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Überraschende Wendung

Mordprozess in München: Waren Opfer und Täter ein schwules Paar?

Der Raubmord in Starnberg, bei dem drei Menschen Anfang 2020 getötet worden waren, könnte ein Beziehungstat gewesen sein.


Das Landgericht München will herausfinden, warum im Januar in Starnberg drei Menschen sterben mussten (Bild: Hermann / pixabay)

Der seit August vor der Jugendkammer des Landgerichts München laufende Prozess um einen Dreifachmord in Starnberg hat am Montag eine überraschende Wendung genommen: Der 21-jährige Angeklagte Maximilian B. soll Geliebter des Opfers Vincent P. gewesen sein, der im Januar 2020 im Alter von 21 Jahren in seinem Elternhaus erschossen worden war.

Auch die 60-jährige Mutter und der 64-jährige Vater waren damals durch Schusswaffen getötet worden. Als Grund für den brutalen Mord nimmt die Staatsanwaltschaft Habgier an – demnach wollten die zwei mutmaßlichen Täter die illegale Waffensammlung von Vincent P. stehlen.

Die beiden Verteidiger des anderen Angeklagten, des 20-jährigen Samuel V., erklärten laut "Spiegel" (Bezahlartikel) vor Gericht, sie seien sicher, dass der Angeklagte und das 21-jährige Opfer seit September 2019 eine Beziehung gehabt hätten. Sie hätten auch in der Tatnacht Sex gehabt. So sei Büchsenmacherlehrling Vincent P. nur mit einer Unterhose bekleidet tot aufgefunden worden. An Bett und der Unterhose befinden sich nach Überzeugung der Anwälte Sperma- und DNA-Spuren beider Männer. Samuel V. war angeklagt worden, weil er Maximilian B. zum Tatort gefahren haben soll.

In Chatnachrichten als "Boi" bezeichnet

Außerdem hätten Chat-Nachrichten der beiden auf die Beziehung hingewiesen. So hätten sie sich gegenseitig als "Boi" bezeichnet. Samuel V.s Anwalt erklärte gegenüber "Bild": "Das Wort 'Boi' wird in der LGBTQ-Szene als Synonym für 'schwul' verwendet. Wenn Max B. und der getötete Vincent von P. ein Verhältnis hatten und das maßgeblich für die Tat war, dann hätte das absolut nichts mit unserem Mandanten zu tun."

Vincent P. habe in den Mitteilungen mehrfach darauf gedrängt, dass Maximilian B. ihn besuchen komme – er habe sogar angeboten, die Kosten für die Fahrt zu übernehmen. Zudem habe die Halbschwester des Getöteten erklärt, sie habe von der nicht-heterosexuellen Orientierung ihres Bruders gewusst. Die Verteidiger des mutmaßlichen Mittäters wollen sie daher als Zeugin laden.

Ursprünglich waren die Ermittler*innen von einem Familiendrama ausgegangen, da Vincent P. mit einer Waffe in der Hand gefunden worden war. Sie hätten ihn daher nicht auf Spuren sexueller Handlungen untersucht. Dies müsse laut der Verteidigung nun nachgeholt werden. Der Prozess soll noch bis Mai 2022 laufen. (cw)



#1 queergayProfil
  • 13.10.2021, 18:12hNürnberg
  • Daß das Stehlen einer Waffensammlung der Grund für diesen 3-fach-Mord gewesen sein soll, war mir von Anfang an irgendwie abwegig erschienen. Ermittler verbeissen sich manchmal in fixe Mord-Ideen, die sie sich zusammenkonstruieren.
    Dieses ganze Geschehen könnte durchaus noch die Vorlage für ein interessantes Drehbuch mit nachfolgendem Spielfilm werden.
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#2 KanadischerAnonym