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"Tatort"-Schauspielerin

Karin Hanczewski beklagt: "Die Rollen, die ich angeboten bekomme, sind allesamt lesbisch"

Anfang des Jahres hatte sich die "Tatort"-Kommissarin geoutet. Sie wolle aber in ihrer Schauspielkarriere nicht nur Lesben spielen, betonte die Berlinerin.


Karin Hanczewski spielt seit fünf Jahren Kriminaloberkommissarin Karin Gorniak (Bild: MDR)

"Tatort"-Schauspielerin Karin Hanczewski hat in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" beklagt, dass sie nach ihrem Coming-out nur noch lesbische Rollenangebote bekomme. Geoutet hatte sich die 39-Jährige, die seit 2016 Kriminaloberkommissarin Karin Gorniak im Dresdner "Tatort" spielt, im Rahmen der #actout-Kampagne im Februar (queer.de berichtete).

"Ich habe das Gefühl, dass etwas missverstanden wurde", so Hanczewski mit Blick auf #actout. "Die Rollen, die ich seit #actout angeboten bekomme, sind allesamt lesbisch." Zwar habe sie damit keine Schwierigkeiten, aber es gehe ihr nicht darum, nur noch lesbische Figuren zu spielen. "Das geht vorbei an dem, was wir gesagt haben. Wir sind Schauspieler:innen, wir müssen nicht sein, was wir spielen, wir tun so, als wären wir es. Das ist unser Beruf."

"Für mich hört der Beruf auf, wenn ich nur noch das spielen kann, was ich bin"

Sie vermute hinter den Angeboten keinen bösen Willen, erklärte Hanczewski weiter. "Es gibt eine Verwirrtheit und Vorsicht, etwas falsch zu machen. Die Verantwortlichen wollen, so scheint es mir, alles richtig machen, wenn sie die Rolle eines Schwulen oder einer Lesbe jetzt homosexuellen Schauspieler:innen geben." Die Berlinerin betonte jedoch: "Für mich hört der Beruf auf, wenn ich nur noch das spielen kann, was ich bin."

Trotz dieses Problems bewertete sie #actout als positiv: "Ich persönlich bin sehr dankbar für all die Menschen, die an #actout teilgenommen und die Wichtigkeit in diesem Schritt gesehen haben. #actout war für mich ein ungemein solidarischer, bestärkender und befreiender Akt", so Hanczewski. Sie fühle sich auch auf persönlicher Ebene befreit.

Hanczewski spielte neben dem "Tatort" in vielen weiteren deutschen TV-Produktionen mit, so etwa in der lesbischen ZDF-Serie "Loving Her". (dk)



#1 nun jaAnonym
  • 18.10.2021, 14:04h
  • ist doch nur folgerichtig. hier bei queer.de wird schließlich immer wieder gefordert, dass trans* rollen nur von trans* menschen gespielt werden dürfen. insofern soll hanczewski sich doch feuen, dass sie so viele angebote bekommt.
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#2 HerausforderungAnonym
  • 18.10.2021, 14:10h
  • Karin Hanczewski hat das zwar nicht selber gefordert, aber ein Teil der Community schreit besonders laut wenn eine Rolle nicht gemäß der sexuellen Definition zugeordnet wird. Dass muss man dann auch den anderen Gruppen zugestehen... Lesben spielen Lesben, TMF spielt TMF, cis hetero spielt cis hetero.
    Das ist nicht meine Vorstellung von Schauspielerei, aber in Teilen der Community wird das gefordert. Dabei spielt Maren Kroymann hervorragend CIS Heten und Hanno Koffler den downlow Schwulen.
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#3 HexeAnonym
  • 18.10.2021, 14:29h
  • Das eine ist geschlechtliche Identität und das andere sexuelle.

    Macht eben was her ob ein Cisdude ne Dragqueen mimt oder ne Transfrau ne Transfrau spielt.

    Um den Unterschied zu sehen einfach mal ein paar Filme schauen.

    Ansonsten gehts aber auch primär darum das Transmenschen schlicht keine Rolle abbekommen und Cismenschen Klischees bloß reproduzieren.

    Ihr könnt ja noch ne Weile rumheulen das Minderheiten drauf Aufmerksam machen dass hier Ungerechtigkeiten vorliegen, aber muss diese herliche Selbstentblößung eigentlich wirklich jedes mal sein?

    Versuchts doch mal mit Empathie und Bildung.

    Anstatt eine Gruppe gegen eine andere auszuspielen.
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#4 NAIVAnonym
  • 18.10.2021, 14:37h
  • Antwort auf #3 von Hexe
  • "Versuchts doch mal mit Empathie und Bildung."

    Zum Beispiel zu verstehen, dass das eine (schwule und lesben werden zu wenig besetzt) und das andere (schwule und lesben spielen schwule und lesben) nichts miteinander zu tun hat, und das andere erst recht nicht die Lösung für das eine ist, sondern in der Konsequenz geradezu kontraproduktiv.

    Braucht man nicht mal Bildung für, ist ziemlich einfach zu verstehen.
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#5 hexemhammerAnonym
  • 18.10.2021, 14:39h
  • Antwort auf #3 von Hexe
  • niemand außer dir spielt hier gegeneinander aus. ich habe in queeren zusammenhängen selten so eine deutliche herabwürdigung von schwul- und lesbischsein gelesen wie gerade bei dir. und da wunderst du dich über mangelnde solidarität? musst du nicht.
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#6 Girlygirl
  • 18.10.2021, 15:00h
  • Antwort auf #1 von nun ja
  • Das kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen. Trans Personen werden fast immer von Cis Personen gespielt aber umgekehrt kaum (ein Gegenbeispiel ist die Serie The L Word Generation Q, wo die Trans Schauspielerin Jamie Clayton auf Wunsch eine Cis Frau spielt). Ich würde Karin Hanczewskis Kritik übersetzen mit: "Ich bekomme selten Hetero Rollen und fast nur noch lesbische". Auf dieses Phänomen haben uns schon diverse queere Schauspieler*innen hingewiesen, von Jochen Schropp, dem vom Coming Out abegeraten wurde, weil er dann keine heterosexuelle Herzensbrecher mehr spielen kann bis hin zu Ulrike Folkerts, der gesagt wurde, dass man ihr eine Rolle als heterosexuelle Mutter oder Geliebte nicht abkaufen würde. Halten wir fest: Heteros können alles spielen, und wenn sie queer spielen werden sie dafür sogar besonders gelobt. Queere Schauspieler*innen hingegen werden für Hetero Rollen selten gebucht während sie für queere Rollen dann auch noch mit Heten konkurrieren müssen. Das ist ein ganz klarer Fall von Ungerechtigkeit. Spätestens seit #MeToo wissen wir leider, dass die Filmbranche von Hetero Männern, die ihre Macht schamlos ausnutzen, angeführt wird. LGBTQ Schauspieler*innen leiden darunter genauso wie cis hetero Schauspielerinnen.
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#7 Rainer WAnonym
  • 18.10.2021, 16:09h
  • Nicht überraschend, da, auch hier, in letzer Zeit häufig die Forderung kommt, dass Trans*rollen nur von Trans*personen gespielt werden dürfen, schlägt sich das jetzt auch in anderen Bereichen der LGBTs nieder. Filmfirmen haben Angst, dass wenn eine Heterorolle von einem Schwulen/ einer Lesbe gespielt wird (Oder Homorolle von Hetero), das als Diskriminierung angesehen wird.
    Dem müssen wir Alle sehr deutlcih widersprechen!
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#8 Girlygirl
#9 AufklärungAnonym
  • 18.10.2021, 16:25h
  • Antwort auf #5 von hexemhammer
  • Es geht iehier aber nicht um Schwule und Lesben. Es geht um Trans. Und das Thema habt ihr angefangen.
    Weil ihr spaltet. Und nix anderes drauf habt.
    Das sagt schon der falsch geschriebene "Hexenhammer" der nichts anderes als eine Anleitung zur Unterdrückung und Folter ist.

    Sehr ironisch.

    Sehr Cis.
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#10 Girlygirl