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"Es tut mir leid"

NFL-Coach tritt wegen homophober und rassistischer Mails zurück

Ausgerechnet der Chef-Trainer des ersten offen schwulen NFL-Spielers schrieb homosexuellenfeindliche Mails. Star-Coach Jon Gruden äußerste sich außerdem rassistisch und beschimpfte Frauen.


Jon Gruden wird nach seiner Entlassung nicht am Hungertuch nagen: Er hatte 2018 einen 100-Millionen-Dollar-Zehnjahresvertrag mit den Las Vegas Raiders unterzeichnet (Bild: Las Vegas Raiders)

Jon Gruden ist am Montag als Trainer des American-Football-Teams Las Vegas Raiders zurückgetreten. Anlass war die Veröffentlichung von E-Mails, die Gruden in den Jahren 2011 bis 2018 an einen anderen Football-Funktionär verfasst hatte; in ihnen äußerte sich der heute 58-Jährige homophob, rassistisch und sexistisch. Die Mails waren erst vor wenigen Tagen von der "New York Times" veröffentlicht worden.

Auf Twitter zitierte das Football-Team aus Nevada Gruden mit den Worten: "Ich bin als Chef-Trainer der Las Vegas Raiders zurückgetreten. Ich liebe die Raiders und will keine Ablenkung sein. Dank an all die Spieler, Trainer, Mitarbeiter und Fans der Raider-Nation. Es tut mir leid, ich wollte nie jemandem wehtun."

Twitter / Raiders

In den Mails nutzte Gruden unter anderem das Wort "Faggot" (Schwuchtel) als Beleidigung. So beschimpfte er in einer Mail den Chef der NFL mit diesem Wort und erklärte, er sei eine "clueless anti football pussy" (in etwa: ein ahnungsloses Anti-Football-Weichei). Außerdem schrieb er abwertend darüber, dass ein Football-Team 2014 mit Michael Sam einen Schwulen engagiert hatte. Sam konnte sich nicht durchsetzen und bestritt kein einziges NFL-Spiel (queer.de berichtete).

Zudem äußerte sich Gruden rassistisch über den afroamerikanischen Chef einer Spielergewerkschaft. Er forderte auch, dass Footballer, die durch Hinknien gegen Rassismus demonstrieren, gefeuert werden sollten. Des Weiteren sprach er Frauen wegen ihres Geschlechts die Befähigung ab, als Schiedsrichterinnen zu arbeiten.

Twitter / ransport
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Insbesondere die homophoben Äußerungen sind überraschend, da Gruden mit Carl Nassib den ersten offen schwulen Profi in NFL-Spielen einsetzte (queer.de berichtete). Nach dessen Coming-out im Juni bot Gruden Nassib seine volle Unterstützung an und erklärte: "Ich habe vor langer Zeit gelernt, dass Unterschiede Männer stärker machen." (dk)


Carl Nassib spielte unter Cheftrainer Gruden (Bild: Instagram / carlnassib)