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Polizei ermittelt

Brandanschlag auf queeres Szenelokal in Duisburg

Am frühen Samstagmorgen zündeten Unbekannte die Regenbogenfahne vor dem "Harlekin" in Duisburg an. Die Betreiber sind geschockt: "Das Fatale ist, dass man einen Brand des Hauses in Kauf genommen hätte."


Die Regenbogenfahne vor dem "Harlekin" wurde bei der Attacke zerstört (Bild: Oliver Braam / Harlekin)

In Duisburg haben Unbekannte am frühen Samstagmorgen die Regenbogenfahne des queeren Szene-Lokals "Harlekin" in Brand gesetzt. Die Flagge wurde dabei zerstört, zu weiteren materiellen Schäden kam es nicht. "Das Fatale ist, dass man einen Brand des Hauses in Kauf genommen hätte", zeigte sich Besitzer Oliver Braam in einem Facebook-Post entsetzt.

In den frühen Morgenstunden wurde unsere Regenbogen Fahne in Brand gesetzt. Das fatale daran ist, man hätte einen Brand des Hauses in kauf genommen! Anzeige wurde erstattet!

Posted by Oliver Braam on Saturday, October 9, 2021
Facebook / Oliver
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Die Tat muss sich nach Angaben seines Mannes Robert Bovensiepen zwischen 3.00 und 9.30 Uhr ereignet haben. "So ein Hass erzeugt bei uns Wut", erklärte Bovensiepen gegenüber der "WAZ". "Die Flagge hängt über der Tür, da kommt man nur mit einer Räuberleiter dran." Die beiden Wirte der Kneipe in der Realschulstraße 16 – eines der letzten verbliebenen Szenelokale in Duisburg – erstatteten Anzeige, wie die Polizei bestätigte.

Solidarität von der SPDqueer

Der Brandanschlag zeige, "dass auch in einer weltoffenen Stadt wie Duisburg noch Hass, Ausgrenzung und Gewalt gegen LSBTIQ* nicht verschwunden sind", erklärte die SPDqueer Duisburg in einer Pressemitteilung. "Unsere Solidarität gilt den Betreibern des Harlekins als auch ihren Gästen!", sagte der Vorsitzende Sascha Roncevic.

Wer die Symbole für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz anzündet, schreckt auch oft nicht vor weitergehenden Taten...

Posted by SPDqueer Duisburg on Saturday, October 9, 2021
Facebook / SPDqueer Duisburg
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"Auch wenn beim Brandanschlag glücklicherweise nur ein geringer Sachschaden entstanden ist, so verurteilen wir die Tat aufs Schärfste", so Roncevic weiter. "Denn, wer die Symbole für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz anzündet, der fördert nicht nur Hass und Ausgrenzung, sondern schreckt auch oft nicht vor weitergehenden Taten zurück."

Nicht der erste queerfeindliche Vorfall

Robert Bovensiepen und Oliver Braam führen das "Harlekin" seit 2015. Für die beiden Wirte ist es nicht der erste queerfeindliche Vorfall. "Unser Haus wurde schon einmal mit Farbe beschmiert, mit Eiern beworfen oder Jugendliche reißen die Tür auf und beschimpfen Schwule, dass wir verschwinden sollen", erklärte Bovensiepen gegenüber der "WAZ". (cw)



#1 zundermxeAnonym
  • 10.10.2021, 11:45h
  • Leider mal wieder traurig und bezeichnend dieser, wie so oft sehr feige, Anschlag.
    Freue mich für die Wirte und uns, dass es diesmal zum Glück bei der Zerstörung der Fahne geblieben ist.
    Schändlich genug ist es sowieso.

    Doch alle, die nicht blind oder völlig ignorant sind, wissen, dass es längst keine zufälligen Einzeltaten oder Einzel*täterinnen sind.

    Es ist mittlerweile seit zu vielen Jahren wieder trauriger Alltag verursacht von Kirchen, Politiker*innen und anderen gesellschaftlichen Gruppen.
    Die von uns, die können (weil sie genügend Kraft, Bewusstsein und Mut haben), müssen alle auf ihre Weise und in ihrem Kreis versuchen dem immer mehr und immer lauter unser Leben ganz selbstverständlich entgegen zu bringen (über das eigene Bedürfnis hinaus).
    Unsichtbarkeit, Schweigen und angepasstes Verhalten ist und wird im Zweifel tödlich sein.
    Queere Sichtbarkeit und Gleichstellung muss, zumindest für uns selbst, wieder erste Priorität sein.

    Auch zurecht arbeiten wir uns an Parteien und Politiker*innen ab. Doch die Bewegung muss auch von und durch uns kommen indem wir u.a. in konkreten Fällen und Debatten nicht im vorauseilendem Gehorsam Entschuldigungen oder Relativierungen von Hass, Hetze und Gewalt akzeptieren oder gar selbst aktiv betreiben.

    Was dieses Verbrechen oder das bei den Falken angeht, müssen wir das bspw natürlich in direktem Zusammenhang zu diesem unsäglichen Urteil sehen, dass Hass und Gewalt gegen uns durch Nutzung der Regenbogenfahne als Putzlappen gleichsetzend mit Kindesgefährdung und Missbrauch als Meinungsäußerung als legitim bewertet.
    Hass, Hetze, fakenews und die beabsichtigte pauschale Abwertung und Verunglimpfung von Menschen darf in einer Demokratie nicht als Meinungsfreiheit durchgehen weil es das genaue Gegenteil ist und die Demokratie selbst zerstört und auch zerstören will.

    Natürlich geht es einigen oder vielen (je nach Sichtweise) von uns Queers in Deutschland noch vergleichsweise gut. Doch gerade dieser Umstand sollte verpflichtendes Argument sein, dass wir uns weder von Gegner*innen noch von sogenannten wohlmeinenden Freund*innen ständig die Butter vom Brot nehmen lassen und das denn auch noch toll finden.
    Wir müssen uns für inländische, wie für Queers in anderen Ländern, einsetzen solange wir können und dürfen.
    Wir müssen empört sein und bleiben weil eine Gewöhnung zur gelebten und in Folge auch akzeptieren Praxis führt.
    Dies lässt sich leider schon beobachten.

    Ganz konkretes Ziel für Deutschland und in Folge (nicht umgekehrt!) für Europa muss ein Anti-Hass-Gesetz sein, dass Gruppen von Menschen wie auch Einzelpersonen effektiv schützt und Hasspropaganda wie Hassverbrechen klar benennt und strukturell bekämpfen hilft.
    Dazu muss auch, neu definiert, die Begünstigung dessen, im Amt und/ oder durch Unterlassung zählen.

    Die Verunstaltung von queeren Mahnmalen, Diebstahl und Zerstörung von Regenbogenfahnen, Angriffe auf queere Menschen und Institutionen sowie queer-feindliche Propaganda aus Kirche und zu vielen Parteien sind kein Zufall oder als Einzelfälle zu verstehen.
    Wir müssen uns wehren, noch deutlich mehr, und sollten uns nicht dabei auf Politik verlassen.
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#2 FinnAnonym
  • 10.10.2021, 12:49h
  • Was muss noch alles passieren, ehe die Politik endlich aufwacht?

    Diese Radikalen nehmen für ihren Hass sogar in Kauf, dass ein Gebäude abfackeln könnte. Die gehen über Leichen. Ich hoffe, es muss nicht erst wieder Leichen geben, ehe die Politik aufwacht.
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#3 mind_the_gap
#4 AndiAnonym
  • 11.10.2021, 07:18h
  • Das ist schrecklich, dass so etwas passieren kann.
    Die Hintergründe sollten aufgedeckt und die Kriminellen ihrer Strafe zugeführt werden. Sofern man das überhaupt noch herausbekommt, was ich bezweifle. Ggf. eine Kamera vor dem Eingang installieren...eine Zweckbindung in datenschutzrechtlicher Hinsicht ist spätestens nach der Aktion der Homohasser ja gegeben.
    In Nürnberg gab es homophobe Aktivitäten/Vandalismus gegen das Mahnmal wegen der ermordeten Homosexuellen im Holocaust.

    Erschreckt hat mich aber auch die Tatsache, dass es laut Artikel das letzte queere Lokal in dieser Stadt mit rund einer halben Million Einwohner ist.
    Da geht es uns in Nürnberg mit 9 Bars noch richtig gut.
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