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Hamburg

Fotograf Rüdiger Trautsch ist tot

Er war der Chronist der queeren Szene in Deutschland. Rüdiger Trautsch ist im Alter von 75 Jahren verstorben.


Rüdiger Trautsch war 1946 in Hamburg geboren worden. Von 1973 bis 1981 studierter er an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Seine Diplomarbeit war ein einjährige fotografische Alltagsbeobachtung eines älteren Schwulen im Szene-Stadtteil St. Georg. Seinen fotografischen Nachlass hat er dem Schwulen Museum in Berlin vermacht (Bild: Schwules Museum Berlin / Stephanie)
  • 21. Oktober 2021, 16:36h, noch kein Kommentar

Fotograf Rüdiger Trautsch ist am Mittwochnachmittag nach längerer Krankheit verstorben. Das bestätigte das Schwule Museum Berlin. Der Künstler wurde 75 Jahre alt.

"Der Bestand mit den fotografischen und zeichnerischen Arbeiten von Rüdiger Trautsch gehört zu den bedeutendsten im Schwulen Museum. Rüdiger war ein wichtiger Chronist des queeren Lebens in Westdeutschland und später des wiedervereinigten Deutschlands", erklärte Sammlungsleiter Peter Rehberg. Trautsch habe nicht nur schwule, lesbische und queere Menschen im Alltag, auf dem Sofa zu Hause oder im Bett gezeigt, sondern dokumentierte auch queeres Leben in der Öffentlichkeit.

Bekannt geworden ist er unter anderem durch seine Fotoserie aus den Achtzigerjahren über den legendären Hamburger Nachtclub "Front". Für eine andere Serie holte er sich auf dem Fetisch-Event "Folsom Europe" in Berlin jedes Jahr Besuchende aus aller Welt vor die Kamera.


(Bild: Art Berlin)

"Rüdiger war regelmäßig zu Gast im Schwulen Museum und hat uns bei der Inventarisierung seines Bestandes geholfen. Das Schwule Museum hat Rüdiger 2012 eine Werkschau gewidmet", erklärte Rehberg weiter. Letztes Jahr waren Arbeiten von ihm in der Ausstellung "100 Objekte" zu sehen. Zu seinem 75. Geburtstag im Mai diesen Jahres sei auch eine neue Ausstellung konzipiert worden, die wegen Corona aber immer wieder verschoben werden musste. Rehberg weiter: "Bis zuletzt hatte Rüdiger, den ich vor vier Wochen noch in seiner Hamburger Wohnung zum Tee traf, neue Ideen, wie seine Arbeiten am besten gezeigt werden könnten. Die Ausstellung, die nun für nächstes Jahr geplant ist, wird Rüdiger leider nicht mehr erleben können."

"Mit ihm verlieren wir einen bedeutenden schwulen Fotografen in Deutschland und einen sehr liebenswerten Menschen, der hier bei uns im Museum sehr viele Freunde hatte und bis zum Schluss immer neugierig blieb auf die queere Welt der Gegenwart", so Rehberg. (cw)