobie muss man dagegen halten
Die Pop- und Soulsängerin stellt vor dem Coming Out Day klar, dass der Kampf gegen Homosexuellenfeindlichkeit noch nicht gewonnen ist.

Sarah Connor ist bereits seit 20 Jahren aus der deutschen Musikindustrie nicht mehr wegzudenken (Bild: Jacqueline Nolting / wikipedia)
- 7. Oktober 2021, 08:54h 2 Min.
Die 41-jährige Sängerin Sarah Connor hält das Thematisieren von nicht-heterosexueller Liebe in Filmen, Serien und der Musik für gesellschaftlich wichtig. "Ich habe viele schwule Freunde, die lange gebraucht haben, bis sie sich ihren Familien gegenüber geoutet haben und zu ihrer Sexualität gestanden haben", sagte Connor der Deutschen Presse-Agentur.
Sie selbst habe viele positive Nachrichten auf ihren Song "Vincent" (2019) bekommen, in dem es auch um ein schwules Liebespaar geht (queer.de berichtete). Eine Frau namens Jana habe ihr geschrieben, sie habe den Song im Autoradio laut mit ihrer Mutter mitgesungen und ihr danach erstmals erzählt, eine Frau zu lieben. "Wenn ich einen Teil dazu beitragen konnte, dass Homosexualität in der Gesellschaft präsenter und normaler wird, dann freue ich mich."
Connor sagte weiter, sie komme vom Land und wisse, dass gleichgeschlechtliche Liebe dort teilweise noch immer verpönt sei. "Und so lange das so ist, muss man dagegen halten", erklärte die Sängerin aus Delmenhorst anlässlich des Coming Out Day am kommenden Montag. Die Musikerin ist seit Donnerstag als Coach in der ProSieben-Sat.1-Show "The Voice of Germany" zu sehen.
"Vincent" war 2019 überaus erfolgreich, das Lied erreichte die Top Ten der deutschen und österreichischen Single-Charts. Es führte aber auch zu einigen Kontroversen: Einigen privaten Radiosendern wie Hitradio Antenne 1 oder Antenne Bayern war die schwule Thematik zu heiß und sie kürzten das Lied – oder spielten es erst gar nicht. Insbesondere erregten sich die Radiomacher*innen über die Liedzeile "Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt". Öffentlich-rechtliche Sender hatten dagegen weniger Probleme (queer.de berichtete).
Connor bedauerte daraufhin, dass es beim Thema Homosexualität immer noch Ressentiments in Deutschland gebe (queer.de berichtete). Aus der queeren Community wurde der Sängerin allerdings auch vorgeworfen, mit dem Lied Klischees über Schwule zu vertiefen. (dpa/dk)














