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Nach Leak
Chappelle-Kontroverse: Netflix feuert trans Mitarbeiter*in
Im Zuge des transphoben Chappelle-Specials entließ Netflix eine Person fristlos. Sie soll interne Unterlagen an die Öffentlichkeit gegeben haben.

Komiker Dave Chappelle sorgte mit seinem Netflix-Special für viel Kritik
- 18. Oktober 2021, 12:45h 2 Min.
Netflix hat laut dem Medienportal "The Verge" ein Mitglied der Trans-Mitarbeitergruppe gefeuert, die für Mittwoch eine Protestaktion gegen das Comedy-Special "The Closer" mit Dave Chappelle geplant hatte. Die Produktion war scharf kritisiert worden, weil sich Komiker Chappelle darin mehrfach transphob äußert sowie Schwarzen- und LGBTI-Rechte gegeneinander ausspielt (queer.de berichtete).
Die entlassene Person sei "Schwarz und augenblicklich schwanger", berichtete "The Verge" weiter – und zitierte eine Kollegin oder einen Kollegen mit den Worten: "All diese weißen Leute reden offen mit der Presse oder auf Twitter und die einzige Person, die gefeuert wird, ist Schwarz und war die ganze Zeit still." Der oder die anonyme Insider*in weiter: "Das ist absurd und zeigt nur, dass Schwarze trans Menschen diejenigen sind, auf die bei diesem Gespräch gezielt wird."
Netflix bestätigte die Entlassung und erklärte, die betroffene Person habe interne Informationen geleakt. "Wir verstehen, dass der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin möglicherweise enttäuscht und verletzt war über Netflix, aber eine Kultur von Vertrauen und Transparenz steht im Zentrum unserer Firma", so ein Sprecher oder eine Sprecherin. Netflix teilt viele interne Daten mit seinen Mitarbeiter*innen – allerdings nur unter der Bedingung, dass diese nicht an die Öffentlichkeit weitergegeben werden. Derartige Leaks sind bislang extrem selten.
Chappelle-Special teurer als "Squid Game"
Über die geleakten Informationen hatte unter anderem "Bloomberg" berichtet. Sie beinhalteten geheime Details zu "The Closer" und anderen Netflix-Produktionen. Demnach gab das Streamingportal 24,1 Millionen Dollar für das 70-minütige Special "The Closer" aus – und damit mehr, als für die gesamte neunteilige Serie "Squid Game" aus Südkorea, die derzeit weltweit alle Rekorde bricht.
Bereits vor dieser Entlassung war (die weiße) trans Software-Designerin Terra Field im Zuge der "Chappelle"-Affäre von Netflix beurlaubt worden, weil sie deshalb an einem internen Treffen teilgenommen habe, zu dem sie nicht eingeladen worden war. Ihre Suspendierung ist aber inzwischen wieder aufgehoben worden.
Netflix-Chef Ted Sarandos hatte letzte Woche das Chappelle-Special als einen "wichtigen Teil unseres Content-Angebots" verteidigt (queer.de berichtete). LGBTI-Organisationen wie GLAAD hatten zuvor kritisiert, dass insbesondere die LGBTI-Feindlichkeit zu einer aggressiveren Stimmung gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten beitragen und zu Gewaltakten führen könnte. (dk)
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Pfui Netflix.