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Levada-Studie

Russland: 69 Prozent gegen homosexuelle Beziehungen

Nach einer neuen Umfrage ist die russische Gesellschaft in ihrer Einstellung gegenüber Lesben und Schwulen zunehmend gespalten. Die Akzeptanz wächst leicht – aber noch viel stärker die Ablehnung.


Das seit 2013 in ganz Russland geltende Gesetz gegen "Homo-Propaganda" hat die Queerfeindlichkeit der Bevölkerung noch verstärkt (Bild: Human Rights Watch)

Die russische Gesellschaft ist bei Fragen zu Homosexualität einer Umfrage zufolge zunehmend gespalten. In der am Freitag veröffentlichten Erhebung des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Levada bejahten 25 Prozent der Befragten die Frage, ob Erwachsene das Recht auf gleichgeschlechtliche Beziehungen hätten. Im Jahr 2015 waren es nur 19 Prozent. Im selben Zeitraum stieg allerdings auch der Anteil derer, die sich gegen ein Recht auf lesbische und schwule Liebe aussprachen, von 58 Prozent auf 69 Prozent.

Der Gruppe derer, die sich mit einer klaren Antwort schwertaten, verkleinerte sich merklich von 23 auf 7 Prozent. Auch bei der Frage, ob Homosexuelle in Russland dieselben Rechte haben sollten wie Heterosexuelle, zeigten sich weniger Menschen unentschlossen als in den Vorjahren. 38 Prozent der Befragten erklärten, "Ekel oder Angst" gegenüber Lesben und Schwulen zu empfinden.

"Homo-Propaganda" seit 2013 verboten

Gleichgeschlechtliche Liebe ist in Russland zwar nicht verboten, wird aber weitgehend tabuisiert. Gegen ein seit 2013 geltendes Verbot von "Homo-Propaganda" gibt es seit langem internationalen Protest. Menschenrechtler*innen beklagen immer wieder Anfeindungen und Gewalt gegen queere Menschen im größten Land der Erde.

Erst im Sommer hatte eine russische Supermarktkette mit einem lesbischen Paar für ihre Produkte geworben und dafür viel Kritik geerntet. Nach kurzer Zeit zog das Unternehmen die Reklame zurück (queer.de berichtete). Die Anfeindungen gegen die beiden Protagonistinnen wurden schlussendlich so stark, dass sie Russland verließen. (cw/dpa)



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#1 SchonAnonym
  • 16.10.2021, 07:23h
  • Wie nennt man nochmal das politische Christentum, was der Pedant zum islamismus ist? Christismus?
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#2 KukuAnonym
#3 AtreusProfil
  • 16.10.2021, 10:38hSÜW
  • 2013-2021:
    8 Jahre Gesetz gegen Homopropaganda, bzw. Staatspropaganda gegen queeres Leben

    1933-1941:
    8 Jahre Staatspropaganda gegen Juden

    Geschichte wiederholt sich. Nicht zwanghaft in selbem Umfang und sicherlich sind die deutschen Menschheitsverbrechen singulär, aber erklärt es doch den Hass gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten, wenn er nur lange genug und permanent forciert wird, eine Gruppe Menschen zu Unmenschen verklärt und stigmatisiert und als universelle Projektionsfläche verwandt wird, für die mannigfaltigen Missstände und Probleme des Staates und seiner Regierung. Erklärt es doch, weshalb in Russland keine Menschenmassen auf die Straßen gehen, wenn sie von der Verfolgung, Folterung und Vernichtung queeren Lebens im Föderationsstaat Tschetschenien hören, erklärt es doch, weshalb die Videos von einer Gruppe russischer Nazis, die Queerios entführen, rasieren und sich selbst mit Glasflaschen vergewaltigen lassen, millionenfach geklickt wurden, erklärt es doch, weshalb Justiz und Polizei das Interesse verlieren, Straf- und Gewalttaten gegenüber queeren Menschen zu ahnden und aufzuklären.

    Und um es mit den Worten des großen Herrn Köhlmeier zu sagen: "Heute wie damals gibt es Menschen, die sich damit brüsten Fluchtrouten geschlossen zu haben." Fluchtrouten für Menschen, die systematischer Unterdrückung und gesellschaftlichem Tod entkommen wollen, bevor der physische folgt.
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#4 BelegAnonym
  • 16.10.2021, 12:25h
  • "Das seit 2013 in ganz Russland geltende Gesetz gegen "Homo-Propaganda" hat die Queerfeindlichkeit der Bevölkerung noch verstärkt"

    Das zeigt wieder mal, dass staatliche Beschlüsse, Gesetze, etc. eben sehr wohl Einfluss auf die Gesellschaft haben.

    Wenn man z.B. hierzulande fordert, dass wir endlich 100% rechtliche Gleichstellung brauchen, da das Voraussetzung für gesellschaftlichen Wandel ist, negieren das ja manche. Manche behaupten dann, dass z.B. homophobe Schläger gar nicht mitkriegen, was der Staat macht.

    Aber es ist eben so, dass der Staat schon das gesellschaftliche Klima beeinflusst. Das ist auch vielfach belegt. Und hier findet sich ein weiterer Beleg dafür.

    Gesetze haben direkten Einfluss auf die Gesellschaft.
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#5 LunaAnonym
  • 16.10.2021, 12:38h
  • Antwort auf #4 von Beleg
  • Genau, nur die wenigsten trauen sich gegen das was momentan als Norm gilt zu verstoßen. Ist ja wie früher als es noch ein riesiges gesellschaftliches Tabu war, nicht in der Kirche zu sein und heute interessiert das keinen mehr.
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#6 LegatProfil
  • 16.10.2021, 13:43hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #5 von Luna
  • Ist alles völlig richtig und darüber hinaus ein Beleg für eine noch viel extreme Erkenntnis, nämlich dass viele Menschen nur und ausschließlich dem folgen, was der aktuellen gesellschaftspolitischen Richtung entspricht. Siehe Nazi-Deutschland. Daher ist unsere Aufnahme in das Grundgesetz als explizit geschützte Gruppe auch so fundamental wichtig und zwar in dieser kommenden Legislaturperiode. Ein einfachgesetzlicher Schutz reicht nicht, damit ein zukünftig schon erkennbares Regierungsbündnis aus CDU/CSU und AfD diesen Schutz nicht einfach wieder sofort aufhebt.
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#7 QueerRussiaAnonym
  • 16.10.2021, 15:28h
  • Antwort auf #6 von Legat
  • Es geht nicht nur um CDU und AfD sondern vielmehr und vor allem um diejenigen deutschen politischen Personen, die das russische Regime auch noch goutieren und kriechen. Und niemand schreit bei uns auf.

    Was ist mit Gas-Gerd Schröder, Manu Schwesig und weitere MPs im Osten, sämtliches Führungspersonal der Linken.
    Schämt euch.
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#8 Girlygirl
  • 16.10.2021, 16:20h
  • Antwort auf #7 von QueerRussia
  • Dass die Mehrheit der Linke Putin mag ist falsch und ignoriert komplett die Putin liebende AfD und generell die Vernetzung der neuen Rechte mit Russland. US-Präsidentschaftswahlen 2016, Brexit und Fake News- alles aus dem rechten Lager mit Russland gesteuert. Ja, es gibt durchaus Linke, die ein unkritisches Verhältnis zu Russland haben und das kritisiere ich auch. Aber den meisten geht es eher um die Heuchelei, die bei Russland an den Tag gelegt wird. In einer Sendung mit Linken Politikerin Amira Mohammed Ali und Fr. Storch wurde das auch deutlich:
    youtu.be/Hd2WYppFdh0

    Etliche Politiker*innen der Linken haben immer wieder die Menschenrechtsverletzungen Russlands angesprochen. Die Frage ist doch, ist es nicht lächerlich Russland so stark zu sanktionieren, wo Deutschland doch mit so vielen Schurkenstaaten gute Beziehungen hat? Warum fordert keiner energische Sanktionen gegen all die anderen undemokratischen Länder, wie z.b China? Haben die Sanktionen die Situation für das russische Volk verbessert? Nein. Es ist peinlich wie Alman LGBTs bei Menschenrechtsverletzungen in Russland sofort die komplette Isolierung fordern, so als ob das irgendwem etwas bringen würde.
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#9 LegatProfil
  • 16.10.2021, 19:41hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #8 von Girlygirl
  • Ja, es ist belegt, dass die AfD die Parteie mit der größten Putin-Liebe ist. Faschismus verbindet, erinnert an den Hitler-Stalin-Pakt, der nur durch den Größenwahn Hitlers endete. Zumindest solange, bis diese beiden Raubtiere Europa unter sich aufgeteilt hätten. Spätestens dann wäre es natürlich doch noch zum Krieg zwischen Hitlerdeutschland und Der stalinistischen Sowjetunion genommen.

    Trotzdem gibt es vereinzelte Putinisten in der Linken. Sobald die Linke diese Leute endlich rausschmeißt, wird sie wählbar. Keine Sekunde früher.
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#10 dellbronx51069Anonym
  • 16.10.2021, 21:13h
  • Russland hat unter allen homophoben Staaten eine Sonderstellung, da das Putin Regime die Staatshomophobie mit RT und Fake News über Social Media weltweit verbreitet und darüber hinaus meist faschistische Organisationen und Parteien fördert und finanziert. Daher verbietet sich auch jede Relativierung und Russenhudelei a la "Russlandversteher " besonders bei der Schröder SPD und Linken.
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