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"Für mich ist Gendern ein Martyrium"
Dieter Hallervorden veröffentlicht Lied gegen geschlechtergerechte Sprache
Der Komiker legt nach: In seinem neuen Album kritisiert der "alte weiße Knacker" das Gendern.

Das neue Album von Dieter Hallervorden enthält auch das Lied "Gendern" (Bild: Warner)
- 2. November 2021, 08:33h 2 Min.
Im seinem am Freitag erscheinenden Musik-Album "80 plus" behandelt der 86-jährige Dieter Hallervorden neben Themen wie dem Äterwerden oder dem Tod auch geschlechtergerechte Sprache, die er im Lied "Gendern" kritisiert. "Für mich ist Gendern ein Martyrium", heißt es darin zum Beispiel. Oder: "Muss ich den Zapfhahn jetzt Zapfhuhn nennen?"
Das Lied enthält außerdem die Textzeile: "Ich bin ein Freund der Gerechtigkeit. Beim Gendern tut mir Mutter- und Vatersprache leid. Ihr Klang so schön, es ist verzwickt, wird von Sternchen, von Punkten und Strichen gef… (Piepton)", singt Hallervorden. Seine Prognose: Es werde niemals klappen mit dem Gendern. Später singt er dann: "Ich weiß, ich bin ein alter weißer Knacker, doch auch in der Birne noch ein sexy Motherfucker."
Hallervorden hatte sich bereits im Sommer über geschlechtergerechte Sprache echauffiert – und erklärt, dabei handle es sich um eine Vergewaltigung der Sprache (queer.de berichtete). Wörtlich hatte er bei der Vorstellung des Programm seines Theaters in Berlin gesagt: "Das Schlosspark Theater wird, so lange ich da ein bisschen mitzumischen habe, sich am Gendern nicht beteiligen". Zwar stehe es den "Mitarbeitern" frei, das zu handhaben, wie sie möchten. "Aber alles, was von Seiten des Theaters herausgegeben wird, wird nicht dazu dienen, die deutsche Sprache zu vergewaltigen", so der Komiker.
Hallervorden beim "Schlagerboom"
Erst vor gut einer Woche stand Hallervorden bei Florian Silbereisens Show "Schlagerboom" auf der Bühne. Da trat er mit seinem neuen Lied "Mein Leben" auf, das ein wenig an Frank Sinatras "My Way" erinnert. "Mein Leben, du warst kein Ponyhof", singt Hallervorden darin zur Klavierbegleitung. "Ich provozierte als Clown und als Philosoph. Ich kreiste um Gott. Um den uralten Turm. Und ich weiß nicht, ob als Falke oder als Sturm. Du weißt, ich lebe stürmisch und schnell. Als Träumer, als Macher, Fantast und Rebell."
Ein Lied widmet sich außerdem dem Heiraten. Die Ehe erinnere ihn manchmal an Nudelsalat, heißt es darin, "erst schmeckt er lecker, dann wird er fad". Die Ehe erzwinge "eine zölibatäre Schwachsinnstreue". Gegen Ende relativiert Hallervorden einige der Sätze wieder. Die Ehe klappe, wo Freundschaft siege. Im Lied "Stuntfrau" besingt er dann die Liebe. Seine Partnerin Christiane Zander ist auch zu hören – sie war mal Stuntfrau. (dpa/dk)
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Es scheint, als sei immer mehr Menschen in diesem Land mit Vernunft nicht mehr im Entferntesten beizukommen.