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Kommentare zu:
Das sind die sexpositivsten Städte der Welt


#59 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 20.10.2021, 20:24h
  • Antwort auf #57 von Mephala
  • Nach den ganzen negativen Ereignissen der letzten Tage, hier noch mal eine schöne Geschichte, die ich heute erlebt habe.

    Ich war heute bei meiner Gynäkologin zur jährlichen Kontrolle. Vorgespräch mit einer Arzthelferin: "und Phoebe, wann war die letzte Regelblutung?"
    Ich antwortete knapp "Ich habe keine Regel."
    Darfhin die Arzthelferin "oh nein, wurde Ihnen der Uterus entfernt?"
    Ich schaue schnell auf den Monitor, der meine Krankenakte zeigt und sagte "Nein, ich bin transgeschlechtlich."
    Die Arzthelferin meinte dann "Das habe ich gar nicht bemerkt."
    Ich musste grinsen und zeigte ihr dann den Eintrag in der Akte. :)
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#58 LotiAnonym
  • 18.10.2021, 16:06h
  • Antwort auf #57 von Mephala
  • Dazu hätte ich eine Story parat, die mir in San Francisco passiert ist. Meine große Liebe Patrick u.ich bewohnten 75 eine altviktorianische Wohnung im Schwarzen Viertel. Fast täglich stand draußen vorm Haus ein ca.7jähriges Mädchen und spielte. Immer wenn sie Pat mit mir sah, rief sie recht schelmisch: You are a Woman. Dieser Schlagabtausch ging soweit, dass Pat sich eines Tages in Pose warf und das Mädchen fragte: Was denkst Du, bin ich ein Mann oder eine Frau? Sie kichert vor sich hin und sagt unverblümt, eine Frau. Und Pat lächelt sie an und sagt: Du hast vollkommen recht.
    Hinzu kommt noch eine Gruppe von schwarzen Jugendlichen die uns immer wieder beschimpften mit Schwuchteln. Eines Tages platzte mir der Kragen und ich ging zu der Gruppe und geigte den Jungs meine Meinung. Denen stand tatsächlich der Mund offen und danach war Schluss. Patrick behauptete schlichtweg, ich hätte Glück gehabt. Aber danach ließ man uns in Ruhe.
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#57 MephalaAnonym
  • 17.10.2021, 16:53h
  • Antwort auf #52 von PhoebeEulenbaer
  • @ Loti: Dankeschön, ich grüße zurück!

    Ich hab' auch noch eine ....

    Sommer 2019, Schauplatz: großer Park, Mephala & ihre beste Frendin (cis) auf Parkbank

    Kind: (5 -6 Jahre, rosa Kleidchen, Haarspangen, baut sich ca. 1 m neben Mephala auf, schaut sie an, macht Kinder-Verlegenheitsgesten)

    Mephala: (sehr lieb): Na?

    Kind: Du siehst aus wie ne Frau!

    Mephala: Das liegt daran, daß ich eine bin.

    Kind: (schaut sichtlich nachdenklich)

    Mephala: Na, wenn du mir nicht glaubst, (Name beste Freundin) glaubst du doch bestimmt, oder?

    Mephalas beste Freundin: Es stimmt, neben mir sitzt ne Frau!

    Kind: (schaut zwischen Mephala und bester Freundin hin und her) Na gut! (Läuft zu Gruppe spielender Kinder)
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#56 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 17.10.2021, 14:19h
  • Antwort auf #54 von Loti
  • Das freut mich, dass ich das trübe Herbstwetter vertreiben konnte. :)

    Eine schöne Geschichte hab ich auch noch.
    Ich war so mehr oder weniger am tanzen zu etwas live Musik, da kommt eine Bekannte zu mir und sagte: "Süsse, nicht mit dem Hintern wackeln. Du musst deine Knie benutzen, dann kommt der Rest von alleine. Ich mach das vor und du machst es nach."
    Dann haben wir gemeinsam getanzt. Das schöne war, sie hat es alles ohne einen Vorwurf oder Tadel gesagt. Sie hat mich einfach so akzeptiert wie ich bin und mir gezeigt, wo ich noch etwas Hilfe brauchte.
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#55 PhoebeEulenbaerAnonym
#54 LotiAnonym
  • 17.10.2021, 09:10h
  • Antwort auf #53 von Mephala
  • Wie schön als Außenstehender Deine und die Kommentare von PhoebeEulenbear hier zu lesen. Macht einen Wetter verhangenen Sonntagmorgen gleich wieder Stimmungsvoll.
    Ich freue mich für Euch beiden. Grüße aus der Hauptstadt. Selbstverständlich auch an Larah gerichtet.
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#53 MephalaAnonym
  • 16.10.2021, 23:32h
  • Antwort auf #52 von PhoebeEulenbaer
  • Ja, ich verstehe Dich ganz genau! Und ich freue mich für Dich!

    Ich finde, das sind die Momente - und es sind nicht nur Momente, manchmal werden daraus wunderschöne tiefe Freundschaften zB - in denen uns 'die Welt' für unseren Mut und unseren Kampfgeist belohnt! Das ist allerdings meine Sicht, ich weiß, es gibt Frauen, die trans sind, und diese Auffassung nicht teilen.

    Jedenfalls - es geht! Ich erlebe solche Situationen so oft, daß ich gelernt habe, das zu erwarten, und ich habe verstanden, daß ich das auch erwarten sollte. Das macht es sehr viel einfacher, diejenigen auszusortieren und - meine Sprache - zum Teufel zu jagen, die mit mir nicht klar kommen - 'mit mir' impliziert hier natürlich 'als Frau'. Denn wenn sie das nicht können, liegt das nicht an mir.

    Paß gut auf Dich auf!
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#52 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 16.10.2021, 18:08h
  • Antwort auf #50 von Mephala
  • Nein, alles gut. Freut mich sehr, dass du meinen Namen magst. :)

    Ich hab da auch viele schöne Erlebnisse mit. Zum Beispiel wenn ich gefragt werde wie meine Eltern auf den Namen gekommen sind.
    Für solche Situationen habe ich zwischen schon den Ausdruck "ich wurde gecisgendert" eingeführt. ;)

    Ich kenne auch viele schöne Momente.
    Einmal meinte die Tochter einer Bekannten zu mir "Wenn ich groß bin, will ich so eine tolle und schöne Frau sein wie du."
    Uh, hat da mein Herz einen Sprung gemacht. :)

    Oder als ich mit Freundin darüber gesprochen habe, was so alles hinter meinem Rücken erzählt wurde. Die eine meinte dann "aber das kann man doch nicht einfach sagen, das du trans bist."
    Als ich antwortete, dass ich aber transgeschlechtlich bin, sagte sie "oh, dass wusste ich nicht... Ja, aber nein, das kann man nicht von dir sagen, auch wenn du es bist. Du bist eine Frau."
    Die war so empört, dass sie sich drei Mal wiederholt hat.
    Das ich eine Frau bin, stand völlig außer Frage. Ich musste schon sehr grinsen.

    Und eine Bekannte sagte mal, dass selbst wenn ich alles rückgängig machen würde, wäre ich für sie weiterhin eine Frau. Weil es gar nicht anders geht.

    Das sind so die Momente in denen ich strahle. :)
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#51 KoelleMyLoveAnonym
#50 MephalaAnonym
  • 16.10.2021, 16:03h
  • Hauptsache Du bist zufrieden - und strahlst.

    (Ich hoffe, es nervt Dich nicht, wenn ich auf Deinen Namen anspiele, ich finde ihn schön)

    Ja - stimmt, was Du sagst. Mich haben allerdings eine Menge schöner oder witziger Momente für das ermüdende Dasein als Erklär-Bärin entschädigt, manche waren beides ...

    Beispiel:

    Mephala: (setzt einer gerade kennen gelernten cis Frau, die zum ersten Mal wissentlich mit einer trans Frau spricht, auseinander, was sie in bestimmten Situationen tut - und nicht tut)

    Cis Frau: (Mit großen erstaunten Augen) Du bist ne Frau!

    Mephala: Na, wovon rede ich hier die ganze Zeit???

    (Gelächter)

    Oder die vielen schönen Szenen, als ich in einer Fortbildung war und einige der cis Frauen sich eigenmächtig zu meinen Mode-, Kosmetik- und Typ-Beraterinnen ernannt haben.

    Eine hatte einmal ein Kleid an, dessen Farbe ich wunderschön fand, was ich ihr sagte. Am nächsten Tag brachte sie es mit und schenkte es mir.

    Reduziert habe ich mich überhaupt nicht gefühlt. Sofort oder sehr bald als Frau an- und aufgenommen aber sehr wohl!

    Das kann schlicht und einfach an mir liegen. Wir sind ja - bekanntlich! - nicht alle gleich.

    Ich setze mich auch in Alltagssituationen auf meine Weise durch.

    Beispiel:

    Schauplatz: Heruntergekommener Außenbezirk

    Angetrunkener alter Mann: (Zeigt mit dem Finger) Und du bist eigentlich ein Mann!

    Mephala: (seelenruhig) Ich bin eigentlich ne Frau.

    Zufällig vorbeigehende cis Frau, geschätzt in den 40ern: (Versucht sich das Lachen zu verkneifen, scheitert dabei)

    Angetrunkener alter Mann: (unartikulierter Laut, etwa; 'Öh!')

    Mephala: (zwinkert cis Frau zu, zündet sich Zigarette an, geht weg)

    Mir macht sowas Spaß.

    Aber, wie gesagt, das kann an mir liegen. Natürlich hat das jeweils Folgen: wer mir keinen Respekt erweist, wird zum Teufel gejagt, und es tut nicht gut, sich mit mir anzulegen. Ansonsten bin ich sanft und verspielt wie ein Kätzchen - na ja, vielleicht wie ein etwas größeres. Eins, das nicht 'miez' sondern 'roarrr' macht. Zugegeben.

    Ich selbst erkläre mir das so: Ich weigere mich kategorisch, die soziale Rolle 'trans Frau' (copyright: Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung) zu spielen, fordere 'Frau' ein - und darum funktioniert das.

    Aus mir macht niemand 'einen transsexuellen Patienten'.

    Das meine ich übrigens mit 'Freiheit'.
  • Antworten » | Direktlink »
#49 SchadeAnonym
#48 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 16.10.2021, 14:51h
  • Antwort auf #44 von Mephala
  • An das Murmeltier dachte ich auch. Immer wieder die gleichen Fragen und die gleichen Antworten. Nur die Leute ändern sich.

    Natürlich funktioniert es, aber trotzdem ist es anstrengend. Gerade dieser Moment der Aufklärung, da werde ich auf das "Trans-sein" reduziert. Das passiert ja unabhängig davon, ob ich vorher oder hinter als Frau akzeptiert werde. Das liegt daran, dass es kein singuläres Ereignis ist, sondern sich für mich immer wiederholt.

    Wie gesagt ich wohne in der Provinz. Hier ist es keine Szene, statisisch bin ich wohl auch die einzige transgeschlechtliche Frau hier. Egal wohin ich gehe, ich bin nie einer anderen transgeschlechtlichen Frau begegnet. Meine beste, transgeschlechtliche Freundin wohnt mal eben über 300km entfernt. Nichts, wo ich mal eben hin kann.
    Also bleibt mir gar nichts außer die Erklär-Bärin zu spielen.

    Hier gibt es keine Partys, keine Clubs oder Safe Spaces. Mit Dating kenne ich mich nicht aus, wozu auch? Ich bin verheiratet, wenn dann habe ich ein Date mit meiner Frau.
    Ich tanze gerne mal, aber das geht auch auf Konzerten oder bei einer Session im Irish Pub. Ich hab eh kein echtes Talent dafür.
    Flirten mach ich auch nicht, höchstens unfreiwillig. Wenn ein Mann mal wieder einen Smalltalk nicht erkennt und denkt es geht um mehr. Dann kriegt er die klare Ansage, dass ich lesbisch bin.
    Und an Sex habe ich generell wenig Interesse.

    So sieht es aus in der Provinz transgeschlechtlich zu sein.
    Aber ich bin zufrieden, auch wenn ich vieles nicht habe, was andere haben.
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#47 MephalaAnonym
#46 ya no estoy aquiAnonym
#45 MephalaAnonym
  • 16.10.2021, 13:14h
  • Antwort auf #43 von ya no estoy aqui
  • Nein, Du bist nicht da, ich weiß.

    Und natürlich hast Du recht. Es kann schon sein, daß ich als Europäerin nur auf 'Irr- und Schattenpfaden' dorthin komme, wohin es viel kürzere Wege gäbe. Zumal ich - bis auf kurze, aber sehr wichtige Begegnungen! - allein gehen muß. Aber, ich komme an.

    Was es heißt, sich zu befreien, habe ich schon gelernt. Vielleicht verstehe ich eines Tages noch, was Schönheit ist.

    - hugs -
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#44 MephalaAnonym
  • 16.10.2021, 13:00h
  • Antwort auf #42 von PhoebeEulenbaer
  • Da hast Du natürlich nicht unrecht, liebe Eule.

    Anstrengend - ja. Zudem dieses 'Groundhog Day' (täglich grüßt das Murmeltier) - Gefühl: eins ums andere Mal das kleine 1 x 1 ...

    Aber: es funktioniert. In schöner Regelmäßigkeit. Ich habe dann auch nicht den Eindruck, auf 'die trans Frau' reduziert zu werden - das würde ich bemerken und, ahem, nicht gut darauf reagieren.

    Wo ich immer (!) auf 'trans Frau' reduziert worden bin: im Kontakt- und Machtbereich der Berliner Szenen. Da bin ich nicht 'jemand', da bin ich die Zielscheibe für die jeweilige Transmisogynie, mit der ich als 'Wahrheit' über mich überklebt werde. Und die allerschlimmsten Erfahrungen habe ich in der einen oder anderen Form mit Szene- trans Frauen gemacht. Na ja, mit Ausnahme der Situation, als ich getötet werden sollte, da war, der Wahrheit halber, keine direkt beteiligt. Aber 'unsolidarische Szene trans Frau' ist in Berlin tautologisch.

    Weißt Du - so recht Du auch hast: ich habe immerhin die Wahl zwischen lebenslang Erklär- Bärin und dieser Gift- und Pestgrube, die ich kurz und bündig Szeneland nenne. Da fällt die Entscheidung nicht schwer.

    Eine Redensart hier: 'Berlin ist groß' - womit auch gemeint ist: hier ist es möglich, zu verschwinden, was in kleinen Käffern unmöglich ist. Die kann man nur verlassen. In Berlin kann ich ziemlich mühelos Szeneland systematisch meiden, ohne mich zuhause verschanzen zu müssen. Ab und zu sehe ich Szenefiguren, sie sehen mich, sie schneiden mir Fratzen, meist signalisieren sie mir Verachtung, was ich hoheitsvoll ignoriere, ich verachte sie nämlich meinerseits. Und, das war's dann wieder.

    Natürlich bedeutet das viele no go areas. Na und? Das ficht mich nicht an, da gibt es nichts - nichts! - das ich wollen könnte.

    In gewisser Hinsicht bin ich sogar dankbar - alle Feinde sind verkleidete Lehrer. Ich habe nämlich gelernt, mein Selbstbild und meinen Selbstwert nicht an irgend etwas zu ketten, worüber Szenefiguren Macht ausüben, und zu erkennen, daß ich nichts davon brauche. Nichts. Ich brauche keine Partys, keine Clubs, keine 'safe spaces' (die der blanke Hohn sind!), kein dating, von dem ich sowieso keine Ahnung habe, ich tanze nicht (außer 'den Tanz des Ares' - Homer, Ilias, den kann ich!), ich flirte nicht (keine Ahnung wie das geht), ich werde nie 'Sex haben' (danke, Szeneland!), keinen 'kink' ( dito), kein 'polycule' (dito), niemand wird mich je als Frau begehren und lieben - abermals danke, Szeneland! Aber dafür habe ich meinen Stolz und meine Freiheit. Das ist es wert.
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#43 ya no estoy aquiAnonym
  • 16.10.2021, 12:15h
  • Antwort auf #40 von Mephala
  • "Sie ist nicht das 'ganz Andere', sie ist Karikatur und Turbokompressor einer Gesellschaft, die sich (Foucault 1976) statt einer ars erotica eine scientia sexualis gegeben hat."

    "ars erotica"

    !exclamation mark!

    Womit wir - wenn auch auf typisch europäisch-intellektuell-verrenkten Irr- und Umwegen - doch noch bei der metaphorischen Magnolienblüte in Carmen Carrera's Hand und somit der Botschaft in David LaChapelle's ikonischem Doppel-Foto angekommen sind.

    I'm wowed!

    seattlegayscene.com/2014/05/david-lachapelles-once-in-the-ga
    rden-features-all-of-carmen-carrera/


    Man hätte anstelle eines umständlichen Michel Focault auch die Poesie eines Garcia Márques oder Federico García Lorca lesen können - oder aktuell Camila Sosa Villada...geht aber auch viel direkter, einfacher und vor allem schneller:

    "My message is: beauty has no gender. At the end of the day beauty is beauty.
    - Carmen Carrera

    love,
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#42 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 16.10.2021, 11:39h
  • Antwort auf #40 von Mephala
  • Aber es ist so anstrengend immer wieder die Erklär-Bärin zu spielen.
    Ich kann ja nun nicht jeden Menschen auf der Welt persönlich aufklären. Das ist eine Aufgabe für eine Göttin und nicht für eine Frau.
    Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich in vielen Situationen wohl die erste transgeschlechtliche Frau bin, die Leute bewusst treffen. Natürlich haben Menschen Fragen, weil sie "das" nicht kennen. Aber es ist nicht leicht immer wieder nur auf das "Trans-sein" reduziert zu werden. Meistens entsteht daraus zwar Akzeptanz und ein besseres Verständnis, aber ich habe manchmal keine Lust immer wieder über die Transition, Hormone und juristische oder medizinische Schritte zu sprechen. Manchmal will ich auch einfach nur über Dinge wie Essen, Kleidung, Hobbys oder das Wetter reden.
    Manchmal habe ich es einfach satt Aufklärungsarbeit zu leisten und mir damit Akzeptanz zu verschaffen, bis man mich als Frau akzeptiert.
    Wer will schon jeden Tag immer wieder bei Null anfangen? Wie in einer Zeitschleife.

    Warum erwähne ich meistens gar nicht mehr mehr, dass ich transgeschlechtlich bin? Weil ich es satt habe und ich das Privileg habe ein "perfektes Passing" zu haben. Was auch immer das sein soll, mir wurde das sogar per Gutachten zugeschrieben, daher bin ich sehr kritisch bei solchen Begriffen.
    Für mich ist das einfach nur Glück und Zufall.
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#41 LotiAnonym
  • 16.10.2021, 11:07h
  • Antwort auf #6 von Karla Kolumna
  • Berliner Kind beschreibt hier nicht die Ur-Berliner, denn von denen gibt es in der Hauptstadt gerade mal noch 30%. Die Urberliner*innen waren ein recht tolerantes Stadtvolk. Mit kesser Schnauze und gesundem Kiez im jeden Bezirk. Das aber ist lange vorbei. Schon gleich nach der Wende haben viele der Hauptstadt den Rücken gekehrt und sind woanders hingezogen. Denn dass es nicht besser wurde, sondern eher schlechter, muß selbst ich einsehen.
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#40 MephalaAnonym
  • 16.10.2021, 05:52h
  • Antwort auf #39 von Anonyma
  • Mein Eindruck ist, daß wir es hier mit zwei miteinander verketteten Problemen zu tun haben, die - und da hast Du selbstverständlich recht - ausschließlich zu Problemen von trans Personen gemacht werden (!), was dann auch noch Rechtfertigungs-Fallen für trans Personen produziert. Das hat selbstverständlich etwas mit Macht zu tun!

    Anfangs (das ist eine Weile her ...) habe ich mich noch darüber gewundert, daß insbesondere Transmisogynie in der 'community' bzw. deren Sektoren/'communities' ausgeprägter, brutaler, übergriffiger, perfider, also insgesamt schlimmer ist als in der Gesamtgesellschaft. Immer wieder habe ich die Erfahrung gemacht, daß besonders cis Frauen in eigentlich allen sozialen Kontexten, aus allen Klassen/Schichten und jeden Alters mich sehr schnell als Frau akzeptieren und entsprechend mit mir umgehen, obwohl ich definitiv kein 'perfektes' cis passing habe. Oft ist mir totale Unwissenheit in puncto trans begegnet, oft war und bin ich die erste trans Frau, mit der mein Gegenüber wissentlich überhaupt spricht. Dann bin ich eben Erklär-Bärin/ trans ambassador, aber das funktioniert. Womit ich meine: ich werde ernst genommen, und das, was ich sage, auch. Das führt dann, wenn ich mit den jeweiligen cis Frauen länger zu tun habe, regelmäßig dazu, daß diese über ihr eigenes Frau-Sein nachdenken, womöglich anders als vorher, und das mit mir teilen.

    Schreiender Kontrast: die Berliner Szenen. Die Unwissenheit ...

    ...das ist Problem #1 ...

    ist genauso total wie in der Gesamtgesellschaft, hat aber eine andere Qualität. Denn während cis Frauen in der Gesamtgesellschaft womöglich nur ab und zu (Fernsehen, Netz, Presse ...) sporadisch mitbekommen haben, daß es 'das' überhaupt gibt, was ich ihnen absolut nicht negativ ankreide, 'wissen' die Szenefiguren definitiv, daß es trans Personen gibt, scheren sich einen Dreck um unsere Lebensrealitäten (Deine Kritik!), werfen uns und unsere Anliegen regelmäßig unter den Bus - was eben die andere Qualität (!) dieser Unwissenheit ausmacht. Das ist ein passiv-aggressives Ausblenden, ein Nicht-Wissen-Wollen.

    Eher hört man auf wirklich jede Art von trans Feinden, und derer gibt es viele, als auf uns.

    Jetzt wirds häßlich.

    Wie Foucault sagte: 'Alle Machttechnologien zielen auf den Körper'. Anstatt auch nur die Rahmensetzungen und Kontexte auch nur zur Kenntnis zu nehmen, die trans Körper in Deutschland erst hervorbringen ...

    ... das ist Problem #2 ...

    werden unsere Körper auf jede Weise zur Zielscheibe und damit zur sozialen Waffe gegen uns gemacht.

    Und hier ist der Sozialdarwinismus, das ist er.

    Ob trans Frauen durch die Diffenenz 'fuckable/unfuckable' in zwei patriarchale Kategorien aufgeteilt werden (was hochprivilegierte jpngere trans Frauen in der Queerszene für sich ausnutzen und gegen die anderen verstärken), ob Männer uns fetischisieren, uns damit dehumanisieren und in akute Lebensgefahr bringen (das sind die Szenarien, in denen trans Frauen von Männern getötet werden), ob wir zu perversen, mörderischen 'Männern in Frauenkleidern' gemacht werden, mit all den Folgen, die das hat -

    es ist im Grunde ein und das selbe, Gesichter der Transmisogynie.

    Darum verschwimmen sie auch ineinander. Darum treten sie alle vermischt in allen Sektoren der 'community' auf.

    Der Unterschied, auf den es ankommt, ist nicht die Spielart der Transmisogynie, es ist der Intensitätsgrad. Und dieser steht in direkter Relation dazu, je aufgeladener der Bereich jeweils ist - mit Sex. In jeder und jeglicher Form.

    Wenn die 'community' charakterisiert werden soll, dann so: sie hat, und zwar nicht obwohl, sondern weil (!) das ihr eigentliches Thema ist - nicht-heteronormatives Begehren - das Problem der 'grauen Majestät des Sex' ( Foucault 1976) nicht gelöst. Sie hat es verschärft, zugespitzt, intensiviert. Sie ist nicht das 'ganz Andere', sie ist Karikatur und Turbokompressor einer Gesellschaft, die sich (Foucault 1976) statt einer ars erotica eine scientia sexualis gegeben hat.

    Darum versagt sie auch nicht, darum ist sie stattdessen auf dem besten Weg, ein voll integrierter Funktionsbereich einer Gesellschaft zu sein, indem sie 'voll dagegen' ist.

    Nach Freiheit indessen muß frau sich anderswo umsehen.
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#39 Anonyma
  • 16.10.2021, 00:15h
  • Antwort auf #28 von Sakana
  • "Allgemein bereitet mir dieser Hyperindividualismus schon erhebliche Sorgen, weil Graubereiche oder Unperfektes nicht mehr akzeptiert wird und gerade von Trans*personen ein nahezu perfektes "Passing" geradezu erwartet wird."

    Ich weiß nicht, was für Phantasien in Deinem Kopf so zum Thema "Passing" herumgeistern, aber es wäre wirklich nett, wenn diese Unsitte, die Körper von uns trans Menschen immer wieder irgendwie ideologisch zu instrumentalisieren, endlich mal aufhören würde. Wir sind weder ein "Graubereich" noch irgendwie "unperfekt" (warum muss ich da jetzt gerade wieder an diese kürzlich hier bei queer.de präsentierten "sexualpädagogischen" Grusel-Pappkarten denken?) und mit "Hyperindividualismus" hat "Passing" auch nichts zu tun. "Passing" ist für uns vor allem erstmal (über)lebenswichtig. Ich wüsste nicht, wie ich die vergangenen 21 Jahre meines Lebens ohne mein "Passing" hätte überstehen sollen, denn ich war und bin weder dazu bereit, mein Leben in sozialer Isolation zu verbringen, noch habe ich jemals die Lust verspürt, mich im Namen irgendwelcher soziologischen oder sozialpädagogischen (Cis-)Träumereien von einer (vermeintlich) "besseren Welt" an irgendeiner ideologischen Front als instrumentalisiertes Kanonenfutter verheizen zu lassen. Also sei doch bitte einfach mal so lieb und such Dir für Deine Hyperindividualismus-Sorgen eine andere Projektionsfläche als das "Passing" von trans Menschen, denn daran hängt dummerweise tatsächlich hin und wieder das eine oder andere (Über)Leben. Und ganz nebenbei bemerkt habe zumindest ich nach oben erwähnten 21 Jahren inzwischen auch ganz generell die Nase gestrichen voll davon und empfinde es als absolut übergriffig und respektlos, dass unser "Passing" immer wieder von cis Menschen in den verschiedensten Kontexten problematisiert werden und als Projektionsfläche für alles mögliche und unmögliche herhalten muss.
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#38 lindener1966Profil
#37 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 15.10.2021, 19:22h
  • Antwort auf #28 von Sakana
  • Also mit Dating kenne ich mich absolut nicht aus.

    Aber mit Passing dafür umso mehr. Grundsätzlich ist es erst einmal so, dass die meisten Menschen die Plausibilität der eigenen Identität vom Passing abhängig machen. Egal worum es geht. Ob du im Supermarkt an der Kasse stehst oder auf Klo musst oder ob Menschen einfach nur Smalltalk mit dir machen.
    Sobald Menschen der Meinung sind, dass irgendwelche körperlichen Merkmale nicht zu deiner Geschlechtsidentität passen wird es komisch. Dann darfst du dir Fragen stellen lassen und dich rechtfertigen.
    Ich selbst bin relativ attraktiv und die meisten merken nichts von meiner Transgeschlechtlichkeit, aber was ich so manches Mal erlebt habe ist einfach unglaublich.
    Ich weiß echt nicht, wie das ist so was täglich zu erleben. Immer wieder zu erleben, dass die eigene Identität und Existenz in Frage gestellt wird.
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#36 SakanaAnonym
  • 15.10.2021, 18:51h
  • Antwort auf #34 von Mephala
  • "Du hast mich wieder neugierig gemacht auf das Kommende, das will ich Dir sagen."

    Du hast mich ebenfalls sehr neugierig gemacht auf kommende Diskussionen.

    "Nämlich: wenn wir uns so schnell und (für diese Kommentarspalten ...) mit derartigem Tiefgang einig werden, dann lese ich das als das mögliche (!) Sich- Auftun neuer Möglichkeiten. Wieso? Weil unsere Situiertheiten doch signifikant verschieden sind. Was nicht daran hindert, daß wir die gleichen Toxizitäten auch beide so nennen und unsere jeweiligen Perspektiven aneinander anschußfähig sind."

    Ich bin generell für einen ausgleichenden Dialog mit guten Argumenten zu verschiedenen Situiertheiten mit ähnlichen Toxizitäten, die vielleicht auf den ersten Blick nich so sichtbar sind wegen der Privilegien-Diskussion. Wir sollten deshalb auf den Punkten aufbauen, die uns verbinden thematisch, dann sind wir auch gegen Queer-Feind:innen schlagkräftiger. Damit es für uns alle in unseren verschiedenen Situiertheiten am Ende erträglicher und besser wird ;)
  • Antworten » | Direktlink » | zu #34 springen »
#35 SaskanellaAnonym
#34 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 18:38h
  • Antwort auf #33 von Sakana
  • Du hast mich wieder neugierig gemacht auf das Kommende, das will ich Dir sagen.

    Nämlich: wenn wir uns so schnell und (für diese Kommentarspalten ...) mit derartigem Tiefgang einig werden, dann lese ich das als das mögliche (!) Sich- Auftun neuer Möglichkeiten. Wieso? Weil unsere Situiertheiten doch signifikant verschieden sind. Was nicht daran hindert, daß wir die gleichen Toxizitäten auch beide so nennen und unsere jeweiligen Perspektiven aneinander anschußfähig sind.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #33 springen »
#33 SakanaAnonym
  • 15.10.2021, 17:56h
  • Antwort auf #30 von Mephala
  • Ich finde das interessant, da ich - ich denke: begreiflicherweise! - am allerwenigsten wissen kann, was sich in der schwulen Dating- Szene, Dir zufolge regelmäßig, abspielt. Die Folgen allerdings leuchten mir ein.

    Ich finde, dass du generell valide Punkte ansprichst, die gerade auch im Kontext solcher Ranking von sexpositiven Städten eine gewichtige Rolle spielen und oft unter den Tisch gekehrt werden mit der Maßgabe, dass die Probleme nur eine Minderheit in der Minderheit beträfen. Dazu habe ich eine interessante Studie zu Esstörungen bei Jungen und Männern gefunden, aus der ich zitieren möchte:

    "Die Mehrzahl der Jungen und Männer mit Essstörungen ist heterosexuell. Studien zeigen jedoch gleichzeitig eine hohe Prävalenz von Essstörungen bei homosexuellen Männern.
    Sowohl in klinischen Stichproben als auch in der Allgemeinbevölkerung lag der Anteil zwischen 14 % und 42 % (Feldman & Meyer 2010). Im Vergleich zu heterosexuellen Männern zeigen homosexuelle Männer höhere Raten an Körperunzufriedenheit,
    Essstörungen und Essstörungssymptomen
    sowie Bestrebungen, ihre Muskelmasse zu steigern (Bosley 2011). Diese Befunde werden zum Teil auf die Schwulen-Subkultur zurückgeführt, in der körperliche Erscheinung und Attraktivität eine große Rolle spielen. Darüber hinaus wird
    angenommen, dass die Stigmatisierung homosexueller Männer und das möglicherweise daraus resultierende Schamgefühl zusätzliche Risikofaktoren für die Entstehung von Ess- und
    Körperbildstörungen darstellen."

    www.landesfachstelle-essstoerungen-nrw.de/fileadmin/contents
    /Broschueren/Essstoerungen_bei_Jungen_und_Maennern.pdf,

    S.10

    Als schwuler Mann ist man gerade in seiner ureigensten Findungsphase sehr häufig mit idealen und idealisierten Körperbildern konfrontiert (sei es in Pornos, Filmen oder Romanen), die vermitteln sollen, wie man auszusehen hätte, um den perfekten idealen Partner zu bekommen. Gleichzeitig kommt noch das männliche Konkurrenzverhalten zum Tragen und schwupps landet man in einer handfesten Essstörung, die sich entweder in Anorexie, Orthorexie oder Muskelwahn äußern kann. Deshalb ist vieles daran "toxisch", ohne dass es notwendigerweise "toxisch" gemeint ist, sondern eher als positiv erstrebenswert verkauft wird.

    "Ich habe in diesem thread anfangs überlegt, ob ich 'toxisch' schreiben soll, sehe jetzt aber, bestätigt von Dir und anderen, daß das treffend und gerechtfertigt ist. Vielleicht gesagt werden muß."

    Ist in dem Artikel auch angemessen zu thematisieren, dass sich Lust heute auch an der fuckability der handelnden Person bemisst und wie sie allgemein "gerankt" wird. Welches Sehnsuchtsideal sie (nicht) erfüllen kann als Subjekt oder Objekt erotischer Begierden. Das fließt alles in diese Rankings subtil mit ein.

    "Vielleicht ein wenig klüger geworden durch das Wissen, daß 'Ordnungen emergieren' (Organisationssoziologie uA wie Du vielleicht weißt): Ich muß sagen ich bin positiv überrascht, wie viel Zustimmung meine Kritik hier findet."

    Ordnungen emergieren zweifellos ständig und es ist die Frage, ob sie sich auch verstetigen oder teilweise aufgebrochen und neu arrangiert werden. Finanz- oder Staatskrisen sind dafür immer Anhaltspunkte, ob sich eine emergierende Ordnung auch wieder drehen kann. Deshalb ist dein Kritikpunkt hier auch wieder valide.
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#32 lucdfProfil
  • 15.10.2021, 17:51hköln
  • Dass Köln ganz oben ist, finde ich erstaunlich. Die Stadt ist eher provinziell und ein bisschen langweilig.
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#31 PierreAnonym
  • 15.10.2021, 17:11h
  • Ich frage mich, warum Köln und Berlin vor London und San Francisco liegen, wo man deutlich freier als gleichgeschlechtliches Paar durch die Stadt laufen kann und deutlich weniger Angst vor Gewalt haben muss.
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#30 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 16:47h
  • Antwort auf #28 von Sakana
  • Ich finde das interessant, da ich - ich denke: begreiflicherweise! - am allerwenigsten wissen kann, was sich in der schwulen Dating- Szene, Dir zufolge regelmäßig, abspielt. Die Folgen allerdings leuchten mir ein.

    Ich habe in diesem thread anfangs überlegt, ob ich 'toxisch' schreiben soll, sehe jetzt aber, bestätigt von Dir und anderen, daß das treffend und gerechtfertigt ist. Vielleicht gesagt werden muß.

    Vielleicht ein wenig klüger geworden durch das Wissen, daß 'Ordnungen emergieren' (Organisationssoziologie uA wie Du vielleicht weißt): Ich muß sagen ich bin positiv überrascht, wie viel Zustimmung meine Kritik hier findet.

    Hat da vielleicht die Pandemie etwas aufgebrochen, taube Ohren etwa? Aber darüber zu spekulieren kann nicht meine Sache sein.
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#29 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 16:25h
  • Antwort auf #25 von qwertzuiopü
  • ...dann verstehst Du sicher auch, warum ich hier (the Black Hands) Mephala bin.

    'Proceed only with the simplest terms, for all others are enemies and will confuse you.

    Six are the formulas to heaven by violence, one that you have lerarned by studying these words.

    Six are the walking ways, from enigma to enemy to teacher.

    Boethiah and Azura are the principles of the universal plot, which is begetting, which is creation, and Mephala makes of it an art form.'

    - Lessons of Vivec, Sermon 6 -
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#28 SakanaAnonym
  • 15.10.2021, 15:38h
  • Antwort auf #26 von Mephala
  • Freut mich auch sehr, dass wir in dem Feld so übereinstimmen. Beschäftige mich auch hin und wieder intensiv mit Foucault und Luhrmann, aber auch im Bereich Kommunikation mit Watzlawik und co. Ich finde auch mind_the_gaps Beiträge im Bereich geschlechtergerechte Sprache sehr bereichernd.

    Allgemein bereitet mir dieser Hyperindividualismus schon erhebliche Sorgen, weil Graubereiche oder Unperfektes nicht mehr akzeptiert wird und gerade von Trans*personen ein nahezu perfektes "Passing" geradezu erwartet wird. Dabei gibt es auch da logischerweise viele selbstgewählte Zwischenformen und Präferenzen im Aussehen und Verhalten. Es gibt nicht *die* Trans*Frau oder *den* Trans*Mann meiner Erfahrung nach.

    Und in der schwulen Dating-Szene spielt eben auch die altersgerechte fuckability eine wahnsinnig wichtige Rolle und die Annäherung an körperliche Idealformen, die bei Männern auch zu anorektischen oder orthorektischen Essstörungen führen können bzw. Muskelsucht. Man könnte auch von einer intensivierten endogenen Problematik sprechen, die sich logischerweise auch auf die nachkommenden Generationen auswirkt. Da ist auch noch sehr viel Arbeit zu leisten.

    ----
    P.S.: Für alles andere empfehle ich das Sondierungspapier der drei Parteien von heute. Da steht unter Punkt 8 auf den Seiten 9-10 sehr viel erhellendes und positives drin ;)

    www.tagesspiegel.de/politik/12-seitiges-ampel-sondierungspap
    ier-auf-diese-punkte-haben-sich-spd-gruene-und-fdp-geeinigt/
    27708272.html


    mehr sage ich dazu in dem Thread aber auch nicht. Vielleicht wird da noch ein eigener Artikel bei queer.de draus.
    ----
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#27 MephalaAnonym
#26 MephalaAnonym
#25 qwertzuiopüAnonym
#24 SakanaAnonym
  • 15.10.2021, 14:47h
  • Antwort auf #23 von Mephala
  • Mir fällt in dem Zusammenhang noch die "fuckability" von Frauen* besonders im altersmäßigen Zusammenhang insbesondere in der Filmbranche ein.

    Aber es stimmt schon generell, dass die queere Szene und Community/ies in größeren Städten wie Berlin mehr auf das Geschlecht, das Aussehen, das Alter und den sozialen Status (in sozio-ökonomischer wie ethnischer Hinsicht) einer Person schaut, um eine Koituswahrscheinlichkeit zu determinieren. Zudem leben in Berlin dermaßen viele queere Menschen, dass die Selektivität per se qua Masse einfach steigt und viele nicht partizipieren können aufgrund vermeintlicher Makel.

    Selbst schwule Männer unterliegen einer "Verwertungskette", die bei einem lasziv engelsgleichen Twink mit Anfang 20 starten und dann schon beim "Daddy" mit Mitte 30 enden kann und alles, was danach kommt, fällt schon in die Kategorie "ekliger alter Opa" oder schlimmeres. Deshalb würde ich deinem Ansatz der sozialdarwinistischen Verwertungskette in unserer hyperindividualistischen Gesellschaftsordnung da durchaus zustimmen.
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#23 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 14:04h
  • Antwort auf #21 von Corny
  • Ich glaube, das ist - o Ironie - ziemlich komplex. Und ich mache mich nicht anheischig, das vollständig erklären zu können!

    Ein Zusammenhang, den ich sehe: Inklusion/Exklusion - ich zeige ganz kurz auf Luhmann, 'Jenseits von Barbarei', spezifisch auf seinen Hinweis, daß Inklusion/Exklusion in Aufwärts- bzw. Abwärts- Spiralen verläuft. Wer, sagt er, den Ausschluß aus einem Sozialsystem erfährt, erfährt sukzessive den Ausschluß aus weiteren.

    Als trans Frau weiß ich, daß das wahr ist.

    Was das mit sex positivity / Sozialdarwinismus zu tun hat? Kommt jetzt.

    Allle nicht-Weißen nicht-Deutschen nicht Heteras/Heteros machen Exklusionserfahrungen unterschiedlicher Schwere und Härte. Die 'communities', die sich als 'das ganz Andere' verkaufen, reproduzieren die selben Muster wie die Gesamtgesellschaft - übervereinfacht: Patriarchat, Turbokapitalismus. Man ist 'voll dagegen' und spielt die eigenen Machtkarten aus gegen die, die weiter unten sind. Da es aber primär um 'sexuelle Orientierung' und angeblich 'Befreiung' (!!!) geht, wird Sex und alles, was damit zusammenhängt, stark mit Sozialkapital (!) verknüft, das eben funktioniert wie Kapital. Dadurch wird der Selbstwert und der jeweilige 'Betrag' an Sozialkapital verkettet: Leute messen sich und andere daran.

    Ich finde, so gesehen ist die von mir behauptete Gleichsetzung von sex positivity und Sozialdarwinismus geradezu logisch. Darum, weil man in der Selbstdarstellung 'voll gegen' Turbokapitalismus und patriarchale Bewertungsschemata (Normschönheit, patriarchatskinforme sexyness ...) ist, aber in sozialen Kontexten lebt, in denen sie sich hart auswirken.

    Da könnte ich jetzt den Szenen Versagen bescheinigen, weil sie ihre Ansprüche nicht einlösen: 'voll dagegen', 'Befreiung'. Aber als Foucauldianerin interessieren mich die 'positiven Machtwirkungen': was bringen sie hervor, was für Subjekte? Mit welchen Folgen?

    Das ist jetzt sehr skizzenhaft, ich weiß.
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#22 StaffelbergblickAnonym
  • 15.10.2021, 13:39h
  • Diese "Untersuchung" mag Ausdruck nach den "geilsten Hotspots" auf der Weltkugel sein. Denn es wurde "die sexpositivsten Städte der Welt" in den Mittelpunkt gestellt. Ergo geht es wohl eher um die Frage wo kann ich am schnellsten mit wie vielen hemmungslos ficken. Damit auf den Nenner gebracht mag Berlin schon richtig liegen. Mein erster Freund sagte in meinen frühen unbedarften Anfangsjahren in Berlin ... hier wird rund um die Uhr gefickt.
  • Antworten » | Direktlink »
#21 CornyAnonym
  • 15.10.2021, 13:09h
  • Antwort auf #16 von Mephala
  • Menschen, die solche Kommentare abgeben, wie diejenige Person, welche Sie als Marxistin bezeichnet, nennt man allgemeinhin Populist:innen. (Das ist genau die Definition: Komplexe Sachverhalte stark vereinfachen).

    Zu Ihrem ursprünglichen Kommentar stimme ich vollkommen zu.

    Was ich nicht verstehe, ist, warum es so vielen Leuten nur um Geschlechtsverkehr und subjektiv "perfektes Aussehen" geht. Ist nicht der Charakter das wichtigste? (Aber vllt. bin ich dazu auch zu altmodisch).
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#20 MephalaAnonym
#19 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 12:43h
  • Antwort auf #15 von ToxicBritney
  • Och, meine Laune ist gar nicht so schlecht! Ich habe mir inzwischen beigebracht, radikal ohne all das zu leben, was mich als trans Frau unweigerlich (!) in Szenereien verwickeln würde, und seither bin ich oft guter Dinge und sogar fröhlich. Natürlich fallen damit im Grunde sehr wichtige Aspekte meines Lebens als Frau weg - von einigen wie zB dating weiß ich nur, daß es das gibt und was das ungefähr ist. Darum muß ich oft Begriffe recherchieren, aber das kann ich gut.

    Das sind einfach Prioritäten. Die Szenereien sind so furchtbar, daß nichts auf der Welt so gut sein kann, daß es wert wäre, dafür die Szenereien in Kauf zu nehmen!

    Aber da Du so nett zu mir bist, will ich mich um noch bessere Laune bemühen!
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#18 PhoebeEulenbaerAnonym
#17 BerlinerKindAnonym
  • 15.10.2021, 12:02h
  • Antwort auf #11 von Mephala
  • Obwohl wir vermutlich in komplett verschiedenen Welten leben, schätze ich deinen Kommentar sehr, denn er ist so wunderbar reflektiert und trotz der mit den Schilderungen einhergehenden vermutlichen Enttäuschungen sehr klar und nüchtern. Und inhaltlich trifft es, leider, den Nagel auf den Kopf. Daher: Hut ab!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #11 springen »
#16 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 11:59h
  • Antwort auf #13 von Danke
  • Gern geschehen! Nur da§ ich nicht Marxistin bin, ich argumentiere auch nicht marxistisch. Die Namen der Theorien, mit denen ich arbeite, sagen dir vermutlich nichts.

    Mach dir nichts draus. Reduktion von Komplexität funktioniert, 'alles gut', wie man heutzutage sagt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#15 ToxicBritneyAnonym
#14 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 11:48h
  • Antwort auf #12 von ToxicBritney
  • Weil hier zB keine dating- Plattform, kein Szeneladen oder dergleichen ist und ich nur 'virtuell' hier bin.

    Queer de ist ein Nachrichtenmagazin, und ich weiß die zuzeiten gute Arbeit (siehe zB die Artikel über das diesjährige lesbische Frühlingstreffen und alles von Jeja Klein) zu schätzen. Meistens, wenn ich kommentiere, biete ich nachprüfbare und recherchierbare Informationen an. Das kann, denke ich mir, nichts schaden.

    Als trans Frau sind all diese Angelegenheiten auch meine, ob es mir paßt oder nicht. Und nichts zu tun ist nicht meine Lebensformel.

    Ab und zu 'treffe' ich hier insgesamt drei andere trans Frauen (Eule, Anonyma, meine sis trans naysayer, die aber vermutlich nicht mehr herkommt), die ich sehr schätze und mag. Eine Art virtueller Cafétisch, an dem immer die selben hocken quasi. Sie tun hier ganz ähnliche Dinge wie ich.

    Reicht das als Begründung?
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#13 DankeAnonym
  • 15.10.2021, 11:27h
  • Antwort auf #1 von Mephala
  • Danke für deine klare Zurschaustellung, dass man Betonkopfmarxist*innen nie irgendetwas recht machen kann. Denn dann könnten sie ja nicht mehr jeden Fortschritt kaputtreden wollen, den eine freiere Gesellschaft als die von ihnen propagierte erlant - im Gegensatz zu dem von ihnen angesteben Unterdrückerstaat.
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#12 ToxicBritneyAnonym
#11 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 11:07h
  • Antwort auf #8 von Karla Kolumna
  • Was ja in Berlin ausschließlich von Situiertheiten abhängt, wie dieses Kennenlernen verläuft- ich schließe da dating apps mit ein, vor denen gruselt selbst mir!

    Und mir gruselts nicht so leicht.

    Meine eigenen Erfahrungen als (tendenziell) lesbische trans Frau mit den Berliner Szenefiguren waren derart, daß sie alles in den Schatten gestellt haben, was ich anderswo jemals erlebt habe.

    Inzwischen durchschaue und überblicke ich diese doch ziemlich große Landschaft und kann voraussagen, welche Mixtur von Transmisogynie und Sozialldarwinismus ich wo und wann vorfinden würde. 'Würde' darum, weil ich es überhaupt nicht einsehe, warum ich mich da auf irgend etwas einlassen sollte.Von bloßen Mikroaggressionen bis zu akuter Lebensgefahr ist da alles zu haben. Aber sonst nichts.

    Tatsächlich hege ich eine gewisse Bewunderung für das Errichten und Aufrechterhalten einer derart toxischen sozialen und sozioökonomischen Wüstenei, und die doch beträchtliche Errungenschaft, 'sex positivity' und 'Sozialdarwinismus' synonym gemacht zu haben. Und das Ganze dann 'community' zu nennen, das Ganze, und seine jeweiligen Sektoren, die ja auch 'communities' sind.

    Natürlich funktionieren diese in ihrer Toxizität für diejenigen, die die entprechenden Privilegien mitbringen. Das Gift sinkt wie ein schweres Gas nach unten. Oben, wo es produziert wird, wirkt es nicht.
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#10 BalinaAnonym
#9 fraesdorffAnonym
  • 15.10.2021, 10:38h
  • Was besagt das Kriterium "drei queere Großveranstaltungen"? Pro Jahr? Bisher überhaupt? Es ist keine der skandinavischen Metropolen auf der Liste, was auf Grund der hier herrschenden Liberalität kaum zu glauben ist. Kopenhagen und Malmö haben die World-Pride 2021 ausgerichtet. Das ist freilich nur eine queere (Groß-)Veranstaltung pro Jahr, aber die jährlichen CSDs gibt es hier auch - ebenso in Stockholm. Hat Köln wirklich drei queere Großveranstaltungen pro Jahr?! Merkwürdige Liste!
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#8 Karla KolumnaAnonym
  • 15.10.2021, 10:20h
  • Antwort auf #7 von Dominik
  • Ja, vom Lebensgefühl her ist es analog NL in Skandinavien sicher noch entspannter als bei uns in D.
    Die Leute sind einfach von ihrer ganzen Einstellung her absolut liberal und tolerant. Es ist einfach eine Grundeinstellung, die nicht durch Medien und Co so stark wie bei uns unterstützt oder vorangetrieben werden muss.

    Ein weiterer Fakt ist aber die Infrastruktur: wie viele Einrichtungen, Bars, Clubs, Saunas usw. gibt es? Da sieht es leider in diesen Ländern etwas mauer aus und daher auch dieses Ergebnis.
    Klar, vielleicht sind solche queer Spaces dort einfach nicht so nötig. Finde sie aber dennoch wichtig, da wir uns sonst nur noch über Dating-Apps kennenlernen können?
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#7 DominikAnonym
  • 15.10.2021, 09:52h
  • Wie gesagt, ich finde, dass es vielmehr auf die jeweilige Perspektive ankommt und oberflächliche Pauschal-Images nur begrenzt aussagekräftig sind.

    Komme ich als Tourist in eine Stadt oder lebe ich dauerhaft dort? Bin ich ein Frisch-Hinzugezogener oder schon jahrelang in dieser Stadt verwurzelt? Bin ich ein schwuler Arbeiter aus Marzahn oder ein hipper Lifestyle-Schwuler aus Charlottenburg? (usw.) Je nachdem, wen man wo antrifft und was und wie fragt, kann da ein sehr verzerrtes Bild von den tatsächlichen Umständen vor Ort entstehen.

    Eine Beispiel-Hypothese: Möglicherweise leben ja queere Menschen in skandinavischen Großstädten noch sehr viel glücklicher, offener und akzeptierter als in Städten wie Köln oder Berlin, doch findest du Oslo, Stockholm, Göteborg, Malmö, Kopenhagen, Helsinki (...) eben nicht auf so einer Liste, da die "queere Szene" in diesen Städten kleiner ist - qualitativ aber möglicherweise auch höherwertiger (!) - und Städten wie Köln und Berlin ein gewisses "Anything goes"-Image anhaftet. Doch in Stockholm lässt es sich möglicherweise trotzdem besser "queer leben" als in Berlin; kommt halt immer auf die jeweilige Perspektive an. ;)
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#6 Karla KolumnaAnonym
#5 BerlinerKindAnonym
  • 15.10.2021, 09:24h
  • Antwort auf #4 von Karla Kolumna
  • stimmt, die Kehrwoche haben die Berliner eingeführt und die zugezogenen Schwaben haben die dann nur übernommen.
    Und Prenzlberg vor der Wende, nur Spießer! Die wurden dann zum Glück alle nach der Wende von coolen Zugezogenen verdrängt...Und, letzte Frage, wo sind in Prenzlauer Berg eigentlich die ganzen schwulen Läden hin (und auch die nicht-schwulen, mal von ein paar Cafés für Muttis mit Kinderwagen abgesehen=?? Da gibt es nämlich keiner mehr, trotz der ganzen coolen Neubürger...Soviel zu deinen Argumenten
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#4 Karla KolumnaAnonym
  • 15.10.2021, 09:06h
  • Antwort auf #3 von KoelleMyLove
  • Der Ur-Berliner ist oft gar nicht weltoffen und liberal. Eher das ganze ranzige Gegenteil.
    Die Zugezogenen und Jüngeren machen das hauptsächlich aus.
    Aber ist halt auch nicht gewachsen und schnell vergänglich.
    Deshalb habe ich auch noch nie diesen Hype um Berlin verstanden.
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#3 KoelleMyLoveAnonym
  • 15.10.2021, 08:45h
  • Antwort auf #2 von Dominik
  • Naja, immer wenn ich z.B. Besuch aus Paris oder Brüssel oder Italien da habe, sagen sie, wie liberal es in Köln grundsätzlich ist und das die Stadt einfach einen positiven und offenen Vibe hat, den die dort nicht so spüren.

    Das gibt es so auch in München nicht und selbst Berlin fällt ab, vielleicht aufgrund der Größe? Hier sind die Leute von der Einstellung her jedenfalls sehr viel unterschiedlicher.
    Die AfD wurde bei dieser peinlichen Bürgermeisterinnen-Wahl richtig stark und in manchen Bezirken sogar führende Partei. Die Leute findest du aber dort überall verteilt, nicht nur in den Randbezirken. Gruselig.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »
#2 DominikAnonym
  • 15.10.2021, 08:32h
  • Ich halte nicht viel von solchen Listen. Es kommt doch sehr darauf an, in welchen Vierteln der jeweiligen Großstadt man sich auf der Straße "offen queer" zeigt. In Berlin-Neukölln beispielsweise ist das was ganz anderes als in Berlin-Schöneberg, und die Straßen von Köln-Chorweiler sind auch ein ganz anderes Pflaster als etwa die der Kölner Südstadt. Und prinzipiell sind die Unterschiede zwischen den Großstädten einer gleichen "kulturellen Sphäre" auch nicht so gewaltig: Wenn Köln und Berlin hier auf Platz 2 und 3 landen, könnte man beispielsweise Hamburg und München genauso gut in die Top-10 aufnehmen, oder die Verhältnisse in Brüssel (nicht platziert) als auch nicht viel anders als in Amsterdam (Platz 8) oder Paris (Platz 12) ansehen. Wenig aussagekräftig das Ganze, würd ich sagen.
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#1 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 07:30h
  • Für Berlin trifft das zweifellos zu, ich finde es sehr passend, daß dies ein 'liberal index' ist - die kleine, aber notwendige Korrektur muß sein: 'neo-llberal'.

    Markt- und Konkurrenzdenken, und, wichtiger: handeln, eine hierarchisierte Selbstoptimierungs-Landschaft, in der folgerichtig Geburtslotterie- Privilegien nicht nur, wie in der Gesamtgesellschaft, als 'Verdienst' und 'Leistung' Ungleichheit verschärfen, sondern - und das ist (!) diese sex positivity! - als Attraktivität und sexyness.

    Eine glorreiche 'Befreiung', man kann nur gratulieren. Ob irgendwann zB soziologisch 'Sozialkapital' die Unterkategorie 'sexuelles Kapital' erhält oder nicht, ist unwichtig - denn es ist klar, daß es um Kapital (!) geht.
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