https://queer.de/?40251
Spahn bei der Jungen Union
"Auch der linksliberale Schwule will in der U-Bahn sicher sitzen können"
Gesundheitsminister Jens Spahn setzt bei der Erneuerung der Union auf das Thema innere Sicherheit – und empfiehlt sich mit einer persönlichen Rede auf dem Deutschlandtag der Jungen Union für höhere Aufgaben.

Jens Spahn sprach am Samstag auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (Bild: Screenshot Livestream Junge Union)
- 17. Oktober 2021, 09:44h 2 Min.
Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Samstag als schneidiger Erneuerer, aber auch sehr persönlich präsentiert. In seiner Rede vor den über 300 Delegierten sprach der 41-Jährige u.a. über das neue Verständnis von Familie, über Homosexualität und seinen Ehemann. Er erzählte, dass er in die Politik gegangen sei, weil er Verantwortung übernehmen wollte. Dazu bekenne er sich weiter, obwohl er mehr als einmal als "Volksverräter" und "schwule Sau" beschimpft worden sei.
In seiner Rede forderte Spahn eine Modernisierung des Familienbegriffs. Die Familie müsse für die CDU die Keimzelle der Gesellschaft bleiben, aber eben auch für verheiratete Homosexuelle wie ihn. Die CDU denke nicht wie andere Parteien in Kategorien, so der Gesundheitsminister weiter. Nicht Mann, nicht Frau, nicht schwul oder hetero, nicht Christ oder Muslim, sondern Mensch.
Mit innerer Sicherheit neue Wähler*innen gewinnen
Zu mehreren von Spahn formulierten Leitsätzen für die CDU zählte das Thema innere Sicherheit. Die CDU sei die einzige Partei, die sich bedingungslos hinter alle Uniformierten stelle, von deren Arbeit würden schließlich alle profitieren. "Auch der linksliberale Schwule, der morgens um sechs vom Berghain nach Hause fährt, will in der U-Bahn sicher sitzen können", sagte der Gesundheitsminister. "Wir sind damit anschlussfähig an fast alle Bevölkerungsgruppen. Denn: Sicherheit im Alltag ist entscheidend."
Die CDU sei "nicht erledigt", rief Spahn den Delegierten zu. Jetzt gehe es darum, nach dem Wahldebakel wieder aufzustehen. "Ich habe Lust darauf, diese neue CDU zu gestalten."
Jens Spahn ist bereits seit 2014 Mitglied des CDU-Präsidiums. 2018 kandidierte er für den Parteivorsitz, landete jedoch hinter Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz nur auf dem dritten Platz. Im Januar 2021 wurde er mit dem schlechtesten Ergebnis aller Kandidierenden zum stellvertretenden CDU-Vorsitzenden gewählt. (cw/dpa)














