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Spahn bei der Jungen Union

"Auch der linksliberale Schwule will in der U-Bahn sicher sitzen können"

Gesundheitsminister Jens Spahn setzt bei der Erneuerung der Union auf das Thema innere Sicherheit – und empfiehlt sich mit einer persönlichen Rede auf dem Deutschlandtag der Jungen Union für höhere Aufgaben.


Jens Spahn sprach am Samstag auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (Bild: Screenshot Livestream Junge Union)

Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Samstag als schneidiger Erneuerer, aber auch sehr persönlich präsentiert. In seiner Rede vor den über 300 Delegierten sprach der 41-Jährige u.a. über das neue Verständnis von Familie, über Homosexualität und seinen Ehemann. Er erzählte, dass er in die Politik gegangen sei, weil er Verantwortung übernehmen wollte. Dazu bekenne er sich weiter, obwohl er mehr als einmal als "Volksverräter" und "schwule Sau" beschimpft worden sei.

In seiner Rede forderte Spahn eine Modernisierung des Familienbegriffs. Die Familie müsse für die CDU die Keimzelle der Gesellschaft bleiben, aber eben auch für verheiratete Homosexuelle wie ihn. Die CDU denke nicht wie andere Parteien in Kategorien, so der Gesundheitsminister weiter. Nicht Mann, nicht Frau, nicht schwul oder hetero, nicht Christ oder Muslim, sondern Mensch.

Mit innerer Sicherheit neue Wähler*innen gewinnen

Zu mehreren von Spahn formulierten Leitsätzen für die CDU zählte das Thema innere Sicherheit. Die CDU sei die einzige Partei, die sich bedingungslos hinter alle Uniformierten stelle, von deren Arbeit würden schließlich alle profitieren. "Auch der linksliberale Schwule, der morgens um sechs vom Berghain nach Hause fährt, will in der U-Bahn sicher sitzen können", sagte der Gesundheitsminister. "Wir sind damit anschlussfähig an fast alle Bevölkerungsgruppen. Denn: Sicherheit im Alltag ist entscheidend."

Die CDU sei "nicht erledigt", rief Spahn den Delegierten zu. Jetzt gehe es darum, nach dem Wahldebakel wieder aufzustehen. "Ich habe Lust darauf, diese neue CDU zu gestalten."

Jens Spahn ist bereits seit 2014 Mitglied des CDU-Präsidiums. 2018 kandidierte er für den Parteivorsitz, landete jedoch hinter Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz nur auf dem dritten Platz. Im Januar 2021 wurde er mit dem schlechtesten Ergebnis aller Kandidierenden zum stellvertretenden CDU-Vorsitzenden gewählt. (cw/dpa)



#1 janxAnonym
  • 17.10.2021, 13:20h
  • Tja, nur genau auf diesem Gebiet versagt doch die CDU seit Jahren. Außer Kriminalisierung von harmlosen Drogenkonsumenten kommt doch da nix. Mehr Sicherheitspersonal für Bus & Bahn? Ebenfalls Fehlanzeige. Und auch Menschen mit Migrationshintergrund möchten sicher durch Chemnitz laufen und nicht von Nazihorden durch die Stadt gehetzt werden. Was sagt denn der von Ihnen aufgestellte Wahlkreiskandidat Maaßen z.B. zu dieser Thematik? Also das ist echt alles nur noch zum Kopfschütteln. 20% für diesen Trash sind noch zu viel.
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#2 MoKiAnonym
  • 17.10.2021, 14:06h
  • Jens Spahn muss jetzt das Kunststück vollbringen, vor der Partei so zu tun, als hätte er mit dem Niedergang der Union nichts zu tun, während seine Expertise als Regierungsmitglied und stv. Vorsitzender der Union auch in Zukunft unbedingt gebraucht wird.
    Tatsächlich hat sein hundsmiserables Krisenmanagment in der Corona-Pandemie (Impfstoffverzögerung, Maskendeals etc.) eher dazu beigetragen, dass die CDU so abgeschmiert ist.
    Aber wie heißt es immer so schön: Der Sieg hat viele Väter, die Niederlage ist ein Waisenkind.

    Vermutlich wird Spahn seine Haut retten....
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#3 MaikAnonym
  • 17.10.2021, 14:08h
  • Mit seiner Aussage hat Jens Spahn zwar recht. Nur hat er leider übersehen, dass die Polizei Ländersache ist. Und in Berlin regiert die CDU gar nicht mit.

    Als großer Verfechter von LGBTIAQ*-Rechten ist er bisher leider nicht aufgefallen.
    Insbesondere die Aufhebung des Blutspendeverbotes wäre in sein Ressort als Gesundheitsminister gefallen.
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#4 MarcAnonym
  • 17.10.2021, 14:37h
  • Solange man als Minderheit vor den sogenannten 'Sicherheitskräften' genauso viel Angst haben muss wie vor den rechten Schlägerbanden (weil die Grenzen dazwischen fließend und die Schnittmengen groß sind sind), sind solche Aussagen alles andere als beruhigend...
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#5 mind_the_gapEhemaliges Profil
  • 17.10.2021, 14:46h
  • Antwort auf #1 von janx
  • Meine volle Zustimmung!

    Übrigens, eben mal recherchiert: 2020 gab es in D 365.753 "Rauschgiftdelikte". Davon waren 227.958 "Cannabisdelikte", also ca. 62%. Wenn dies nun plötzlich keine "Delikte" mehr wären, hätte die Polizei Jahr für Jahr 227.958mal Gelegenheit, woanders hinzugucken, wozu sie bisher "leider nicht gekommen ist", weil sie sich ja bevorzugt mit kleinen, harmlosen Kiffer_innen beschäftigen "musste". Vielleicht, nur vielleicht würde ja auch DAS zu einer erhöhten inneren Sicherheit beitragen?

    Ansonsten kann er seine "Familie als Keimzelle der Gesellschaft" gerne stecken lassen. Die CDU denkt in keinen Kategorien? Aber verheiratet muss man SCHON sein???

    "Nicht Mann, nicht Frau, nicht schwul oder hetero, nicht Christ oder Muslim, sondern Mensch."

    Indem man Identitäten eben mal so einfach wegwischt, ignoriert man (bzw. verschweigt man mutwillig) deren Diskriminierungserfahrungen. Er will das alles nicht wahrhaben? Und dennoch ist er ein schwuler christlich geprägter Mann. Will er das jetzt sogar bei sich selbst eben mal wegdiskutieren?

    Eins noch: die CDU stellt sich also "bedingungslos hinter alle Uniformierten". Das passt ja perfekt zur Weigerung Seehofers, eine Rassismusstudie bei der Polizei in Auftrag zu geben. Uns zeigt jedoch der Fall Sven W. und nicht nur der, dass wir auf polizeiliche Hilfe im Zweifelsfall nicht zählen können, sondern ganz im Gegenteil.

    Für mich, zusammengefasst, ist Spahn ein ultrakonservativer Politiker, der glaubt, sich modern präsentieren zu können, dem ich aber nicht für fünf Cent über den Weg traue. Wo in diesem Zusammenhang der "schneidige Erneuerer" zu finden sein soll, bleibt für mich reichlich unklar.
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#6 Rainer WAnonym
  • 17.10.2021, 15:08h
  • Spahns katastrophales Management der Corona-Krise ist maßgeblich Mitschuld am schlechten Abschneiden der CDU in der BTW. Er ist Teil des Problems, nicht der Lösung. Herr Spahn, treten Sie zurück!
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#7 AtreusEhemaliges Profil
  • 17.10.2021, 15:29h
  • Wenn derselbe Mann, der erstmalig in der bundesdeutschen Geschichte Konversionstherapien für Erwachsene gesetzlich erlaubt hat, über Homophobie und Sicherheit spricht, möchte ich nur eines: im Strahl speihen.
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#8 audeasAnonym
  • 17.10.2021, 15:53h
  • "Die CDU sei die einzige Partei, die sich bedingungslos hinter alle Uniformierten stelle, von deren Arbeit würden schließlich alle profitieren."

    Die ganzen Opfer rassistischer Polizeigewalt sind ihm also egal? Die hässliche Menschenfeindsfratze der Union mal wieder zur Schau gestellt.
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#9 DestroyaAnonym
  • 17.10.2021, 17:32h
  • Antwort auf #5 von mind_the_gap
  • Cannabis Legalisierung macht nur dann Sinn, wenn auch der Anbau legalisiert wird. Indem man den Besitz und gar noch den Verkauf illegaler Drogen erlaubt, den Anbau aber nicht, begeht man ein größeres Verbrechen an den Menschen, als würde man es vollständig kriminalisieren. Das liegt darin begründet, dass der Markt für die Drogenkartelle so noch größer wird, Regional aber nichts angebaut werden darf. Diese Kartelle sind in Prostitution, Menschenhandel, Schutzgelderpressungen und Entführungen weltweit verwickelt. Wer weiß, ob sie nicht auch hier ihre Lobbyisten unter Deutschen Politikern haben, die alles daran setzen werden, den Anbau zu verbieten.
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#10 KopfschüttelAnonym
  • 17.10.2021, 17:59h
  • Bei "law und order" entdeckt die CDU den linksliberalen Schwulen.
    Wenn es aber um den schwulen Angestellen in einem "Tendenzbetrieb" geht, der seinen Arbeitsplatz nicht verlieren will, da interessiert sich die CDU nicht nur nicht dafür, sondern hält weiter an den Sonderrechten für den Arbeitgeber fest.
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