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Levada-Studie
Russland: 69 Prozent gegen homosexuelle Beziehungen
Nach einer neuen Umfrage ist die russische Gesellschaft in ihrer Einstellung gegenüber Lesben und Schwulen zunehmend gespalten. Die Akzeptanz wächst leicht – aber noch viel stärker die Ablehnung.

Das seit 2013 in ganz Russland geltende Gesetz gegen "Homo-Propaganda" hat die Queerfeindlichkeit der Bevölkerung noch verstärkt (Bild: Human Rights Watch)
- 16. Oktober 2021, 01:45h 2 Min.
Die russische Gesellschaft ist bei Fragen zu Homosexualität einer Umfrage zufolge zunehmend gespalten. In der am Freitag veröffentlichten Erhebung des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Levada bejahten 25 Prozent der Befragten die Frage, ob Erwachsene das Recht auf gleichgeschlechtliche Beziehungen hätten. Im Jahr 2015 waren es nur 19 Prozent. Im selben Zeitraum stieg allerdings auch der Anteil derer, die sich gegen ein Recht auf lesbische und schwule Liebe aussprachen, von 58 Prozent auf 69 Prozent.
Der Gruppe derer, die sich mit einer klaren Antwort schwertaten, verkleinerte sich merklich von 23 auf 7 Prozent. Auch bei der Frage, ob Homosexuelle in Russland dieselben Rechte haben sollten wie Heterosexuelle, zeigten sich weniger Menschen unentschlossen als in den Vorjahren. 38 Prozent der Befragten erklärten, "Ekel oder Angst" gegenüber Lesben und Schwulen zu empfinden.
"Homo-Propaganda" seit 2013 verboten
Gleichgeschlechtliche Liebe ist in Russland zwar nicht verboten, wird aber weitgehend tabuisiert und politisch zu Angriffen genutzt. Gegen ein seit 2013 geltendes Verbot von "Homo-Propaganda" gibt es seit langem internationalen Protest. Menschenrechtler*innen beklagen immer wieder Anfeindungen und Gewalt gegen queere Menschen im größten Land der Erde. In diesem Klima kam es zu einer teils tödlichen Verfolgungswelle durch Sicherheitskräfte an LGBTI, an deren Beendigung und Aufklärung die zuständigen russischen Behörden kein Interesse zeigten.
Queere Proteste werden verboten, gegen LGBTI-Organisationen mit dem Gesetz gegen "ausländische Agenten" vorgegangen. Die queerfeindliche Rhetorik wirkt zugleich in die Gesellschaft hinein. Erst im Sommer hatte eine russische Supermarktkette mit einem lesbischen Paar für ihre Produkte geworben und dafür viel Kritik geerntet. Nach kurzer Zeit zog das Unternehmen die Reklame zurück (queer.de berichtete). Die Anfeindungen gegen die beiden Protagonistinnen wurden schlussendlich so stark, dass sie Russland verließen. (cw/dpa)














