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"Liberal City Index"

Das sind die sexpositivsten Städte der Welt

Das Onlinemagazin "Lust Mag" hat die sexuelle Offenheit internationaler Großstädte untersucht. Zwei deutsche Städte landen im Ranking ganz weit vorn.


Auch dank der legendären "Sexy"-Party konnte sich Köln den europäischen Spitzenplatz erobern (Bild: Sexy Köln)

Der "Liberal City Index" soll Aufschluss darüber geben, wie sexuell offen internationale Großstädte sind. Auch die Sichtbarkeit von LGBTI spielt in der Studie des Onlinemagazins eine große Rolle. So werden beispielsweise die Anzahl von queeren und queerfreundlichen Bars und LGBTI-Events in rund 62 Städten weltweit ausgewertet.

Köln und Berlin landen auf Spitzenplätzen

Während die amerikanische Metropole New York im Ranking auf dem ersten Platz landet, folgen dicht dahinter auf den Plätzen zwei und drei die deutschen Großstädte Köln und Berlin. Beide Städte können aufgrund ihrer zahlreichen Queer-Events und einer rechtlich (vergleichsweise) sehr stabilen Situation für LGBTI punkten.

Die Top-25 der liberalsten Städte der Welt

1. New York
2. Köln
3. Berlin
4. Madrid
5. Los Angeles
6. San Francisco
7. London
8. Amsterdam
9. Montreal
10. Atlanta
11. Sydney
12. Paris
13. Chicago
14. Toronto
15. Melbourne
16. San Diego
17. Barcelona
18. Houston
19. Wien
20. West Hollywood
21. Rom
22. Miami
23. Dallas
24. Santiago
25. Vancouver

Wie wurde der "Liberal City Index" erhoben?

Der "Liberal City Index" wurde auf Basis von insgesamt 14 Kriterien erstellt, die Rückschlüsse über die gesellschaftliche und rechtliche Akzeptanz von Sexualität geben sollen. Neben queeren Events und Bars wurden daher u.a. auch die Anzahl von örtlichen Sexshops, der Zugang zu PrEP sowie der Umgang mit sexueller Diskriminierung berücksichtigt.

Fast nur europäische und amerikanische Städte in den Top-25

Auffällig ist: Das Ranking wird von nordamerikanischen und westeuropäischen Städten stark dominiert. Insgesamt sind 13 nordamerikanische Städte in den Top-25 vertreten. Deutschland ist zwar "nur" zweimal vertreten, aber dafür ganz oben. Mit Sydney, Melbourne und Santiago de Chile befinden sich lediglich drei Metropolen eines anderen Kontinents in den Top-25.

Als Grund hierfür geben die Studienmacher*innen die angewendete Methodologie an, denn: Um einen Platz im "Liberal City Index" zu bekommen, war die offizielle und legale Durchführung von mindestens drei queeren (Groß-)Veranstaltungen vor Ort wesentliche Grundvoraussetzung – und eine Hürde, an der viele Städte bis dato offensichtlich scheitern.



59 Kommentare

#1 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 07:30h
  • Für Berlin trifft das zweifellos zu, ich finde es sehr passend, daß dies ein 'liberal index' ist - die kleine, aber notwendige Korrektur muß sein: 'neo-llberal'.

    Markt- und Konkurrenzdenken, und, wichtiger: handeln, eine hierarchisierte Selbstoptimierungs-Landschaft, in der folgerichtig Geburtslotterie- Privilegien nicht nur, wie in der Gesamtgesellschaft, als 'Verdienst' und 'Leistung' Ungleichheit verschärfen, sondern - und das ist (!) diese sex positivity! - als Attraktivität und sexyness.

    Eine glorreiche 'Befreiung', man kann nur gratulieren. Ob irgendwann zB soziologisch 'Sozialkapital' die Unterkategorie 'sexuelles Kapital' erhält oder nicht, ist unwichtig - denn es ist klar, daß es um Kapital (!) geht.
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#2 DominikAnonym
  • 15.10.2021, 08:32h
  • Ich halte nicht viel von solchen Listen. Es kommt doch sehr darauf an, in welchen Vierteln der jeweiligen Großstadt man sich auf der Straße "offen queer" zeigt. In Berlin-Neukölln beispielsweise ist das was ganz anderes als in Berlin-Schöneberg, und die Straßen von Köln-Chorweiler sind auch ein ganz anderes Pflaster als etwa die der Kölner Südstadt. Und prinzipiell sind die Unterschiede zwischen den Großstädten einer gleichen "kulturellen Sphäre" auch nicht so gewaltig: Wenn Köln und Berlin hier auf Platz 2 und 3 landen, könnte man beispielsweise Hamburg und München genauso gut in die Top-10 aufnehmen, oder die Verhältnisse in Brüssel (nicht platziert) als auch nicht viel anders als in Amsterdam (Platz 8) oder Paris (Platz 12) ansehen. Wenig aussagekräftig das Ganze, würd ich sagen.
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#3 KoelleMyLoveAnonym
  • 15.10.2021, 08:45h
  • Antwort auf #2 von Dominik
  • Naja, immer wenn ich z.B. Besuch aus Paris oder Brüssel oder Italien da habe, sagen sie, wie liberal es in Köln grundsätzlich ist und das die Stadt einfach einen positiven und offenen Vibe hat, den die dort nicht so spüren.

    Das gibt es so auch in München nicht und selbst Berlin fällt ab, vielleicht aufgrund der Größe? Hier sind die Leute von der Einstellung her jedenfalls sehr viel unterschiedlicher.
    Die AfD wurde bei dieser peinlichen Bürgermeisterinnen-Wahl richtig stark und in manchen Bezirken sogar führende Partei. Die Leute findest du aber dort überall verteilt, nicht nur in den Randbezirken. Gruselig.
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#4 Karla KolumnaAnonym
  • 15.10.2021, 09:06h
  • Antwort auf #3 von KoelleMyLove
  • Der Ur-Berliner ist oft gar nicht weltoffen und liberal. Eher das ganze ranzige Gegenteil.
    Die Zugezogenen und Jüngeren machen das hauptsächlich aus.
    Aber ist halt auch nicht gewachsen und schnell vergänglich.
    Deshalb habe ich auch noch nie diesen Hype um Berlin verstanden.
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#5 BerlinerKindAnonym
  • 15.10.2021, 09:24h
  • Antwort auf #4 von Karla Kolumna
  • stimmt, die Kehrwoche haben die Berliner eingeführt und die zugezogenen Schwaben haben die dann nur übernommen.
    Und Prenzlberg vor der Wende, nur Spießer! Die wurden dann zum Glück alle nach der Wende von coolen Zugezogenen verdrängt...Und, letzte Frage, wo sind in Prenzlauer Berg eigentlich die ganzen schwulen Läden hin (und auch die nicht-schwulen, mal von ein paar Cafés für Muttis mit Kinderwagen abgesehen=?? Da gibt es nämlich keiner mehr, trotz der ganzen coolen Neubürger...Soviel zu deinen Argumenten
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#6 Karla KolumnaAnonym
#7 DominikAnonym
  • 15.10.2021, 09:52h
  • Wie gesagt, ich finde, dass es vielmehr auf die jeweilige Perspektive ankommt und oberflächliche Pauschal-Images nur begrenzt aussagekräftig sind.

    Komme ich als Tourist in eine Stadt oder lebe ich dauerhaft dort? Bin ich ein Frisch-Hinzugezogener oder schon jahrelang in dieser Stadt verwurzelt? Bin ich ein schwuler Arbeiter aus Marzahn oder ein hipper Lifestyle-Schwuler aus Charlottenburg? (usw.) Je nachdem, wen man wo antrifft und was und wie fragt, kann da ein sehr verzerrtes Bild von den tatsächlichen Umständen vor Ort entstehen.

    Eine Beispiel-Hypothese: Möglicherweise leben ja queere Menschen in skandinavischen Großstädten noch sehr viel glücklicher, offener und akzeptierter als in Städten wie Köln oder Berlin, doch findest du Oslo, Stockholm, Göteborg, Malmö, Kopenhagen, Helsinki (...) eben nicht auf so einer Liste, da die "queere Szene" in diesen Städten kleiner ist - qualitativ aber möglicherweise auch höherwertiger (!) - und Städten wie Köln und Berlin ein gewisses "Anything goes"-Image anhaftet. Doch in Stockholm lässt es sich möglicherweise trotzdem besser "queer leben" als in Berlin; kommt halt immer auf die jeweilige Perspektive an. ;)
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#8 Karla KolumnaAnonym
  • 15.10.2021, 10:20h
  • Antwort auf #7 von Dominik
  • Ja, vom Lebensgefühl her ist es analog NL in Skandinavien sicher noch entspannter als bei uns in D.
    Die Leute sind einfach von ihrer ganzen Einstellung her absolut liberal und tolerant. Es ist einfach eine Grundeinstellung, die nicht durch Medien und Co so stark wie bei uns unterstützt oder vorangetrieben werden muss.

    Ein weiterer Fakt ist aber die Infrastruktur: wie viele Einrichtungen, Bars, Clubs, Saunas usw. gibt es? Da sieht es leider in diesen Ländern etwas mauer aus und daher auch dieses Ergebnis.
    Klar, vielleicht sind solche queer Spaces dort einfach nicht so nötig. Finde sie aber dennoch wichtig, da wir uns sonst nur noch über Dating-Apps kennenlernen können?
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#9 fraesdorffAnonym
  • 15.10.2021, 10:38h
  • Was besagt das Kriterium "drei queere Großveranstaltungen"? Pro Jahr? Bisher überhaupt? Es ist keine der skandinavischen Metropolen auf der Liste, was auf Grund der hier herrschenden Liberalität kaum zu glauben ist. Kopenhagen und Malmö haben die World-Pride 2021 ausgerichtet. Das ist freilich nur eine queere (Groß-)Veranstaltung pro Jahr, aber die jährlichen CSDs gibt es hier auch - ebenso in Stockholm. Hat Köln wirklich drei queere Großveranstaltungen pro Jahr?! Merkwürdige Liste!
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#10 BalinaAnonym