Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=40234
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Das sind die sexpositivsten Städte der Welt


#21 CornyAnonym
  • 15.10.2021, 13:09h
  • Antwort auf #16 von Mephala
  • Menschen, die solche Kommentare abgeben, wie diejenige Person, welche Sie als Marxistin bezeichnet, nennt man allgemeinhin Populist:innen. (Das ist genau die Definition: Komplexe Sachverhalte stark vereinfachen).

    Zu Ihrem ursprünglichen Kommentar stimme ich vollkommen zu.

    Was ich nicht verstehe, ist, warum es so vielen Leuten nur um Geschlechtsverkehr und subjektiv "perfektes Aussehen" geht. Ist nicht der Charakter das wichtigste? (Aber vllt. bin ich dazu auch zu altmodisch).
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#22 StaffelbergblickAnonym
  • 15.10.2021, 13:39h
  • Diese "Untersuchung" mag Ausdruck nach den "geilsten Hotspots" auf der Weltkugel sein. Denn es wurde "die sexpositivsten Städte der Welt" in den Mittelpunkt gestellt. Ergo geht es wohl eher um die Frage wo kann ich am schnellsten mit wie vielen hemmungslos ficken. Damit auf den Nenner gebracht mag Berlin schon richtig liegen. Mein erster Freund sagte in meinen frühen unbedarften Anfangsjahren in Berlin ... hier wird rund um die Uhr gefickt.
  • Antworten » | Direktlink »
#23 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 14:04h
  • Antwort auf #21 von Corny
  • Ich glaube, das ist - o Ironie - ziemlich komplex. Und ich mache mich nicht anheischig, das vollständig erklären zu können!

    Ein Zusammenhang, den ich sehe: Inklusion/Exklusion - ich zeige ganz kurz auf Luhmann, 'Jenseits von Barbarei', spezifisch auf seinen Hinweis, daß Inklusion/Exklusion in Aufwärts- bzw. Abwärts- Spiralen verläuft. Wer, sagt er, den Ausschluß aus einem Sozialsystem erfährt, erfährt sukzessive den Ausschluß aus weiteren.

    Als trans Frau weiß ich, daß das wahr ist.

    Was das mit sex positivity / Sozialdarwinismus zu tun hat? Kommt jetzt.

    Allle nicht-Weißen nicht-Deutschen nicht Heteras/Heteros machen Exklusionserfahrungen unterschiedlicher Schwere und Härte. Die 'communities', die sich als 'das ganz Andere' verkaufen, reproduzieren die selben Muster wie die Gesamtgesellschaft - übervereinfacht: Patriarchat, Turbokapitalismus. Man ist 'voll dagegen' und spielt die eigenen Machtkarten aus gegen die, die weiter unten sind. Da es aber primär um 'sexuelle Orientierung' und angeblich 'Befreiung' (!!!) geht, wird Sex und alles, was damit zusammenhängt, stark mit Sozialkapital (!) verknüft, das eben funktioniert wie Kapital. Dadurch wird der Selbstwert und der jeweilige 'Betrag' an Sozialkapital verkettet: Leute messen sich und andere daran.

    Ich finde, so gesehen ist die von mir behauptete Gleichsetzung von sex positivity und Sozialdarwinismus geradezu logisch. Darum, weil man in der Selbstdarstellung 'voll gegen' Turbokapitalismus und patriarchale Bewertungsschemata (Normschönheit, patriarchatskinforme sexyness ...) ist, aber in sozialen Kontexten lebt, in denen sie sich hart auswirken.

    Da könnte ich jetzt den Szenen Versagen bescheinigen, weil sie ihre Ansprüche nicht einlösen: 'voll dagegen', 'Befreiung'. Aber als Foucauldianerin interessieren mich die 'positiven Machtwirkungen': was bringen sie hervor, was für Subjekte? Mit welchen Folgen?

    Das ist jetzt sehr skizzenhaft, ich weiß.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#24 SakanaAnonym
  • 15.10.2021, 14:47h
  • Antwort auf #23 von Mephala
  • Mir fällt in dem Zusammenhang noch die "fuckability" von Frauen* besonders im altersmäßigen Zusammenhang insbesondere in der Filmbranche ein.

    Aber es stimmt schon generell, dass die queere Szene und Community/ies in größeren Städten wie Berlin mehr auf das Geschlecht, das Aussehen, das Alter und den sozialen Status (in sozio-ökonomischer wie ethnischer Hinsicht) einer Person schaut, um eine Koituswahrscheinlichkeit zu determinieren. Zudem leben in Berlin dermaßen viele queere Menschen, dass die Selektivität per se qua Masse einfach steigt und viele nicht partizipieren können aufgrund vermeintlicher Makel.

    Selbst schwule Männer unterliegen einer "Verwertungskette", die bei einem lasziv engelsgleichen Twink mit Anfang 20 starten und dann schon beim "Daddy" mit Mitte 30 enden kann und alles, was danach kommt, fällt schon in die Kategorie "ekliger alter Opa" oder schlimmeres. Deshalb würde ich deinem Ansatz der sozialdarwinistischen Verwertungskette in unserer hyperindividualistischen Gesellschaftsordnung da durchaus zustimmen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #23 springen »
#25 qwertzuiopüAnonym
#26 MephalaAnonym
#27 MephalaAnonym
#28 SakanaAnonym
  • 15.10.2021, 15:38h
  • Antwort auf #26 von Mephala
  • Freut mich auch sehr, dass wir in dem Feld so übereinstimmen. Beschäftige mich auch hin und wieder intensiv mit Foucault und Luhrmann, aber auch im Bereich Kommunikation mit Watzlawik und co. Ich finde auch mind_the_gaps Beiträge im Bereich geschlechtergerechte Sprache sehr bereichernd.

    Allgemein bereitet mir dieser Hyperindividualismus schon erhebliche Sorgen, weil Graubereiche oder Unperfektes nicht mehr akzeptiert wird und gerade von Trans*personen ein nahezu perfektes "Passing" geradezu erwartet wird. Dabei gibt es auch da logischerweise viele selbstgewählte Zwischenformen und Präferenzen im Aussehen und Verhalten. Es gibt nicht *die* Trans*Frau oder *den* Trans*Mann meiner Erfahrung nach.

    Und in der schwulen Dating-Szene spielt eben auch die altersgerechte fuckability eine wahnsinnig wichtige Rolle und die Annäherung an körperliche Idealformen, die bei Männern auch zu anorektischen oder orthorektischen Essstörungen führen können bzw. Muskelsucht. Man könnte auch von einer intensivierten endogenen Problematik sprechen, die sich logischerweise auch auf die nachkommenden Generationen auswirkt. Da ist auch noch sehr viel Arbeit zu leisten.

    ----
    P.S.: Für alles andere empfehle ich das Sondierungspapier der drei Parteien von heute. Da steht unter Punkt 8 auf den Seiten 9-10 sehr viel erhellendes und positives drin ;)

    www.tagesspiegel.de/politik/12-seitiges-ampel-sondierungspap
    ier-auf-diese-punkte-haben-sich-spd-gruene-und-fdp-geeinigt/
    27708272.html


    mehr sage ich dazu in dem Thread aber auch nicht. Vielleicht wird da noch ein eigener Artikel bei queer.de draus.
    ----
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#29 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 16:25h
  • Antwort auf #25 von qwertzuiopü
  • ...dann verstehst Du sicher auch, warum ich hier (the Black Hands) Mephala bin.

    'Proceed only with the simplest terms, for all others are enemies and will confuse you.

    Six are the formulas to heaven by violence, one that you have lerarned by studying these words.

    Six are the walking ways, from enigma to enemy to teacher.

    Boethiah and Azura are the principles of the universal plot, which is begetting, which is creation, and Mephala makes of it an art form.'

    - Lessons of Vivec, Sermon 6 -
  • Antworten » | Direktlink » | zu #25 springen »
#30 MephalaAnonym
  • 15.10.2021, 16:47h
  • Antwort auf #28 von Sakana
  • Ich finde das interessant, da ich - ich denke: begreiflicherweise! - am allerwenigsten wissen kann, was sich in der schwulen Dating- Szene, Dir zufolge regelmäßig, abspielt. Die Folgen allerdings leuchten mir ein.

    Ich habe in diesem thread anfangs überlegt, ob ich 'toxisch' schreiben soll, sehe jetzt aber, bestätigt von Dir und anderen, daß das treffend und gerechtfertigt ist. Vielleicht gesagt werden muß.

    Vielleicht ein wenig klüger geworden durch das Wissen, daß 'Ordnungen emergieren' (Organisationssoziologie uA wie Du vielleicht weißt): Ich muß sagen ich bin positiv überrascht, wie viel Zustimmung meine Kritik hier findet.

    Hat da vielleicht die Pandemie etwas aufgebrochen, taube Ohren etwa? Aber darüber zu spekulieren kann nicht meine Sache sein.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »

» zurück zum Artikel