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Cyberterror

Israel: Iranische Hacker greifen queere Dating-Seite an

Wenn das LGBTI-Netzwerk Atraf nicht umgerechnet rund 870.000 Euro zahlt, drohen Hacker mit der Veröffentlichung der persönlichen Daten von rund einer Million Nutzer*innen.


Symbolbild (Bild: B_A / pixabay)
  • 31. Oktober 2021, 15:51h 16 2 Min.

Hacker haben laut Medienberichten mit der Veröffentlichung von Daten der israelischen LGBTI-Dating-Seite Atraf gedroht – wenn das Unternehmen nicht umgerechnet rund 870.000 Euro zahlt. "Haben es mit einem iranischen Cyberterror-Ereignis zu tun", zitierte das israelische Fernsehen aus einer Stellungnahme des Dating-Portals am Sonntag.

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Posted by ATRAF on Sunday, October 31, 2021
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Man arbeite daran, den Service wieder anzubieten, allerdings nur mit umfassender Absicherung – inklusive des Zurücksetzens der Passwörter aller Nutzer*innen. Atraf reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Hacker-Gruppe Black Shadow soll laut israelischen Medien-Berichten mutmaßlich aus iranischen Kriminellen bestehen. Iran und Israel sind Erzfeinde.

Weitere israelische Unternehmen betroffen

Neben Atraf waren laut Medienberichten noch weitere israelische Unternehmen von dem Hacker-Angriff betroffen, wie zwei öffentliche Transportunternehmen. Die Hacker veröffentlichten demnach bereits sensible Daten. So sorgten sich homosexuelle Nutzer von Atraf, dass sie ungewollt geoutet würden. Mehrere Personen hätten in dem Netzwerk zudem von ihrer HIV-Infektion berichtet.

Auf einem Telegram-Kanal mit dem Namen "Black Shadow" hieß es, die Atraf-Datenbank beinhalte die Daten von rund einer Millionen Nutzer*innen. Sollten die Betreiber innerhalb von 48 Stunden eine Million Dollar (rund 870.000 Euro) zahlen, würden die Daten nicht veröffentlicht.

Iran beklagt eigenen Cyberangriff

Der Iran hatte am Sonntag seine politischen Erzfeinde Israel und USA für einen Cyberangriff auf das landesweite Tankstellennetz verantwortlich gemacht. "Die Untersuchungen laufen zwar noch, aber unserer Einschätzung nach stecken definitiv die Amerikaner und die Israelis dahinter", sagte der iranische Chef der Abteilung für Cyber-Sicherheit laut Medienberichten. Der Cyber-Angriff auf das Zahlungssystem der Tankstellen hatte am Dienstag für lange Schlangen und Chaos in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten gesorgt. (cw/dpa)

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#1 queergay
  • 31.10.2021, 19:37h
  • Iranische Hacker können gar nicht ohne Regierungsauftrag und staatliche Deckung agieren. Die islamische Republik Iran mit einem Imam als Staatsoberhaupt und einem ultrakonservativen Regierungschef, den Menschenrechtsorganisationen aufgrund seiner Mitverantwortung für Massenhinrichtungen politischer Gefangener mehrerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezichtigen, billigt und unterstützt zumindest solche Angriffe bzw. lässt sie zu oder ordnet sie an.
    Im Iran gibt es auch sog. Enthauptungs-Ehrenmorde aufgrund homosexueller Veranlagung der Opfer. Die iranisch-islamischen Machtstrukturen stellen generell eine Gefahr für queere Menschen dar - nicht nur im eigenen Land. Iranische Kriminelle im Internet kann es nur geben, wenn sie von höchster Polit-Ebene aus quasi toleriert oder eingesetzt werden.
    Dass es auch Hacker gibt, die von USA oder Israel aus agieren - womöglich auch in staatlichem Auftrag - dürfte ausserdem niemand ernsthaft anzweifeln.
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#2 YayayaAnonym
#3 DatensicherheitAnonym
  • 01.11.2021, 10:35h
  • Ein weiterer Beweis, wie wichtig IT-Sicherheit und Datenschutz (inkl. Datenminimierung und Datenvermeidung) sind. Da können im Ernstfall Existenzen oder gar Leben von abhängen. Nicht nur bei gehackten Krankenhäusern, Atomanlagen, o.ä., sondern auch bei sowas trivialem wie einem Dating-Dienst.

    Diese Themen darf kein Anbieter von Websites oder Apps vernachlässigen. Das schlimme ist nur, dass man das als Kunde nicht sehen kann, wie sicher deren Serverstrukturen sind oder nicht. (Zumal man für vieles Experte sein muss.)

    Das beste ist, wenn es da strikte staatliche Vorgaben gibt. Nicht nur zu Datensicherheit, sondern auch zum Datenschutz. U.a., dass nur die Daten erhoben werden, die man unbedingt braucht und dass selbst diese Daten nicht mit anderen Daten verknüpft werden und nach Ablauf festgelegter Fristen restlos gelöscht werden müssen.

    Und es sollte auch (erst recht bei zahlenden Kunden) eine anonyme oder zumindest pseudonyme Nutzung möglich sein. Damit bei einem Hack keine Realnamen, Adressen, o.ä. bekannt werden.
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