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"Der Report der Magd"

Transphobie-Vorwurf: Ist Margaret Atwood "Kanadas J.K. Rowling"?

Die "Handmaid's Tale"-Autorin sorgt auf Twitter für Aufregung, weil sie die transphobe Kolumne einer höchst fragwürdigen Autorin verteidigt.


Auf Maragaret Atwoods "Der Report der Magd" basiert die weltweit erfolgreiche dystopische Fernsehserie "The Handmaid's Tale" (Bild: Hulu)

Die kanadische Autorin Margaret Atwood, deren Achtzigerjahre-Buch "Der Report der Magd" als Fernsehserie unter dem Titel "The Handmaid's Tale" Erfolge feiert, sorgt mit einem Twitter-Eintrag für Aufregung: Die 81-Jährige teilte einen Artikel der kanadischen Kolumnistin Rosie DiManno im "Toronto Star", in der diese geschlechtsneutrale Sprache kritisierte, die im Namen von Trans-Aktivismus "Frauen auslösche". Außerdem verteidigte die Kolumnistin "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling, die immer wieder gegen Trans-Rechte polemisierte (queer.de berichtete). Die Kolumne trägt die Überschrift: "Warum können wir nicht mehr 'Frauen' sagen?" Diese Frage fügte Atwood auch ihrem Twitter-Eintrag zu.

Twitter / MargaretAtwood
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DiManno gehört zu den umstrittensten Journalist*innen in der eigentlich recht zivilen kanadischen Presse: So sorgt sie immer wieder mit polarisierenden Artikeln für Aufsehen. Beispielsweise machte sie sich in einer Kolumne über männliche Opfer sexueller Gewalt durch Frauen lustig ("Natürlich ist die sexuelle Belästigung eines Mannes die sexuelle Fantasie eines anderen") oder äußerte sich abwertend über ethnische Minderheiten. Letztes Jahr beschwerten sich 62 Journalist*innen des "Star" bei ihrem Arbeitgeber, weil sie eine rassistische Mail verschickt hatte.


Margaret Atwood, hier 2017 in Frankfurt, wurde dieses Jahr sogar das deutsche Bundesverdienstkreuz verliehen (Bild: ActuaLitté / flickr)

Atwood wird nun heftig kritisiert, die transphoben Ansichten der Kolumnistin zu teilen. Ihr wird dabei auch vorgeworfen, eine TERF zu sein, also als eine "Trans-Exclusionary Radical Feminist" ("trans-ausschließende radikale Feministin"). So werden Personen bezeichnet, die sich zwar für Frauenrechte einsetzen, aber trans Frauen nicht als Frauen akzeptieren wollen.

"Niemand verbietet das Wort 'Frau'"

Die prominente Kosmologin und Autorin Katie Mack, eine Professorin an der North Carolina State University, kritisierte Atwood ebenfalls: "Niemand verbietet das Wort 'Frau'. Viele Organisationen bevorzugen – mit Recht – eine genaue Sprache, wenn sie über Dinge reden, die mehr mit biologischen Merkmalen als mit Geschlechtsidentität zu tun haben. Das ist kein Angriff auf Weiblichkeit, wenn man Geschlecht NICHT mit spezifischer Biologie gleichsetzt."

Twitter / AstroKatie
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Autor*in Amanda Jetté Knox kommentierte mit persönlichen Worten: "Ich bin nichtbinär. Ich habe drei Kinder auf die Welt gebracht. 'Menschen mit Monatsblutung' zu sagen schließt Frauen UND mich ein."

Eine satirische Website erklärte zu der Kontroverse: "Margaret Atwood wirft ihren Hut in den Ring, um Kanadas J.K. Rowling zu werden."

Twitter / CBCPitchbot
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Mit Freude betrachten Rechtsaußen-Aktivist*innen die Debatte. Der rechtspopulistische US-Kommentator Ben Shapiro merkte etwa an: "Die Woken gehen auf Margaret Atwood los. Haltet das Popcorn bereit." Hintergrund: Als "Woke" kritisieren rechte Kreise gerne den ihrer Meinung nach übertriebenen Einsatz gegen Dinge wie Rassismus, Sexismus oder den Klimawandel.



Atwood hielt aber in ihrer Reaktion auf Kritik an ihrer Position fest: "Lesen Sie den Artikel! Sie ist keine Terf", so die Autorin in einer Antwort.



In der Vergangenheit hatte sich Atwood für Homosexuellenrechte engagiert. So boykottierte sie 2009 ein Literaturfestival in Dubai, weil dort ein Roman wegen einer schwulen Figur verboten worden war (queer.de berichtete). (dk)



#1 Alexander_FAnonym
  • 20.10.2021, 23:37h
  • Mal wieder irgendeine abgehalfterte Ex-Prominente, die nicht damit zurechtkommt, nicht mehr die erste Geige zu spielen. Genau dasselbe Theater wie mit Götz Aly und J.K. Rowling auch. Können die nicht einfach seufzen und ihr Alter mit Fassung nehmen, wie alle anderen auch? Es nervt langsam.
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