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Premier stellt klar

Niederlande: Auch im Königshaus darf gleichgeschlechtlich geheiratet werden

Eine künftige Königin oder ein künftiger König darf auch eine Ehe mit einem Mitglied des gleichen Geschlechts eingehen, ohne auf den Thronanspruch zu verzichten, so der niederländische Regierungschef.


Mark Rutte ist seit 2010 niederländischer Regierungschef (Bild: EU2017EE Estonian Presidency / flickr)

Der niederländische Premierminister Mark Rutte hat am Dienstag klargestellt, dass sein Land auch eine verheiratete lesbische Königin oder einen verheirateten schwulen König akzeptieren werde. "Das Kabinett sieht nicht vor, dass ein Thronfolger oder der König abdanken soll, wenn er oder sie einen gleichgeschlechtlichen Partner heiraten möchte", so Rutte in einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage seiner eigenen Fraktion, der rechtsliberalen VVD, im Parlament von Den Haag.

Anlass war die Veröffentlichung des Buches "Amalia – De plicht roept" (Amalia – Die Pflicht ruft) über die 17-jährige Thronfolgerin Catharina-Amalia, die älteste von drei Töchtern von König Willem-Alexander und Königin Maxima. Darin heißt es, dass die alten Gesetze offenbar ausschlössen, dass ein gleichgeschlechtliches Paar auf den Königsthron aufrücken kann. Autor Peter Rehwinkel hatte argumentiert: "Das Wesen der erblichen Monarchie steht auf dem Spiel, da von vornherein klar ist, dass aus einer solchen Ehe keine Kinder hervorgehen können."

Rutte erklärte, dass bei einem gleichgeschlechtlichen Königspaar oder Königinnenpaar – etwa durch Adoption oder Samenspende – auch ein "rechtmäßiger Nachkomme" hervorgehen könne. Das moderne Familienrecht der Niederlande eröffne dafür "viele Möglichkeiten".

Die Frage über eine gleichgeschlechtliche Ehe im Königshaus war rein theoretisch, da wenig über das Privatleben der Königstöchter bekannt ist. Prinzessin Amalia, die erst vor wenigen Monaten ihr Abitur mit Auszeichnung bestanden hatte, zeigte sich zuletzt unabhängig: So verzichtete sie auf 1,6 Millionen Euro staatliche Zulage, die ihr ab ihrem 18. Geburtstag jedes Jahr zustehen würde. "Ich finde es unangenehm, solange ich wenig als Gegenleistung bringen kann und andere Studenten es so viel schwerer haben, vor allem in dieser unsicheren Corona-Zeit", schrieb die 17-Jährige im Sommer in einem handgeschriebenen Brief an Premier Rutte.

Twitter / RTLnieuws | Prinzessin Amalia wird erst im Dezember 18 Jahre alt, aber bereits jetzt spekulieren niederländische Medien darüber, wen sie einmal heiraten wird
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Die Niederlande hatten am 1. April 2001 als erstes Land der Welt die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Inzwischen sind 28 weitere Länder diesem Beispiel gefolgt.

Die schwedische Netflix-Serie "Young Royals" hat dieses Jahr die Möglichkeit eines schwulen Thronfolgers behandelt (queer.de berichtete). In der hochgelobten Serie muss der fiktive Prinz Wilhelm seine Homosexualität vor der Öffentlichkeit verstecken. (dk)



#1 Sven100Anonym
  • 13.10.2021, 12:00h
  • ""Amalia De licht roept"

    de plicht roept!

    Abgesehen von diesem kleinen Druckfehler ist dies wieder mal ein Beispiel dafür, dass die Niederlande das gegenüber Schwulen und Lesben liberalste Land der Welt sind.
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  • Anm. d. Red.: Der Fehler wurde korrigiert.
#2 Evje van DampenAnonym
#3 SakanaAnonym
  • 13.10.2021, 12:54h
  • So sehr ich die Niederlande auch schätze en ik hou veel van het in het Nederlands praten en schrijven, aber ich bin sehr froh, in einer parlamentarischen Demokratie zu leben, in der nicht das Parlament bzw Kabinett der Liebes- und Eheentscheidung deser Bundeskanzler:in oder Bundespräsident:in bestimmt durch Zustimmung oder Ablehnung. Deshalb halte ich konstitutionelle Monarchien wie das Fürstentum Liechtenstein oder parlamentarische Demokratien auch für etwas antiquiert.

    Das hat selbst in den Niederlanden bei gemischtgeschlechtlichen Paaren zu Zank und Unbill geführt (siehe Beatrix und Bernhard oder auch Willem und Máxima oder Johann Friso und Mabel).
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#4 AtreusProfil
  • 13.10.2021, 13:07hSÜW
  • Vielleicht sollte man die physische Manifestation des Ur-Rassismus und menschlichen Unheils zu Grabe tragen, statt künstlich am Leben zu erhalten?!

    Eine kleine, elitäre Clique von Menschen, die aufgrund von Geburt und "blauem Blut" über allen anderen steht, Positionen und Ansprüche geltend macht, die niemand sonst qua Arbeit oder Studium erlangen darf und Familien, bzw. Dynastien repräsentieren, die um des eigenen Glanzes und der Macht wegen, 1000 Jahre lang Krieg geführt, ganze Völker vernichtet und versklavt, Länder geplündert und kolonialisiert und schließlich 1914 den alten Kontinent und die Erde in die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts geführt haben, dessen Nachwehen uns bis heute beschäftigen.

    Ich persönlich finde alles, was diese Menschen repräsentieren, über die Maßen ekelerregend und abstoßend, ebenso wie diejenigen, die sie in einer Art geschichtsvergessener, neureligiöser Vergötterung verehren.
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#5 dellbronx51069Anonym
  • 13.10.2021, 19:09h
  • Antwort auf #4 von Atreus
  • Mit solchen Urteilen als Deutscher über unsere Nachbarn halte ich mich mal zurück.
    Wir haben als Nation im letzten Jahrhundert doch genug Elend nicht nur über die NL gebracht sondern über die ganze Welt.
    Von den ermordeten Homosexuellen und Juden etc. in dieser Zeit möchte ich hier garnicht reden.
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#6 meinungAnonym
  • 13.10.2021, 20:20h
  • Antwort auf #4 von Atreus
  • Historisch richtig, und das Konzept mag veraltet sein.

    Interessanterweise sind es allerdings grade die europäischen Monarchien die sich in den letzten 100 Jahren recht fortschrittlich gezeigt haben, in Belgien das Land zusammengehalten haben, in Spanien sogar das Land in die Moderne katapultiert und die Demokratie verteidigt.

    Schaue ich mir mal an was "fortschrittliche" Regierungsformen seit Stalin, Mao, Kim Jong Il und Un bis aktuell Maduro in Venezuela und Lukaschenko in Belarus abziehen....
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#7 AtreusProfil
  • 13.10.2021, 20:52hSÜW
  • Antwort auf #5 von dellbronx51069
  • Ich finde es relativ sinnlos, in völliger Unkenntnis über die europäischen Dynastien so eine sinnentkernte Erwiderung zu verfassen, denn das Haus Oranien-Nassau ist eben deutsch, so wie beinahe alle anderen Königshäuser Europas und ehemals. Das Stammwappen setzt sich nicht umsonst aus Corvey, Dortmund, Fulda und Weingarten zusammen.

    Desweiteren sprach ich von der Institution Monarchie als Ganzes, deren größten Verbrechen ebenfalls alle deutsch geführt waren.

    Als das britische Empire seine größte Ausdehnung erreichte, herrschte das Haus Hannover.

    Die Hohenzollern (Preußen) verantworten den Genozid an den Nama und Herero.

    Belgien ist mit Leopold II. durch die Kongo-Gräuel in die Geschichte eingegangen, seines Zeichens Sachsen-Coburg und Gotha. Selbige Gräuel werden übrigens des öfteren als " eines der größten, fast vergessenen Menschheitsverbrechen" bezeichnet. In Auszügen nachzulesen in Joseph Conrads "Herz der Finsternis".

    Und das sind jetzt nur winzige Auszüge aus dem 19. und 20. Jahrundert. Die Liste ließe sich endlos verlängern, gehen die Häußer schließlich bis ins Frühmittelalter zurück.

    Und um dir die Mühe zu ersparen:

    Russland - Holstein-Gottorp
    Dänemark - Oldenburg
    Norwegen - Holstein-Gottorp und Oldenburg
    Schweden - Sachsen-Coburg und Gotha, Oldenburg und Pfalz-Zweibrücken
    Griechenland - Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Braunschweig-Lüneburg
    Rumänien - Hohenzollern-Sigmaringen
    Luxemburg - Hohenzollern-Sigmaringen
    Liechtenstein - Wittelsbach (Bayern)
    Monaco - Baden

    usw. ...

    Der Rest Europas, etwa Jugoslawien, Spanien, Italien und andere, ja sogar Mexiko, gehörte und gehört unseren deutschsprachigen Freunden im Süden, den Habsburgern und ihren Nebenlinien aus Österreich.
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#8 AtreusProfil
  • 13.10.2021, 21:23hSÜW
  • Antwort auf #6 von meinung
  • "...in Belgien das Land zusammengehalten..."

    Also das ist nun wirklich, angesichts der Kongogräuel, an Zynismus und Menschenverachtung kaum überbietbar. Hier ist man ja einiges gewohnt, aber das schlägt dem Fass den Boden aus, dachte ich bis eben noch, wir wären uns einig darüber, dass es für jedwedes Land das Beste wäre, erst gar nicht annektiert, kolonialisiert und ausgebeutet zu werden.

    Als nächstes müssen dann die Inder noch froh sein, dass seine Majestät King George VI. die Kronkolonie Indien bis 1949 zusammengehalten hat, ja? Als Leuchtfeuer und Ausdruck der könglich-englischen Modernisierung.

    Mir läuft es in eiskalten Schauern den Rücken hinab.
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#9 dellbronx51069Anonym
  • 13.10.2021, 22:18h
  • Antwort auf #7 von Atreus
  • Da Du ja ein ausgemachter Experte i.S. History bist , kannst Du mir sicher auch die Frage beantworten warum z.B. in den USA nachdem es Republik war der Rassismus und der Genozid an der First Nation weiter betrieben wurde auch ohne die Monarchie.
    Warum die Araber schon im frühen Mittelalter bis nach Nordeuropa segelten und von dort Sklaven entführen. Mit dem deutschen Adel sind die ja jetzt eher nicht verwandt.
    Nur eines von vielen Beispielen welche Deine Thesen entkernen um bei Deiner schicken Wortwahl zu bleiben.
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#10 AchilleosAnonym