Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40246

Pasaje Begoña

Späte Aufarbeitung: Wer war beim spanischen Stonewall dabei?

Zum 50. Jahrestag der Razzia gegen LGBTI im spanischen Torremolinos werden Zeitzeug*innen gesucht. Mehr als 100 von über 300 festgenommenen Personen sollen Deutsche gewesen sein.


Die Pasaje Begoña in den 1960er Jahren (Bild: Asociación Pasaje Begoña)
  • 16. Oktober 2021, 08:09h - 2 Min.

Zwischen 1962 und 1971 entwickelte sich das Ausgehviertel Pasaje Begoña im spanischen Torremolinos zu einer der wichtigsten Orte Spaniens für die LGBTI-Community. Die hier ansässigen Bars und Clubs boten einen der wenigen Zufluchtsorte vor der staatlichen Verfolgung von queeren Menschen unter der Franco-Diktatur.

Die Behörden tolerierten die Besucher*­innen der Pasaje Begoña aufgrund des in Torremolinos florierenden Tourismus und der dadurch ins Land fließenden Gelder lange und blieben größtenteils untätig. Am 24. Juni 1971, vor 50 Jahren, kam es dann jedoch zu einer gegen LGBTI gerichteten großen Razzia (genannt "Gran Redada"), bei der mehr als 300 Personen festgenommen wurden. Bei über 100 der Betroffenen soll es sich um deutsche Staatsangehörige gehandelt haben.

Späte Aufarbeitung hat begonnen

Die Asociación Pasaje Begoña hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, die Geschichte dieses Ortes aufzuarbeiten und sichtbar zu machen, da er für die spanische LGBTI-Bewegung von herausragender Bedeutung ist. Die Ereignisse in Torremolinos werden mittlerweile als Ausgangspunkt des Kampfes für die Rechte von queeren Menschen in Spanien, aber auch als einer der herausragenden Momente der europäischen LGBTI-Bewegung betrachtet. Das spanische Parlament bezeichnete die Pasaje Begoña unter anderem als "Wiege der Rechte und Freiheiten" und "Nationale Gedenkstätte".

Für ihre Arbeit wurde die Asociación Pasaje Begoña bereits mehrfach ausgezeichnet. Sie pflegt außerdem eine Partnerschaft mit dem Stonewall Inn (New York) und der onePULSE Foundation (Orlando, Florida).

LSVD unterstützt Suche nach Zeitzeug*innen

Am 21. Juli 2021 besuchte Jorge Pérez García, Präsident der Asociación Pasaje Begoña, den LSVD Berlin-Brandenburg, um sich über die Aufarbeitung der Vorfälle auszutauschen, die sich im Sommer 1971 im spanischen Torremolinos ereignet haben.

Der LSVD unterstützt die Suche nach den in Deutschland lebenden Opfern und Augenzeug*innen. Wer selbst betroffen war oder Personen kennt, die die der "Gran Redada" miterlebt haben, kann sich telefonisch im LSVD-Landesbüro unter (030) 22 50 22 15 oder per E-Mail an christopher.schreiber@lsvd.de melden.

"Uns ist bewusst, dass die Erlebnisse traumatische Spuren hinterlassen haben können", erklärte der Verband in einem Newsletter. "Wir versichern Ihnen, einen sensiblen und vertraulichen Umgang mit Ihren Erlebnissen. Auf Wunsch können Sie auch anonym bleiben." (cw/pm)

-w-