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US-Schauspieler

Kal Penn verrät, warum er sich erst so spät geoutet hat

Der Kult-Schauspieler und frühere Obama-Mitarbeiter hat sich erst mit 44 Jahren geoutet.


Der Schauspieler am Set seiner Comedy-Talkshow "Kal Penn Approves This Message" (Bild: Freeform)

Schauspieler Kal Penn ("Harold & Kumar", "Designated Survivor", "How I Met Your Mother", "The Big Bang Theory") hat in einem Gespräch auf Reddit Gründe für sein spätes Coming-out genannt. Der 44-jährige Amerikaner hatte sich am Wochenende als schwul geoutet und erklärt, er sei seit elf Jahren mit seinem Partner Josh liiert (queer.de berichtete). Anlass für das Coming-out war die Veröffentlichung seiner Autobiografie "You Can't Be Serious".

Auf die konkrete Frage eines Fans, warum er sich nicht früher geoutet habe, antwortete Penn: "Super Frage! Mir ist meine Sexualität verglichen mit anderen Leuten erst relativ spät in meinem Leben klargeworden."

Es gebe keinen festen Zeitpunkt für ein Coming-out, er sei aber froh, dies jetzt hinter sich gebracht zu haben. "Josh und ich sind seit elf Jahren zusammen und er mag (wie auch meine Eltern) die öffentliche Aufmerksamkeit nicht", so Penn. Es sei knifflig gewesen, die Privatsphäre seines Partners zu schützen.

Weiter erklärte der Schauspieler: "Mit meinem Buch kann ich viele Dinge mit euch teilen, die ich zuvor nicht mitgeteilt habe. Dazu zählt definitiv Josh." Im Buch werde erwähnt, wie sie sich getroffen hätten ("über einem 18-Pack [des Biers] Coors Light bei einem NASCAR-Autorennen") und dass die beiden verlobt seien. Außerdem gebe es mehr Details über seinen familiären Hintergrund.

Eine andere Frage an Penn lautete, wie es sich angefühlt habe, unter der Obama-Regierung zu arbeiten, angesichts der Tatsache, dass diese die Ehe für alle ablehnte. Hintergrund ist, dass Penn zwischen 2009 und 2011 im Pressebüro des Weißen Hauses angestellt und nicht als Schauspieler tätig war. Zu dieser Zeit sprach sich Präsident Barack Obama zwar für Lebenspartnerschaften, aber auch für ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben aus – erst 2012 erklärte der Präsident, er unterstütze die Ehe für alle (queer.de berichtete).


In der "Harold und Kumar"-Filmtrilogie spielte Penn (re.) an der Seite von John Cho, der später als erster offen schwuler Sulu in "Star Trek" Geschichte schreiben sollte (Bild: New Line Cinema)

Penn antwortete: "Ich bin da reingegangen in dem Wissen, dass ich nicht zu 100 Prozent mit dem, was die Regierung tut oder nicht tut, übereinstimme." Auch die meisten Wähler*innen würden so gut wie nie zu 100 Prozent mit der Person, die sie wählen, übereinstimmen, sondern für diejenige Person stimmen, die die meisten ihrer Werte und ihrer Überzeugungen teilen. "Es kann unglaublich frustrierend sein, dass sich die Politik manchmal so langsam bewegt, aber ich bin sehr dankbar für die Ergebnisse dieser Arbeit", erklärte Penn.

Kal Penn wurde als Schauspieler vor allem durch die drei "Harold & Kumar"-Filme (2004, 2008, 2011) bekannt. Er spielte in vielen weiteren TV-Produktionen mit – in der auf Netflix erhältlichen Serie "Designated Survivor" (2016-2019) spielte er den Redenschreiber des US-Präsidenten und späteren Pressesprecher des Weißen Hauses. (dk)

-w-

#1 CarbolinaAnonym
  • 04.11.2021, 17:45h
  • Es ist eine etwas merkwürdige Begründung, auf die Frage des Fans zu antworten, es sei ihm erst spät klar geworden - er ist schon seit 11 Jahren mit seinem Partner liiert. Also, spät ja, aber er wusste doch hoffentlich seit diesen 11 jahren über sich selbst Bescheid? Man darf aber auch nicht außer acht lassen, dass er von rechten Kreisen angegriffen wurde (Breitbart, Steve-Bannon Umfeld) und immer wieder wurden Gerüchte angedeutet, bezüglich ihm und Obama.
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#2 SebiAnonym
  • 05.11.2021, 09:49h
  • Besser spät als nie...

    Diese "Begründungen" mögen Ausreden sein, aber jeder muss halt für sich selbst entscheiden, wann er sich bereit fühlt.

    Ich wünsche jedem, dass er diesen Punkt so früh wie möglich erreicht, weil das für die eigene Psyche sehr gut ist, nicht zu lange ein Doppelleben zu führen.

    Aber wenn es jemand erst so spät schafft, ist das immer noch besser, als wenn er es gar nicht mehr schafft.
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