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KStA-Interview
Erste trans Frauen im Bundestag beklagen negative Reaktionen nach der Wahl
"Mir wurde das Frausein abgesprochen", ärgert sich Nyke Slawik über "heftige Diffamierungen". Es habe aber auch einen "Erdrutsch an positiven Reaktionen" gegeben.

Slawik im April beim Landesparteitag der Grünen in NRW (Bild: Grüne Jugend)
- 11. Oktober 2021, 11:08h 3 Min.
Die ersten trans Frauen im Bundestag, Nyke Slawik und Tessa Ganserer (Grüne), haben laut eigenen Angaben nach ihrer Wahl starke Gegenreaktionen erhalten. "Es gab heftige Diffamierungen, mit denen mir – und auch Frau Ganserer – das Frausein abgesprochen wurde", sagte Slawik dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Bezahlartikel). Unter anderem habe es geheißen: "Da sitzen jetzt als Frauen verkleidete Männer im Bundestag".
Themen wie Transgeschlechtlichkeit seien zwar in der Mitte der Gesellschaft angekommen, so die 27-jährige Abgeordnete aus Nordrhein-Westfalen – aber sie würden nicht von allen unterstützt. Dass es neben einem sehr positiven Echo auch diffamierende Reaktionen gegeben habe, sei für sie sehr verletzend gewesen. "Ich werde mich mit anderen gegen Homo- und Transfeindlichkeit einsetzen", kündigte die Grünen-Politikerin an.
Die Diskriminierung sei selbst im Artikel drei des Grundgesetzes noch präsent: "Dort sind alle Gruppen aufgeführt, die in Deutschland seinerzeit von den Nationalsozialisten verfolgt wurden – außer homosexuelle Menschen und trans Menschen." Die Wahl der beiden Frauen müsse mehr als ein "Zeichen der Diversität" sein, so Slawik: "Es geht auch darum, dass wir damit etwas Konkretes anfangen." Dazu zählten etwa ein Selbstbestimmungsgesetz oder der Abbau von Diskriminierung bei Blutspende und Abstammungsrecht.
Auch den Frauenanteil im Bundestag zu erhöhen, sei "eine sehr große Baustelle", sagte Slawik der Zeitung. Dass CDU und FDP nicht einmal 25 Prozent Frauen in ihren Fraktionen hätten, findet die Leverkusenerin "sehr enttäuschend". Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen besteht hingegen zu mehr als der Hälfte aus Frauen.
"Türöffnerin" und vielseitige Politikerin
Slawik betonte zugleich, sie sei "wahnsinnig überwältigt" gewesen von dem Echo auf die Wahl, von einem "Erdrutsch an positiven Reaktionen" aus dem In- und Ausland. "Ich freue mich, dass es für viele Menschen offenbar ein positives Signal ist, dass der Bundestag jetzt diverser wird. Und dass gerade junge Leute sagen: 'Hey, endlich ist da auch jemand, der uns repräsentiert.'"
Auf die Frage, ob sie nicht befürchte, "nur auf das Thema Transsexualität reduziert und gewissermaßen zur reinen Attraktion zu werden", antwortete Slawik, sie wolle bewusst ein "Türöffner" sein, "damit ein Wandel stattinden kann". Andererseits sei sie mit vielen Themen in die Wahl und nach Berlin gegangen. In dem ausführlichen und teils lockeren Interview, in dem Slawik auch über ihre Vorliebe für Feine Sahne Fischfilet, KraftKlub, Schrottgrenze, Sookee oder auch "kölsche Musik" berichtete, betont sie etwa den "großen Wunsch" der jüngeren Generation "nach mehr Klimaschutz".
Slawik und Ganserer, die zuvor Landtagsabgeordnete in Bayern war, hatten bei der Bundestagswahl ihre Wahlkreise in Leverkusen und Nürnberg zwar nicht gewinnen können, zogen aber beide über Landeslisten in das Parlament ein (queer.de berichtete). (AFP/cw)















Mit solchen Aussagen zeigen deren Urheber nur, dass sie keine Ahnung haben und nicht den Unterschied zwischen Transidentität und Travestie kennen. Aber selbst wenn dort eine Dragqueen im Bundestag säße, die sich als Mann identifiziert und nur in drag im Bundestag sitzt, wäre das auch okay. Denn die Leute, die dort sitzen, sind alle demokratisch legitimiert, ob es irgendwelchen Leuten jetzt passt oder nicht.
Es ist jedermanns Recht, seine Dummheit in die Welt rauszuschreien. Hören sollte man auf solche Leute nicht.