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Kontroverse um "The Closer"
Madonna und Netflix-Chef stellen sich hinter Trans-Hasser Dave Chappelle
Netflix hält am LGBTI-feindlichen Humor seines neuen Aushängeschilds Dave Chappelle fest. Unterdessen outet sich auch Madonna in einer neuen Doku als Fan des TERF-Aktivisten.

Madonnas Doku wurde nur wenige Tage nach dem Chappelle-Special veröffentlicht
- 12. Oktober 2021, 11:18h 2 Min.
Ted Sarandos, der Chief Content Officer des Streamingportals Netflix, hat in einem Brief an seine Mitarbeiter*innen das Netflix-Special "The Closer" mit Komiker Dave Chappelle verteidigt. Chappelle verbreite keinen Hass, behauptete Sarandos. Zuvor hatten LGBTI-Aktivst*innen beleidigende Witze des Komikers gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten kritisiert. So hatte der 58-Jährige unter anderem erklärt, er sei "Team TERF", erkenne also die Existenz von trans Frauen nicht an (queer.de berichtete).
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"Viele von euch haben gefragt, wo wir bei Hass die Grenze ziehen", so Netflix-CCO Sarandos. "Wir erlauben keine Titel bei Netflix, die Hass oder Gewalt verbreiten und wir glauben nicht, dass [das Chappelle-Special] diese Grenze überschreitet. Ich erkenne aber an, dass es schwierig ist, zwischen Kommentaren und Verletzungen zu unterscheiden, denn speziell Stand-up-Comedy reizt die Möglichkeiten aus." Sarandos erklärte weiter, er sei sich bewusst, dass manche Chappelles Comedy-Stil als "niederträchtig" empfinden würden. "Aber unsere Mitglieder mögen [die Sendung]. Sie ist ein wichtiger Teil unseres Content-Angebots."
Unterdessen gibt es in sozialen Medien auch Unmut darüber, dass Kult-Sängerin Madonna in ihrem am Freitag auf einem US-Streamingportal veröffentlichten Biografiefilm "Madame X" Chappelle als "nächsten James Baldwin" feiert – Baldwin ist ein 1987 verstorbener offen schwuler Schriftsteller, der gegen Homophobie und Rassismus gekämpft hatte (queer.de berichtete). Madonnas Special war drei Tage nach Chappelles Special veröffentlicht worden, als die Kontroverse bereits die sozialen Netzwerke bestimmte.
/ SoulAtlanticNot Madonna calling Dave Chappelle the next James Baldwin in the middle of the Madame X concert film. pic.twitter.com/T9YjO1xV0J
Andrew (The Aretha Version) (@SoulAtlantic) October 8, 2021
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Auch wenn die Madonna-Doku vor der neuen Kontroverse um Chappelle aufgenommen wurde, müsste die LGBTI-Feindlichkeit des Komikers der Sängerin bekannt sein: Bereits seit Jahren hatte Chappelle mit queerfeindlichen Aussagen für Kritik gesorgt – und immer wieder wurde in den USA darüber berichtet. 2017 veröffentlichte das Politikmagazin "The New Republic" einen Artikel mit der Überschrift "Was ist Dave Chappelles Problem mit homosexuellen Menschen?". In dem Artikel wird auch die Transphobie von Chappelle behandelt, die seine Homophobie noch übersteige. So heißt es: "Er scheint so gut wie kein Interesse und keine Geduld mit jeglicher Vorstellung von Transgender-Identität zu haben." (dk)
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Und von Madonna erwarte ich auch nichts mehr. Das passiert mit ehemals großen Künstlern, die nicht damit klar kommen, in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen und die nur noch mit solchen Schlagzeilen in die Medien kommen. Solche Beispiele kennen wir ja auch aus Deutschland.