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Berlin

Anschlag am Breitscheidplatz: Schwuler Ersthelfer verstorben

Bereits Anfang Oktober starb Sascha Hüsges an den Folgen seiner Verletzungen, teilte sein Ehemann mit.


Das Mahnmal "Der Riss" erinnert an die Getöteten (Bild: OTFW, Berlin / wikipedia)
  • 26. Oktober 2021, 08:12h 7 3 Min.

Wie am Montag bekannt wurde, ist knapp fünf Jahre nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ein weiterer Verletzter gestorben. Der 49-jährige Sascha Hüsges sei bereits am 5. Oktober gestorben und inzwischen an seinem letzten Wohnort in Troisdorf bei Bonn beigesetzt, sagte dessen Ehemann Hartmut am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der rbb berichtet. Damit ist die Zahl der Getöteten durch den Anschlag auf 13 Menschen gestiegen.

Der Mann war unmittelbar nach dem Anschlag am 19. Dezember 2016 Gästen des Weihnachtsmarktes an der Gedächtniskirche zur Hilfe geeilt. Dabei wurde er mutmaßlich von einem Balken getroffen und schwer am Kopf verletzt. Seither musste er rund um die Uhr betreut werden. Sein Mann sei an einer Infektionskrankheit infolge der Langzeiterkrankung gestorben, sagte der Witwer.

Facebook / SPIEGEL.TV | Hartmut Hüsgen hatte in den letzten Jahren unter anderem gegenüber Spiegel TV über seinen Mann und den Anschlag erzählt
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Die beiden Männer waren rund drei Jahrzehnte ein Paar. In den letzten Jahren hatte Hartmut Hüsgen seinen Mann in einer gemeinsamen Wohnung in Bonn zusammen mit einem Pflegedienst betreut, berichtete der damals 63-jährige Referatsleiter im Bundesfinanzministerium im Dezember 2019 dem "Tagesspiegel". Seine Familie, Freunde und Bekannte aus Karnevals- und Tennisverein seien eine große Stütze. "Sascha lief los, um seine Hilfe anzubieten, kam aber kurz darauf zurück, weil ihn etwas am Kopf verletzt hatte. Was genau, konnte er nicht sagen, er war schon zu benommen", so sein Mann über den Anschlag. Kurz darauf fiel Hüsges zunächst ins Koma. Als Schwerstpfegefall, der mit einer Magensonde ernährt wurde und Arme und Beine kaum bewegen konnte, kommunizierte er vor allem mit seinen Augen.

Gedenken gefordert

Astrid Passin, die im Namen mancher Opfer und derer Hinterbliebenen spricht, hat sich mit einem Brief an die Berliner Senatskanzlei gewandt, der RBB und dpa vorliegt. Darin bittet sie, dass der Name des nun Verstorbenen ebenfalls auf den Stufen der Gedenkstelle an der Gedächtniskirche in Berlin aufgeführt wird. In dem Schreiben an die Abgeordneten und die Senatskanzlei wünscht sie sich laut RBB eine "unbürokratische Umsetzung bis zum 5. Jahrestag am 19. Dezember".

Der Tunesier Anis Amri hatte am 19. Dezember 2016 in Berlin einen Lastwagenfahrer erschossen. Mit dessen Fahrzeug raste er über den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, wo weitere elf Menschen starben. Der abgelehnte Asylbewerber war den Behörden schon vorher als islamistischer Gefährder aufgefallen. Nach dem Attentat floh er nach Italien, wo er von der Polizei erschossen wurde.

Der Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses kam nach vierjähriger Prüfung zu dem Schluss, dass zahlreiche Fehler in verschiedenen Sicherheitsbehörden in Berlin und im Bund den Anschlag ermöglicht haben. Entscheidend sei vor allem die Fehleinschätzung des abgelehnten Asylbewerbers Amri im Sommer 2016 gewesen. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags hatte unter anderem die Rolle des Bundeskriminalamtes (BKA) analysiert und dort ebenfalls frappierende Fehleinschätzungen des Attentäters festgestellt. (dpa/cw)

-w-

#1 KaiJAnonym
  • 26.10.2021, 11:06h
  • Menschenfeindlichkeit gegen Menschlichkeit, in Berlin und in Dresden.
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#2 Felix-baerlinAnonym
  • 26.10.2021, 11:18h
  • Wie traurig.

    Dem Partner und allen anderen mein Mitgefühl.

    Da Istrien toller Mensch von uns gegangen, der selbstlos anderen helfen wollte. Werden in Deutschland Verdienstkreuze posthum verliehen?
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#3 audeasAnonym
  • 26.10.2021, 12:17h
  • Antwort auf #2 von Felix-baerlin
  • Zwar die Medaille für Zivilcourage, aber Vili Viorel Pun, 22-jähriges Opfer des rassistischen Terroranschlags in Hanau am 19.02.2020, hat es posthum erhalten für seine Zivilcourage, wofür er mit dem Leben bezahlen musste, während der Polizeinotruf nicht besetzt war.
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