Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40268

Pascal Haggenmüller tritt an

Baden-Württemberg: Sprecher von QueerGrün strebt an die Parteispitze

Pascal Haggenmüller gilt als Favorit, an der Seite von Lena Schwelling den Vorsitz der Südwest-Grünen zu erobern.


Pascal Haggenmüller war 2017 in Karlsruhe Direktkandidat für den Bundestag (Bild: Grüne BW)

  • 19. Oktober 2021, 11:24h, noch kein Kommentar

Es ist ein Sprungbrett für höhere Ämter bei den Grünen im Südwesten: Der baden-württembergische Landesvorsitz ist vor allem für jüngere, aufstrebende Mitglieder interessant, da Abgeordnete für die beiden Posten wegen der Trennung von Amt und Mandat nicht infrage kommen. Die bisherige Vorsitzende Sandra Detzer (41) ist jüngst in den Bundestag eingezogen, ihr Co-Chef Oliver Hildenbrand (33) ist seit Mai Vize-Fraktionschef im Landtag. Beim Parteitag in Heidenheim am 4. und 5. Dezember muss deshalb eine neue Führung gewählt werden. Das Duo Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller soll das neue Team an der Spitze werden, das gilt parteiintern als relativ sicher. Schwelling vertritt den Realo-Flügel, Haggenmüller die Parteilinke.

Der gebürtige Brettener Haggenmüller ist bislang noch nicht größer öffentlich in Erscheinung getreten. Seit zwei Jahren ist der offen schwule Politiker Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Queergrün. Der 33-Jährige arbeitet gegenwärtig im Büro der Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz, die sich um Inneres und die Belange von Einsatzkräften kümmert. Haggenmüller kandidierte 2017 schon mal im Wahkreis Karlsruhe-Land für den Bundestag, es reichte aber nicht für den Sprung nach Berlin. Er wohnt jetzt in Stuttgart und sitzt wie Schwelling seit 2019 im grünen Landesvorstand.

Direktlink | Haggenmüller 2019 beim Landesparteitag in Sindelfingen
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Haggenmüller beschreibt sich selbst als "sehr integrativ". Er möchte die Basis der Grünen verbreitern und in den Kommunen vermehrt Menschen zu den Grünen locken, die kein Abitur oder Studium haben. "Wir wollen kein Uni-Seminar abhalten, sondern konkrete Lösungen vor Ort erarbeiten", sagt er. Sein Vorbild ist Claudia Roth, die frühere, streitbare Grünen-Vorsitzende. Mit welcher Leidenschaft sich Roth für Meinungsfreiheit, Vielfalt und Demokratie einsetze, imponiere ihm. Aber mindestens genauso beeindruckten ihn Frauen, die sich neben Beruf und Familie ehrenamtlich in Kommunalparlamenten engagieren.

Als Parteichef wolle er "für eine offene und vielfältige Gesellschaft kämpfen, in der jeder Mensch diskriminierungsfrei leben und seine Potenziale frei entfalten kann", heißt es in seinem Bewerbungsschreiben. Haggenmüller hat in Freiburg Politik, Geschichte und Italienisch auf Lehramt studiert. Wert legt der 33-Jährige auch darauf, dass beim Klimaschutz auch die sozialen Fragen mitgedacht werden müssten. "Wir spielen die politischen Interessen von Menschen nicht gegeneinander aus", schreibt er.

Die 29-jährige Mitfavoritin Lena Schwelling hatte von 2015 bis 2019 die Grüne Jugend geführt und gehörte zu jenen Rebell*innen, die nach Landtagswahl im März anders als Ministerpräsident Winfried Kretschmann lieber ein Ampel-Bündnis mit SPD und FDP gehabt hätten. Schwelling stimmte in der dramatischen Vorstandssitzung Anfang April trotz Kretschmanns Machtwort gegen eine Neuauflage von Grün-Schwarz. In ihrem Bewerbungsschreiben für die Grünen-Spitze schreibt sie nun: "Grüne Regierungsarbeit braucht eine selbstbewusste Partei, die die Richtung vorgibt und ja, manchmal auch Regierung und Fraktion antreibt." (dpa/dk)



-w-

-w-