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Formel 1
Vettel kritisiert Sportevents in homophoben Ländern
Der Formel-1-Zirkus macht dieses Jahr in zwei Ländern Halt, in denen die Todesstrafe auf Homosexualität steht. Das kritisiert der deutsche Rennfahrer Sebastian Vettel.
- 12. Oktober 2021, 14:23h 2 Min.
Der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel fordert von den Verantwortlichen seines Sports mehr Engagement für Menschenrechte, insbesondere in Bezug auf LGBTI-Rechte. "Wir alle stimmen doch zu, dass es nur fair ist, alle Menschen gleich zu behandeln. In bestimmten Ländern ist das nicht so. Da braucht es aber mehr als nur Worte, da braucht es Taten", sagte der Aston-Martin-Pilot gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Sport könne Druck ausüben "und helfen, Fairness auf der Erde weiter auszubreiten".
Hintergrund ist, dass die Formel 1 in diesem Jahr erstmals Halt in Saudi-Arabien und in Katar macht. In beiden Ländern kann Homosexualität mit der Todesstrafe geahndet werden. Laut Vettel gebe es Situationen, "in denen sich die Verantwortlichen fragen müssen, ob sie eine Moral haben. Vielleicht muss man auch mal zu einem großen Deal Nein sagen".
Gegen Bestrafung "nur weil ein Mann einen Mann"
Konkret betonte der 34-jährige Heppenheimer, es sei "nicht richtig, Leute zu verurteilen oder zu bestrafen, nur weil ein Mann einen Mann oder eine Frau eine Frau liebt". Er sei sich sicher: "Wir sind doch viel reicher, weil wir so unterschiedlich sind." Wenn alle gleich wären, würde die Gesellschaft nicht vorankommen. "Wir sollten diese Unterschiede feiern, statt davor Angst zu haben", so Vettel.
Vettel hatte sich bereits mehrfach für LGBTI-Rechte engagiert. So trug er beim Großen Preis von Ungarn Anfang August ein T-Shirt in Regenbogenfarben mit der Aufschrift "Same Love" und eine Regenbogenmaske. Dafür erhielt er vom Motorsport-Dachverband FIA eine Rüge (queer.de berichtete). Vergangenes Jahr war er aus Protest gegen die homophobe Politik des Erdogan-Regimes beim Großen Preis von Istanbul mit einem Regenbogenhelm gefahren (queer.de berichtete).
Auch andere Sportler*innen setzen sich dafür ein, dass Sport-Funktionär*innen auch Menschenrechte als Wert entdecken. So sprach sich kürzlich der offen schwule Turmspringer Tom Daley dafür aus, dass keine Staaten mehr an Olympischen Spielen teilnehmen sollten, die Homosexualität mit dem Tod bestrafen. (dk)
/ AttitudeMagOlympic champion @TomDaley1994 confirms hell campaign for countries that carry the death penalty for being gay to be barred from all future Games as he accepts the Attitude Sport Award, supported by @jaguaruk.#AttitudeAwards pic.twitter.com/QtSi5UH2gV
Attitude Magazine (@AttitudeMag) October 7, 2021
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