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Jugendhilfe

Gleich im ersten Gespräch nach dem Pronomen fragen

Der "Queere Erst-Beratungs-Koffer" ist online! Das Unterstützungstool bietet pädagogischen Fachkräften Basisinformationen zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt.

Vimeo / Pudelskern | Ein animiertes Video auf der Startseite des "Koffers" zeigt, wie eine queersensible Haltung bei Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe aussehen kann
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  • 26. Oktober 2021, 08:51h, noch kein Kommentar

Mit der digitalen Plattform "Queerer Erst-Beratungs-Koffer" geht ein neues Unterstützungstool für den Bereich der Hilfen zur Erziehung an den Start. Es bietet Fachkräften der öffentlichen und freien Jugendhilfe niedrigschwellig und strukturiert Basisinformationen zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt.

Erstmals liegt bundesweit mit dem digitalen Queeren Erst-Beratungs-Koffer eine virtuelle Anlaufstelle für pädagogische Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe vor, die im Bereich der Hilfen zur Erziehung mit queeren Kindern, Jugendlichen und ihren Angehörigen arbeiten. Der Queere Erst-Beratungs-Koffer enthält umfangreiche Informationen, hilfreiche Tools und weiterführende Handlungsempfehlungen.

Mit einem animierten Videoclip auf der Startseite wird veranschaulicht, wie eine queersensible Haltung bei Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe aussehen kann. Darin wird u.a. geraten, gleich im ersten Gespräch zu fragen, mit welchen Namen und Personalpronomen die Personen angesprochen werden möchten. Über eine Adressverzeichnis sind Unterstützungsangebote von queersensibel arbeitenden Trägern der Kinder- und Jugendhilfe aus Berlin und Brandenburg für Fachkräfte leicht abrufbar.

Aufgeschlossene, aber verunsicherte Fachkräfte

"In unserer täglichen Zusammenarbeit mit Mitarbeiter*innen der Jugendämter, nehmen wir wahr, dass queere Themen dort angekommen sind. Die Fachkräfte sind größtenteils aufgeschlossen, aber häufig noch unsicher im Kontakt mit jungen lsbt*iq Menschen und wünschen sich Unterstützung", erklärt Stephan Pröpper vom Berliner Träger gleich & gleich e.V. Lars Bergmann vom Brandenburger Landesverband AndersARTiG fügt hinzu "Auch bei den freien Trägern der Hilfen zur Erziehung in Brandenburg stellen wir fest, dass konkrete Unterstützung zum professionellen Umgang mit queeren Jugendlichen hoch willkommen ist".

Am 10. Juni 2021 trat das neue Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (KJSG) in Kraft. Es bewirkt umfangreiche Änderungen im Achten Buch Sozialgesetzgebung (SGB VIII) und betont Teilhabegerechtigkeit und Barriereabbau. Bahnbrechend ist die Änderung des § 9 zur Gleichberechtigung von jungen Menschen, weil hier der Gesetzestext die Geschlechterperspektive explizit erweitert und queere Lebenswelten einbezieht. Bei der Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrages haben öffentliche und freie Jugendhilfe nunmehr "die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen, Jungen sowie transidenten, nichtbinären und intergeschlechtlichen jungen Menschen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern".

Kooperationsprojekt von sieben Initiativen

"Queere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene stoßen in Familie, Schule, Ausbildung und Freizeit häufig noch auf Ablehnung und Ausschlüsse. Für sie sind queersensibel arbeitende Träger daher von entscheidender Bedeutung", sagt Thomas Kugler von der Berliner Fachstelle Queere Bildung.

Der Queere Erst-Beratungs-Koffer wurde als Kooperationsprojekt gemeinsam entwickelt vom Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin Brandenburg, der Brandenburger Fachstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt des Landesverbands AndersARTiG e.V., von QUEERFORMAT, dem Verein gleich & gleich, der Trialog Jugendhilfe gGmbH, dem Regenbogenfamilien e.V. und dem Netzwerk HzE Queer. (cw/pm)