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Berlin
Polizei sucht weiter nach ermordeten schwulen Kollegen
Kurz vor Ende der Nazi-Herrschaft wurden in Berlin vier Polizisten wegen ihrer Homosexualität hingerichtet und an unbekannter Stelle vergraben. 76 Jahre später sollen sie ein würdevolles Begräbnis bekommen.
- 20. Oktober 2021, 03:16h 2 Min.
Die Berliner Polizei will weiter nach Hinweisen auf die Gebeine von vier schwulen Kollegen suchen, die in der NS-Zeit ermordet worden sind. Zwar blieben Grabungen im Stadtteil Spandau dieser Tage ohne Erfolg, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. "Aber wir erhoffen uns Hinweise bei einer noch intensiveren Suche in Archiven", erklärte Polizeisprecher Martin Halweg.
/ polizeiberlinIm 2. Weltkrieg wurden 4 Polizisten auf dem Polizeigelände in #Spandau aufgrund ihrer Homosexualität von ihren eigenen Kollegen ermordet.
Polizei Berlin (@polizeiberlin) October 19, 2021
Nun fanden Grabungen statt, um die Gebeine zu finden und würdevoll zu beerdigen.
Die Suche war bisher erfolglos, wird aber fortgesetzt.
^tsm pic.twitter.com/S1OotRb64M
Denkbar sei auch die Recherche in ausländischen Archiven, etwa in den USA oder Russland. Schließlich hätten die bisherigen Untersuchungen dazu geführt, dass nun die Namen der vier erschossenen Kollegen vollständig und in korrekter Schreibweise vorlägen.
Ermordet am 24. April 1945
Eine Gedenktafel, die am Polizeigebäude in Spandau an die ermordeten Polizisten erinnert, soll entsprechend erneuert werden, wie Halweg sagte. Otto Jordan, Reinhold Hofer, Willi Jenoch und Erich Bautz wurden am 24. April 1945 wegen ihrer Homosexualität hingerichtet und an unbekannter Stelle namenlos vergraben. Die bronzene Tafel am Gebäude des heutigen Polizeiabschnitts 21 war bereits 2011 vom damaligen Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und dem damaligen Polizeipräsidenten Dieter Glietsch enthüllt worden (queer.de berichtete). Am Jahrestag der Hinrichtung finden dort regelmäßig Gedenkveranstaltungen statt (queer.de berichtete).
Bodenradar, Magnetsonde und Bagger im Einsatz
Die Berliner Polizei will den früheren Kollegen ein würdevolles Begräbnis ermöglichen. Darum wurde nun 76 Jahre später mit Unterstützung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge an etwa 60 Stellen auf dem Polizeigelände in Spandau nach den sterblichen Überresten gesucht. Im Einsatz waren nach den Angaben Bodenradar, Magnetsonde, Bagger und Schaufeln.
Während der letzten Kriegstage im April 1945 wurden die Inhaftierten der Moritzkaserne angesichts des nahenden Kriegsendes im Schnellverfahren begnadigt und entlassen. Einzige Ausnahme bildeten vier Berliner Polizisten, die wegen des Verstoßes gegen den Paragrafen 175 festgenommen worden waren. Der Rechtsverstoß der Homosexualität erschien den Vollstreckern doch zu schwerwiegend, um trotz der nahenden Kapitulation, wie bei den übrigen Gefangenen, zu einer Begnadigung zu führen. (cw/dpa)
















Heute soll es wohl besser sein. Man hätte es sich Mitte Achtziger nicht mal zugetraut, den Wunschberuf anzutreten. Mein Bester weiß über einen, der deswegen 40 Jahre lang auf Sexualität verzichtete, hat keinen Mucks erahnen zu lassen. So muss der wohl unentdeckt gelebt haben. Es hieß, entweder schwul, oder Polizist.
Bilder, die in dieser Zeit von dem Gelände gemacht wurden, etwaige Luftbilder, je nachdem, wie viele Bäume das verdecken oder auch nicht, wären sicher hilfreich, um die Grabstelle auszumachen. Man kann sogar bei überwachsenem Gelände auf halbwegs guten Aufnahmen viel erkennen, das nutzen etwa Archäologen gern. Dort dürfte das wie ein Sechser im Lotto sein, genau so ein Bild zu finden.
Vielleicht haben die Glück.