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"Kolonie von Parasiten"
Auch schweizerische LGBTI-Organisationen stellen Strafanzeige gegen "Theologisches"
In Deutschland haben Richter schon Strafbefehle wegen eines katholischen Hassartikels vom Frühjahr verschickt, jetzt gibt es auch eine Strafanzeige in der Schweiz.

In der katholischen Dogmatiker-Zeitschrift "Theologisches" gehört Homo-Hass offenbar zum guten Ton (Bild: Twitter / Wolfgang F. Rothe)
- 20. Oktober 2021, 14:10h 3 Min.
Die beiden schweizerischen LGBTI-Organisationen Pink Cross und LOS haben am Mittwoch mitgeteilt, Strafanzeige gegen die deutsche Zeitschrift "Theologisches" eingereicht zu haben (PDF). Dabei beriefen sie sich auf ein neues Gesetz, das Hassaufrufe gegen sexuelle Minderheiten unter Strafe stellt. Dieses Gesetz war erst im Februar in einem Volksentscheid beschlossen worden (queer.de berichtete).
Die katholische Zeitschrift hatte zwei Artikel des polnischen Priesters und Publizisten Dariusz Oko veröffentlicht, in denen er erklärte, dass Schwule wegen ihrer sexuellen Orientierung grundsätzlich eine Gefahr für die katholische Kirche seien. Dabei verwendete er abwertende Worte wie "Krebsgeschwür", "Kolonie von Parasiten" und "Homomafia" oder bezeichnete Schwule als "verdorben und degeneriert". In Köln waren bereits Strafbefehle in vierstelliger Höhe gegen den presserechtlich verantwortlichen Redakteur und den Autor versandt worden (queer.de berichtete). Beide legten inzwischen Einspruch ein. Anlass für die schweizerische Anzeige ist, dass der deutsche Herausgeber von "Theologisches", Prof. Dr. Manfred Hauke, an einer Universität im schweizerischen Lugano lehrt.
"Der Hass, der in diesem Artikel propagiert wird, ist gefährlich", erklärte Pink-Cross-Chef Roman Heggli. "Damit werden tausende Schwule, Lesben und Bisexuelle verunglimpft – nicht nur solche, die der katholischen Kirche angehören. Das kann schwerwiegende Folgen für sie und ihre Familien haben. Dieser Hass darf in der Schweiz keinen Platz haben, weshalb wir eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Lugano eingereicht haben."
Wurde auch an Theologischer Fakultät gegen Homosexuelle gehetzt?
Besonders anstößig an diesem Fall sei, dass Professor Hauke an der Theologischen Fakultät von Lugano forsche – und damit einer staatlich anerkannten Universität, die sich gerade um staatlich Förderung bewerbe. "Ich bin schockiert, dass Professoren mit einem solchen Gedankengut an einer anerkannten Schweizer Institution lehren dürfen. Wir erwarten von der Theologischen Fakultät in Lugano eine Untersuchung, ob solche Hetze auch gegenüber Studierenden geäußert wird. Dieser Fall muss umfassend aufgearbeitet werden!", so Heggli.
Die beiden Organisationen erstatteten außerdem Anzeige gegen Alain Soral, einen französisch-schweizerischen Rechtsextremisten und Holocaust-Leugner. Der Essayist hatte kürzlich in einem Video eine Westschweizer Journalistin beleidigt und zu Hass und Diskriminierung gegen queere Personen aufgerufen. "Diese Ideologien mit dem Ziel, queere Menschen systematisch zu erniedrigen und zu verunglimpfen, haben im öffentlichen Raum nichts zu suchen", erklärten LOS-Chefin Muriel Waeger. "Hassreden sind gefährlich und können speziell bei jungen Menschen große negative Auswirkungen haben. Wir haben deshalb eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Waadt eingereicht und erwarten, dass die Behörden den Sachverhalt genau prüfen und ein klares Zeichen gegen Hass und Diskriminierung setzen." (dk)















Sowas muss man mit aller Macht bekämpfen und das gleich zu Beginn stoppen.