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Scifi-Actionfilm

Schwuler Kuss: "Eternals" in mehreren Ländern verboten

In mehreren Ländern der Golfregion werden Fans den neuesten Blockbuster der Marvel-Superheldenserie nicht sehen können. Grund ist, dass sich Disney der Filmzensur offenbar nicht beugen wollte.


Phastos ist der erste schwule Superheld in der Marvel-Filmwelt (Bild: Marvel)

In "Eternals", dem 26. Spielfilm des Marvel Cinematic Universe (MCU), küssen sich erstmals zwei Männer. Der Film, der in Deutschland am Donnerstag und in den USA am Freitag gestartet ist, wird deshalb laut dem Branchenmagazin "The Hollywood Reporter" in mehreren Ländern der Golfregion nicht zu sehen sein – in Saudi-Arabien, Katar und Kuwait. Disney habe Hinweise auf den Starttermin aus Internetseiten entfernt.

In diesen Ländern sollen dem Bericht zufolge Zensurbehörden von Disney gefordert haben, die entsprechende Kussszene zu entfernen. Der amerikanische Konzern soll sich aber geweigert haben. Disney hat zu der Thematik bislang keine Stellung genommen. In allen drei Ländern ist Homosexualität illegal und kann mit langjährigen Haftstrafen geahndet werden – in Saudi-Arabien droht sogar die Todesstrafe.

Auch in anderen homophoben Ländern werden den "Eternals" Steine in den Weg gelegt: In Singapur erhielt der Blockbuster etwa als erster MCU-Film die Freigabe M18 – damit dürfen nur Volljährige die Comicverfilmung sehen. Ein Sprecher der Zensurbehörde erklärte, die Freigabe sei auf "homosexuelle Bezüge" zurückzuführen. Dabei ist in dem Film erstmals eine Sexszene zu sehen, die weit über den gleichgeschlechtlichen Kuss weit hinausgeht – allerdings findet diese zwischen Ikaris (Richard Madden) und Sersi (Gemma Chan) statt, also einem verschiedengeschlechtlichen Paar.

Bereits im vergangenen Monat hatte Regisseurin Chloé Zhao über Widerstand gegen eine mögliche Zensur ihres Filmes gesprochen: "Ich kenne die Details noch nicht nicht, aber ich glaube, es gab Diskussionen darüber, dass Marvel und ich uns wünschen – wir haben darüber geredet – nicht den Schnitt des Filmes zu verändern. Daumen drücken!", so die Oscar-Preisträgerin gegenüber "Indiewire".

Streit dreht sich um ersten schwulen Superhelden und seine Regenbogenfamilie

Der Streit hat sich um die Figur Phastos entzündet, die von Brian Tyree Henry gespielt wird. Das Coming-out von Phastos auf der großen Leinwand hatte Marvel bereits vor zwei Jahren angekündigt (queer.de berichtete). In einem Trailer zeigte Marvel bereits im letzten Monat die Regenbogenfamilie, die aus Phastos, seinem Ehemann – der vom offen schwulen Schauspieler Haaz Sleiman dargestellt wird – und ihrem gemeinsamen Sohn Jack besteht.

Wie wichtig schwule Sichtbarkeit in diesen populären Filmen ist, beschrieb Sleiman gegenüber "Variety": "Das ist ein wahrgewordener Traum, aber auch lebensrettend", so der 45-Jährige. "Ich wünschte, ich hätte so etwas gesehen, als ich jung war. Können Sie sich vorstellen, wie viele Leben das retten wird? Denken wir an Kinder, junge queere Menschen, die gemobbt werden, Suizid begehen und sich nicht in Medien wiederfinden. Und jetzt sehen sie so etwas – das ist klasse." Sleiman bedankte sich auch via Twitter bei Disney, in der Frage des Kusses standhaft geblieben zu sein.

Twitter / haazsleiman
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Phastos ist nicht die erste offen schwule Figur in einem MCU-Film. Bereits im 2019 veröffentlichten Blockbuster "Avengers – Endgame" ist eine schwule Nebenfigur aufgetaucht (queer.de berichtete). Phastos schreibt aber als erster schwuler Superheld der Reihe Geschichte. (dk)

Twitter / CharlesVerse15
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#1 GodzillaAnonym
  • 05.11.2021, 11:31h
  • Finde ich sehr gut, dass Disney sich da nicht beugt, könnten sich einige ne Scheibe abschneiden, Netflix *hust*.
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#2 SebiAnonym
  • 05.11.2021, 11:43h
  • Gut, dass sich Disney der Zensur nicht beugt. Leider stellen allzu viele Verleihfirmen (in der Vergangenheit auch Disney) die Profite über die Unversehrtheit des Kunstwerks und beugen sich solchen Zensurwünschen.

    Ich plädiere schon seit langem dafür, dann einen Film gar nicht in so ein Land zu geben. Dann müssen die ihren Bürgern erklären, warum sie den Film nicht sehen können.
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#3 KopfschüttelAnonym
  • 05.11.2021, 12:44h
  • Katar - ist das nicht dieses weltoffene Land, wo die WM stattfindet, in der jeder willkommen sein soll?
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#4 NickAnonym
  • 05.11.2021, 13:30h
  • Sollte Disney da den Profit wirklich einmal hinten angestellt haben und standhaft geblieben sein, Respekt!

    Gerne auch bei anderen Ländern, denn da dürften noch manche dazukommen...
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#5 jairoAnonym
  • 05.11.2021, 18:02h
  • Antwort auf #2 von Sebi
  • Es ist naiv zu denken, dass in diesen Laendern den Buergern irgendetwas erklaert wird. Dazu sehen sich die Regime nicht veranlasst und die Mrinung der Buerger interessiert nicht.
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#6 NickAnonym
#7 PetterAnonym
  • 06.11.2021, 10:26h
  • Antwort auf #5 von jairo
  • Ich glaube, das ist hier jedem klar. Aber es geht doch darum, dass diese Menschen sich dann fragen, warum sie diesen Film nicht sehen dürfen. Und die werden auch sehr schnell wissen, dass das an einem gleichgeschlechtlichen Kuss liegt.

    Und vielleicht wird sich dann manch einer fragen: "Moment mal, anderswo ist das kein Problem, aber hier darf ich deswegen den Film nicht sehen? Ist das wirklich richtig so?"

    Natürlich wird es auch Leute geben, die so sehr indoktriniert sind, dass sie das richtig finden. Aber die wird man so oder so nicht erreichen.
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#8 MarkoAnonym
  • 08.11.2021, 12:25h
  • Ich finde es sehr gut, denn, die verbotenen Filme und Bücher schaffen es doch irgendwie immer, in solche Länder einzuschleusen. Das ist in der Sowjetunion mit Samizdat Büchern passiert und es passiert sogar in Nordkorea mit geschmuggelten südkoreanischen Filmen und Serien. Es wird auch in Katar und Saudiarabien passieren und die Menschen werden eben die unzensierte Version mit dem Kuss sehen und hoffentlich merken, dass dieser Kuss kein Ende der Welt verursachen wird.
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