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Russland

Moskau erklärt LGBT-Verband zum "ausländischen Agenten"

Ausgerechnet beim wichtigen "LGBT Network" zieht das Putin-Regime die Daumenschrauben an.


Das Logo des Verbands bei einer Aktivist*­innen-Konferenz

  • 8. November 2021, 22:37h 2 2 Min.

In Russland ist die wohl wichtigste LGBTI-Organisation des Landes zum "ausländischen Agenten" erklärt worden. Das "LGBT Network", das 2006 gegründet wurde und in mehreren Regionen Russlands aktiv ist, wurde am Montag in das entsprechende Register des Justizministeriums aufgenommen.

Die Organisation bietet unter anderem Unterstützungsangebote und rechtliche Beratung für LGBTI, Regenbogenfamilien und Angehörige. Auch setzt sie sich für Aufklärung ein und sammelt Beweise für Fälle von Diskriminierung.

In diesem Jahr wurden in Russland bereits dutzende Journalist*innen und einige unabhängige Medien als "ausländische Agenten" eingestuft. Damit werden sie verpflichtet, alle ihre Einnahmequellen offenzulegen und ihre Veröffentlichungen mit dem vermeintlichen und stigmatisierenden "Agenten"-Hinweis zu markieren.

Ein Verband als Lebensretter

Das LGBT Network erreichte in den letzten Jahren vor allem durch die Tschetschenien-Krise internationale Aufmerksamkeit. Erst machte der Verband 2017 zusammen mit der Zeitung "Nowaja Gaseta" auf die illegalen Verschleppungen queerer Menschen in der russischen Republik durch Sicherheitskräfte aufmerksam, dann organisierte er eine beispiellose Hilfs- und Rettungsaktion: Über 100 Menschen wurden aus der Region in Notunterkünfte in andere russische Regionen gebracht und dann zum Asyl ins Ausland vermittelt. Von der unermüdlichen Arbeit der Aktivist*innen erzählte kürzlich die Dokumentation "Welcome to Chechnya" (queer.de berichtete).

Direktlink | Trailer zur Doku "Welcome to Chechnya", die im Sommer auch bei arte zu sehen war
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Aktuell wisse man noch nicht, warum die Organisation als "ausländischer Agent" eingestuft wurde, teilte das LGBT Network am Montagabend bei Facebook mit. Man werde gegen diese Entscheidung gerichtlich vorgehen. "Wir planen, unsere Arbeit fortzusetzen und trotz aller Hindernisse weiter für eine bessere Zukunft für LGBT-Menschen und Aktivistenbewegungen in Russland zu kämpfen. Wir bitten euch, in dieser, wenn auch für uns alle schwierigen Zeit, nicht die Kraft zu verlieren." (afp/nb)

-w-

#1 KaiJAnonym
  • 09.11.2021, 09:01h
  • Wer für Menschenrechte eintritt, wird als "ausländischer Agent" denunziert und kriminalisiert. Für Menschenfeind Putin ist ein solcher im Westen, in der Demokratie zuhause. In der Tat muss gegen Putins Regime von innen und außen vorgegangen werden.
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#2 usererEhemaliges Profil
  • 09.11.2021, 11:40h
  • "Ausgerechnet beim wichtigen "LGBT Network" zieht das Putin-Regime die Daumenschrauben an."

    Warum "ausgerechnet"? Eben weil es wichtig ist passiert das.
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