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Großbritannien

Boris Johnson lobt transphobe Homo-Gruppe

In Großbritannien sorgt der Regierungschef in der queeren Community für Aufregung, weil er die transfeindliche Homosexuellengruppe LGB Alliance in höchsten Tönen lobt.


Boris Johnson (re.) ist vor allem als Brexit-Premier bekannt, der Großbritannien aus Europa herausgeführt hat (Bild: Northern Ireland Office / flickr)

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die transphobe Organisation LGB Alliance in einem von seinem Amtssitz in 10 Downing Street am Mittwoch verschickten Brief gelobt. Die LGB Alliance hatte den rechtskonservativen Politiker zuvor zu ihrer Jahresversammlung in London eingeladen. "Der Premierminister ist erfreut, von diesem bahnbrechenden Event zu erfahren, und sich bewusst, welch wirklich bedeutungsvolles Ereignis dies darstellt", heißt es in dem Brief, der von Johnsons Pressesprecherin Mandy Godridge unterschrieben worden war.

"Leider" könne der Regierungschef nicht an der Versammlung teilnehmen, weil sein Kalender prall gefüllt sei. "Allerdings will ich in seinem Namen der LGB Alliance für ihre unglaublich harte Arbeit danken und sende die besten Wünsche für eine erfolgreiche Konferenz", so Godridge.



"Der Premierminister stellt sich auf die Seite der Unterdrücker"

Viele zeigten sich entsetzt über den Brief des Premierministers. Peter Tatchell, der wohl bekannteste LGBTI-Aktivist Großbritanniens, erklärte gegenüber "PinkNews": "Boris Johnson hat einen Riesenfehler gemacht. Er konspiriert mit einer Anti-Trans-Organisation. Dieser Brief zeigt, dass unser Premierminister trans Menschen nicht respektiert und sich auf die Seite der Unterdrücker stellt."

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Die LGB Alliance, die inzwischen auch in Deutschland aktiv ist, ist in der britischen LGBTI-Szene höchst umstritten: Die Organisation wurde 2019 als Interessenvertretung von Homo- und Bisexuellen gegründet, die gleiche Rechte für trans Menschen ablehnt (queer.de berichtete). Im April diesen Jahres wurde dem Verein von der "Charity Commission for England and Wales" Gemeinnützigkeit attestiert. Daraufhin protestierten 50 CSD-Organisationen gegen diesen Schritt.

Twitter / SpillerOfTea | "Trans Lives Matter": Ein Aktivist der LGB Alliance wurde im August von der Polizei von einem CSD entfernt

Die Trans-Hasser*innen erhalten aber vereinzelt Unterstützung auch von anderen Parteien. So beteiligten sich neben Tory-Politikerin Jackie Doyle-Price etwa auch die Unterhaus-Abgeordneten Rosie Duffield von der oppositionellen Labour-Partei und Joanna Cherry von der schottischen Separatistenpartei SNP an der inzwischen beendeten Versammlung der LGB Alliance.

Twitter / UKPrideNetwork

Boris Johnson ist seit 2019 britischer Premierminister und zeigte sich bei LGBTI-Rechten widersprüchlich (queer.de berichtete). Zuletzt versprach seine Regierung, die "Heilung" von Homo- und Transsexualität zu verbieten (queer.de berichtete). Bislang wurde aber noch kein Gesetzentwurf vorgelegt.

Mit Sorge wird insbesondere beobachtet, dass sich die britische Regierung laut Justizminister Dominic Raab künftig nicht mehr an die Entscheidungen des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs halten will – London orientiert sich mit dieser Politik offenbar an Russland. Der Menschenrechtsgerichtshof hatte mehrfach LGBTI-feindliche Regelungen im Königreich gekippt, etwa 1981 das Homo-Verbot in Nordirland. (dk)



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#1 LunaAnonym
  • 22.10.2021, 14:51h
  • Das ist zwar nicht schön, aber das liest sich mehr wie eine vorgefertigte Standard Antwort als wie Lob in höchsten Tönen.
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#2 SoleAnonym
  • 22.10.2021, 15:06h
  • Antwort auf #1 von Luna
  • Habe ich auch erst gedacht, aber das Statement

    "... dass sich die britische Regierung laut Justizminister Dominic Raab künftig nicht mehr an die Entscheidungen des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs halten will ..."

    passt dann doch ins Bild und sollte Grund für höchste Beunruhigung sein.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 22.10.2021, 19:01h
  • Transphobe Deppen bekommen Lob von einem transphoben Deppen. Überraschend ist das nicht. Leider bekommt die auf der Insel ohnehin virulente Transphobie damit nur weiteren Rückenwind. Mir tun unsere Geschwister dort echt leid, dass sie unter so jemandem leben müssen.
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#4 tchantchesProfil
  • 22.10.2021, 19:24hSonstwo
  • Leute, das ist ein 08/15 Textbaustein, der dort wahrscheinlich jeden Tag zu Dutzenden an alle möglichen Organisationen versandt wird. Man muss nur noch den Namen eintragen.

    Davon mal abgesehen, glaubt hier jemand ernsthaft, dass sich in der britischen Regierung jemand detailliert mit den vielen verschiedenen LGBT+-Organisationen auskennt? Das ist ja selbst für Insider nicht immer einfach - zumal BoJo und Co gerade wieder ganz andere Sorgen haben?

    Also, locker bleiben und da Rabatz machen, wo es sinnvoll ist.
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#5 DQ24Anonym
  • 23.10.2021, 08:54h
  • Der Brief klingt zu sehr nach Formbrief, als das man denken könnte, dass Johnson darauf geantwortet hat.
    Vermutlich hat irgend jemand das Ding geschrieben, wenn es nicht als Vorlage schon gespeichert war, und seine Unterschrift wurde von jemand anderem eingefügt.
    Ich mag diesen Lügner, Betrüger und Schaumschläger überhaupt nicht, aber denke nicht, dass es auf seinem Mist gewachsen ist.
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#6 IsaakAnonym
  • 23.10.2021, 12:52h
  • Antwort auf #4 von tchantches
  • Alles was dazu zu sagen ist. Derlei Schreiben gehen im zuständigen Referat täglich Dutzende raus (ist zumindest im Kanzleramt so). Und sofern der Empfänger nicht vollkommen anrüchig ist, hat da auch verständlicherweise keiner Zeit und Lust, näher nachzusehen.
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#7 nicht verharmlosenAnonym
#8 Gnurfel42Anonym
  • 23.10.2021, 20:52h
  • Lol, wie hier jetzt Leute BJ verteidigen, weil es ja sooo schwer sei, sich mit allen möglichen Organisationen auszukennen ... Leute, das ist sein fucking Job! Es ist eine Arbeit von 1 Minute Wikipedia zu lesen, um zu erkennen, dass die LGB Alliance transphob ist. Entweder ist BJ also dumm wie Brot, inkompetent, oder findet die LGB Aliiance tatsächlich toll, aus welchen Gründen auch immer. Überhaupt, warum sollten wir Respekt vor einen der mächtigsten Männer von TERF Island haben? Das ist doch albern!
    Menschen haben also 100% Grund dazu, jetzt Rambazamba dagegen zu machen.

    Es ist ja auch kein Zufall, dass das »T« in deren Namen fehlt. Der Buchstabe fehlt nicht, weil sie ihn vergessen haben, sondern er fehlt, weil sie trans Menschen hassen. Es ist wirklich so banal.
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#9 IsaakAnonym
  • 23.10.2021, 23:06h
  • Antwort auf #8 von Gnurfel42
  • Ich glaube, Sie verstehen nicht, auf welcher Ebene so etwas normalerweise behandelt wird. Oder denken Sie ernsthaft, dass Johnson, ein Kabinettsmitglied, ein höherer Ministerialbesamter oder irgendwer sonst von Rang von diesem Schreiben detaillierte Kenntnis hatte? Wenn ja, dann muss ich Sie leider enttäuschen. Das liest irgendein Sachbearbeiter, der daraufhin ein paar Textbausteine zusammenfügt und die Unterschrift seines Vorgesetzten einfügt. Sollte der Brief von einem bedeutenden Verband sein (also mit einigen Zehntausend oder Hunderttausend Mitgliedern, dann geht er mitunter zur Prüfung eine oder zwei Stufen höher). Aber wenn Sie ernsthaft glauben, dass ein Mann wie Johnson stundenlang dasitzt und nach irgendwelchen obskuren Kleinverbänden googlet bzw. versucht auseinanderzuklamüsern, welche Binnenkonflikte es da in der Community gibt, dann ist das eine unfassbare realitätsferne Vorstellung von Politik. Und davon, welche Mengen an Post die jeweiligen Stellen jeden Tag bewältigen müssen. Da schaut niemand genauer hin, solange das Anliegen halbwegs vernünftig scheint, also nicht gerade der Bund der Dschihadisten anfragt.

    Rambazamba können Sie ja gerne machen so viel Sie wollen. Aber angesichts der Sachstandes wirkt es schon ein bisschen lächerlich und wie Sie den anderen Kommentaren entnehmen können, wird das von vielen ähnlich gesehen.
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#10 KaiJAnonym