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Großbritannien

Boris Johnson lobt transphobe Homo-Gruppe

In Großbritannien sorgt der Regierungschef in der queeren Community für Aufregung, weil er die transfeindliche Homosexuellengruppe LGB Alliance in höchsten Tönen lobt.


Boris Johnson (re.) ist vor allem als Brexit-Premier bekannt, der Großbritannien aus Europa herausgeführt hat (Bild: Northern Ireland Office / flickr)
  • 22. Oktober 2021, 10:55h 13 2 Min.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die transphobe Organisation LGB Alliance in einem von seinem Amtssitz in 10 Downing Street am Mittwoch verschickten Brief gelobt. Die LGB Alliance hatte den rechtskonservativen Politiker zuvor zu ihrer Jahresversammlung in London eingeladen. "Der Premierminister ist erfreut, von diesem bahnbrechenden Event zu erfahren, und sich bewusst, welch wirklich bedeutungsvolles Ereignis dies darstellt", heißt es in dem Brief, der von Johnsons Pressesprecherin Mandy Godridge unterschrieben worden war.

"Leider" könne der Regierungschef nicht an der Versammlung teilnehmen, weil sein Kalender prall gefüllt sei. "Allerdings will ich in seinem Namen der LGB Alliance für ihre unglaublich harte Arbeit danken und sende die besten Wünsche für eine erfolgreiche Konferenz", so Godridge.



"Der Premierminister stellt sich auf die Seite der Unterdrücker"

Viele zeigten sich entsetzt über den Brief des Premierministers. Peter Tatchell, der wohl bekannteste LGBTI-Aktivist Großbritanniens, erklärte gegenüber "PinkNews": "Boris Johnson hat einen Riesenfehler gemacht. Er konspiriert mit einer Anti-Trans-Organisation. Dieser Brief zeigt, dass unser Premierminister trans Menschen nicht respektiert und sich auf die Seite der Unterdrücker stellt."

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Die LGB Alliance, die inzwischen auch in Deutschland aktiv ist, ist in der britischen LGBTI-Szene höchst umstritten: Die Organisation wurde 2019 als Interessenvertretung von Homo- und Bisexuellen gegründet, die gleiche Rechte für trans Menschen ablehnt (queer.de berichtete). Im April dieses Jahres wurde dem Verein von der "Charity Commission for England and Wales" Gemeinnützigkeit attestiert. Daraufhin protestierten 50 CSD-Organisationen gegen diesen Schritt.

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Die Trans-Hasser*­innen erhalten aber vereinzelt Unterstützung auch von anderen Parteien. So beteiligten sich neben Tory-Politikerin Jackie Doyle-Price etwa auch die Unterhaus-Abgeordneten Rosie Duffield von der oppositionellen Labour-Partei und Joanna Cherry von der schottischen Separatistenpartei SNP an der inzwischen beendeten Versammlung der LGB Alliance.

/ UKPrideNetwork

Boris Johnson ist seit 2019 britischer Premierminister und zeigte sich bei LGBTI-Rechten widersprüchlich (queer.de berichtete). Zuletzt versprach seine Regierung, die "Heilung" von Homo- und Transsexualität zu verbieten (queer.de berichtete). Bislang wurde aber noch kein Gesetzentwurf vorgelegt.

Mit Sorge wird insbesondere beobachtet, dass sich die britische Regierung laut Justizminister Dominic Raab künftig nicht mehr an die Entscheidungen des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs halten will – London orientiert sich mit dieser Politik offenbar an Russland. Der Menschenrechtsgerichtshof hatte mehrfach LGBTI-feindliche Regelungen im Königreich gekippt, etwa 1981 das Homo-Verbot in Nordirland. (dk)

-w-

#1 LunaAnonym
  • 22.10.2021, 14:51h
  • Das ist zwar nicht schön, aber das liest sich mehr wie eine vorgefertigte Standard Antwort als wie Lob in höchsten Tönen.
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#2 SoleAnonym
  • 22.10.2021, 15:06h
  • Antwort auf #1 von Luna
  • Habe ich auch erst gedacht, aber das Statement

    "... dass sich die britische Regierung laut Justizminister Dominic Raab künftig nicht mehr an die Entscheidungen des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs halten will ..."

    passt dann doch ins Bild und sollte Grund für höchste Beunruhigung sein.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 22.10.2021, 19:01h
  • Transphobe Deppen bekommen Lob von einem transphoben Deppen. Überraschend ist das nicht. Leider bekommt die auf der Insel ohnehin virulente Transphobie damit nur weiteren Rückenwind. Mir tun unsere Geschwister dort echt leid, dass sie unter so jemandem leben müssen.
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