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Cyberterror
Israel: Iranische Hacker greifen queere Dating-Seite an
Wenn das LGBTI-Netzwerk Atraf nicht umgerechnet rund 870.000 Euro zahlt, drohen Hacker mit der Veröffentlichung der persönlichen Daten von rund einer Million Nutzer*innen.
- 31. Oktober 2021, 15:51h 2 Min.
Hacker haben laut Medienberichten mit der Veröffentlichung von Daten der israelischen LGBTI-Dating-Seite Atraf gedroht – wenn das Unternehmen nicht umgerechnet rund 870.000 Euro zahlt. "Haben es mit einem iranischen Cyberterror-Ereignis zu tun", zitierte das israelische Fernsehen aus einer Stellungnahme des Dating-Portals am Sonntag.
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Posted by ATRAF on Sunday, October 31, 2021
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Man arbeite daran, den Service wieder anzubieten, allerdings nur mit umfassender Absicherung – inklusive des Zurücksetzens der Passwörter aller Nutzer*innen. Atraf reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Hacker-Gruppe Black Shadow soll laut israelischen Medien-Berichten mutmaßlich aus iranischen Kriminellen bestehen. Iran und Israel sind Erzfeinde.
Weitere israelische Unternehmen betroffen
Neben Atraf waren laut Medienberichten noch weitere israelische Unternehmen von dem Hacker-Angriff betroffen, wie zwei öffentliche Transportunternehmen. Die Hacker veröffentlichten demnach bereits sensible Daten. So sorgten sich homosexuelle Nutzer von Atraf, dass sie ungewollt geoutet würden. Mehrere Personen hätten in dem Netzwerk zudem von ihrer HIV-Infektion berichtet.
Auf einem Telegram-Kanal mit dem Namen "Black Shadow" hieß es, die Atraf-Datenbank beinhalte die Daten von rund einer Millionen Nutzer*innen. Sollten die Betreiber innerhalb von 48 Stunden eine Million Dollar (rund 870.000 Euro) zahlen, würden die Daten nicht veröffentlicht.
Iran beklagt eigenen Cyberangriff
Der Iran hatte am Sonntag seine politischen Erzfeinde Israel und USA für einen Cyberangriff auf das landesweite Tankstellennetz verantwortlich gemacht. "Die Untersuchungen laufen zwar noch, aber unserer Einschätzung nach stecken definitiv die Amerikaner und die Israelis dahinter", sagte der iranische Chef der Abteilung für Cyber-Sicherheit laut Medienberichten. Der Cyber-Angriff auf das Zahlungssystem der Tankstellen hatte am Dienstag für lange Schlangen und Chaos in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten gesorgt. (cw/dpa)
















Im Iran gibt es auch sog. Enthauptungs-Ehrenmorde aufgrund homosexueller Veranlagung der Opfer. Die iranisch-islamischen Machtstrukturen stellen generell eine Gefahr für queere Menschen dar - nicht nur im eigenen Land. Iranische Kriminelle im Internet kann es nur geben, wenn sie von höchster Polit-Ebene aus quasi toleriert oder eingesetzt werden.
Dass es auch Hacker gibt, die von USA oder Israel aus agieren - womöglich auch in staatlichem Auftrag - dürfte ausserdem niemand ernsthaft anzweifeln.