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Heterosexuelle Panik

Früherer Superman-Darsteller regt sich über Bisexualität von Superboy auf

Dass sich der Sohn von Superman in einem neuen Comic als bisexuell outet, führt zu den gewohnten queerfeindlichen Reflexen.


Da war die heterosexuelle Welt für Dean Cain noch in Ordnung: In den Neunzigerjahren spielte er in einer Fernsehserie an der Seite von Terry Hatcher (vor ihrer Zeit als "Despearte Housewife") Clark Kent alias Superman (Bild: ABC)

Im neuesten "Superman"-Comic verliebt sich Jon Kent, der Sohn von Clark Kent und Lois Lane, in einen anderen Mann – und outet sich als bisexuell (queer.de berichtete). Diese Geschichte führt – wie gewohnt – zu teils hysterischen Reaktionen. Bekanntester Kritiker dieses neuen Handlungsstrangs ist ausgerechnet Dean Cain, der Hauptdarsteller der 88-teiligen Serie "Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark" aus den Jahren 1993 bis 1997. Er spielte den Superhelden an der Seite von Terri Hatcher ("Desperate Housewives").

Ausgerechnet im Frühstücksfernsehen des erzkonservativen Meinungssenders "Fox News Channel" erklärte der 55-Jährige: "Ich denke, es ist nicht kühn und mutig." Mutig wäre es seiner Meinung nach gewesen, "wenn er für die Rechte von schwulen Menschen im Iran kämpfen würde", sich gegen Taliban einsetze oder gegen jene Mächte wehre, die Flüchtlinge in die USA bringen. Eine offen queere Person in den USA hielt Cain allerdings für nicht notwendig.

Twitter / tonichiulli

Die Äußerungen von Cain, der im Jahr 2000 auch eine schwule Rolle in "Der Club der gebrochenen Herzen – Eine romantische Komödie" von Greg Berlanti übernommen hatte, sind nicht überraschend: Er ist einer der wenigen Hollywood-Darsteller*innen, die sich 2016 und 2020 für Donald Trump als Präsidenten einsetzten. Im rechten Meinungssender schimpft er immer wieder über den angeblich in den USA um sich greifenden "Anti-Amerikanismus" und die "Woke Culture" der laut Cain lebensfremden linksliberalen Elite – als "Woke" kritisieren rechte Kreise gerne den ihrer Meinung nach übertriebenen Einsatz gegen Rassismus, Sexismus oder den Klimawandel.

"Ich war früher verärgert, dass Dean Cain hetero war"

In sozialen Medien erhielt Cain viel Kontra für seine Ansichten. Der schwule "Star Trek"-Schauspieler George Takei ("Sulu") reagierte humorvoll mit den Worten: "Dean Cain ist offenbar verärgert über das bisexuelle Coming-out des neuen Superboys in den Comics. Ich war früher verärgert, dass Dean Cain hetero ist, aber er hat mich jetzt definitiv davon geheilt."

Twitter / GeorgeTakei

Die parteiischen "News"-Medien in den USA und in Großbritannien laufen unterdessen Sturm gegen das Coming-out. So erregte sich Kommentator Nigel Farage im britischen Privatsender GB News darüber, dass heterosexuelle "Alphamännchen" wie Superman inzwischen auf der "Liste der gefährdeten Arten" stünden.

Im Frühstücksfernsehen des britischen Senders ITV darf sich sogar ein Schwuler über den bisexuellen Superboy aufregen: Schauspieler Christopher Biggins schimpfte darüber mit den Worten: "Warum können wir nicht das behalten, was wir hatten?" Biggins ist wegen seiner Biphobie berüchtigt: 2016 behauptete er etwa im "Promi Big Brother"-Haus, dass Bisexuelle "der schlimmste Typ" von Menschen seien; er machte Bisexuelle außerdem für die Verbreitung von HIV verantwortlich.

Twitter / Divinadecampo | "Drag Race"-Kandidatin Divina De Campo widerspricht dem biphoben Schauspieler
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Besonders harsch sind die Reaktionen in rechten sozialen Netzwerken. Im rechtsextremen US-Nachrichtenmagazin "Breitbart" lassen Leser*innen ihrem Hass freien Lauf. "Nur ein weiteres Beispiel dafür, dass Liberale Schwulenpornos für Kinder und das Mehrheits-Amerika produzieren", heißt es etwa in einem Kommentar. Ein weiterer Nutzer schrieb: "Es wäre mutig, wenn anständige Amerikaner gegen die Homo-Mafia und ihre fröhlichen Kumpanen – die Pädophilen und die Perversen – vorgehen würden."

Twitter / DCSuperman | Zur Erinnerung: Grund der Aufregung ist ein harmloser Comic
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#1 mesonightAnonym
  • 14.10.2021, 14:55h
  • Mein Gott, wie kann man sich über so etwas denn nur aufregen? Ich bin mir sicher, das die gleichen Leute sich für wahnsinnig offen und tolerant halten und so rein gar nichts gegen Schwule haben.
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#2 Sarah_SAnonym
  • 14.10.2021, 15:32h
  • Wow, wenn sich zwei Männer küssen ist das also gleich Pornografie aber wenn Mann und Frau ich küssen die schönste und normalste Sache der Welt? Man kommt echt nicht hinterher wie diese bigotten Gehirne denken.
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#3 LeashProfil
#4 ErrareHumanumEstAnonym
  • 14.10.2021, 18:43h
  • Antwort auf #2 von Sarah_S
  • Ich finde es auch so absurd, dass Homosexualität oft wirklich auf die sexuelle Ebene reduziert wird (= pornographisch)! In genau diese bigotten Hirne will anscheinend einfach nicht rein, dass man Menschen des gleichen Geschlechts sich nicht nur begehren, sondern auch lieben können!
    Ich bin demisexuell und in einer lesbischen Beziehung, bei mir funktioniert es ausschließlich über Liebe und tiefes Vertrauen.
    Vielleicht ist der Begriff - sexuell auch sehr kurz gefasst. Vielleicht trifft es Homo-, hetero-, oder bi-amurös besser :). Genau wie Transsexualität wie ich finde ein falscher Begriff ist und zurecht nun Identität verwendet wird. Menschen sind nicht nur ihre Begehrlichkeiten :).
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#5 qwertzuiopüAnonym
  • 14.10.2021, 21:56h
  • Cain regt sich in dem Video auf, es sei kein mutiger Zug, dass "Superboy" einen Hacktivisten datet, er sagt mutiger wäre, es ginge um den Kampf gegen den Terror - was ein Hacktivist ist, weiß er nicht, gibt er zu, während Edward Snowden, Chelsea Manning und Julian Assange übelsten staatlichen Repressionen ausgesetzt sind. Hätte er halt mal gegoogelt, dann wär ihm vllcht mehr zum Thema Mut eingefallen als sich daran zu stören, dass der Junge bi und kein Soldat ist.
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#6 Vater2Anonym
  • 15.10.2021, 20:43h
  • Antwort auf #1 von mesonight
  • Das sind die gleichen Vollidioten, die sich selber für unglaublich offen und tolerant halten und Zustände bekommen wenn der eigene Sohn schwul ist.

    Außerdem:

    "Ich habe ja nichts gegen Schwule aber..."
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