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Ingo Rademacher

Impfverweigerung und Transphobie: Seifenoper-Darsteller gefeuert

Der in Deutschland geborene Ingo Rademacher war jahrelang ein Star der amerikanischen Dauer-Soap "General Hospital". Nach radikalen Äußerungen ist er raus – und beklagt, ein Opfer der "Linken" zu sein.


Ingo Rademacher spielte 25 Jahre lang bei "General Hospital" mit (Bild: ABC)

Der 50-jährige "General Hospital"-Veteran Ingo Rademacher ist von der amerikanischen Seifenoper gefeuert worden, in der er seit 1996 – mit einigen kleinen Unterbrechungen – den Unternehmer Jasper Jacks spielt. Ein Grund für die Entlassung des Australiers wurde laut dem Branchenmagazin "Deadline" nicht genannt, allerdings sorgte Rademacher zuletzt wegen seiner Haltung zur Corona-Pandemie und mit Transphobie für Schlagzeilen. Seine letzte Szene soll in der Folge am 22. November gezeigt werden.

Rademacher hatte sich geweigert, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, obwohl dies von der Produktionsfirma angeordnet worden war. Zudem verbreitete er in sozialen Netzwerken Verschwörungstheorien über Covid-19. So teilte er etwa das Video eines Corona-Leugners, in dem die angebliche Diskriminierung nichtgeimpfter Menschen mit der Verfolgung von Jüdinnen und Juden durch Nazi-Deutschland gleichgesetzt wurde.

Außerdem teilte Rademacher am Wochenende eine in rechten Kreisen verbreitete Mitteilung, das aus einem Bild von Rachel Levine besteht und in der die Politikerin als "dude" (Typ) bezeichnet wird. Levine ist die erste trans Staatssekretärin in einer amerikanischen Regierung und erste trans Vier-Sterne-Admiralin der US-Streitkräfte (queer.de berichtete).

Das Bild zeigte rechts neben Levine auch die gerade zur Vizegouverneurin von Virginia gewählte Republikanerin Winsome Sears, eine konservative Afro-Amerikanerin. Wörtlich teilte Rademacher die Mitteilung: "Hallo und willkommen in der Welt der Clowns, in der der Typ links eine starke Frau ist und die Frau rechts eine weiße Rassistin."

Scharfe Kritik von trans "General Hospital"-Kollegin

Trans Schauspielerin Cassandra James, die bei "General Hospital" seit 2018 Dr. Terry Randolph darstellt, kritisierte den Eintrag ihres Kollegen in mehreren Tweets scharf. "Schäm dich", schrieb sie am Montag. "Eine trans Person im falschen Geschlecht anzusprechen ist Gewalt und wenn du auf eine oder einen von uns losgehst, ist das ein Angriff auf uns alle", so James weiter.

/ cassandrajames_
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Rademacher hat sich inzwischen in einem auf Instagram veröffentlichten Video dafür entschuldigt, Levine als "dude" bezeichnet zu haben. Er habe das Wort "dude" in "transgender" ändern sollen, gab der Schauspieler an. Er stilisierte sich aber auch zum Opfer von "Linken" hoch, die ihn "mobben" würden.

Rademacher: Trans Frauen können keine "starken Frauen" sein

Zudem beharrte der 50-Jährige darauf, dass trans Frauen keine "starken Frauen" sein könnten. Wörtlich sagte er: "Ich denke, es ist nicht okay, eine transsexuelle Person eine 'starke Frau' zu nennen. Wo bleiben dann die Frauen?"

Zudem wies Rademacher Transphobie-Vorwürfe zurück – und versuchte diese mit mehreren konkreten Äußerungen zu entkräften. An seine Kritikerin Cassandra James sagte er etwa: "Du bist talentiert und wunderschön. Ich denke, ein transphober Mann würde das nicht sagen." Zudem führte er als weiteren "Beweis" an, dass er seinem dreijährigen Sohn ein Prinzessinnen-Kleid gekauft habe, das dieser unbedingt haben wollte.

Rademacher war 1971 im nordrhein-westfälischen Iserlohn geboren worden. Mit seine Eltern wanderte er nach Australien aus, als er zehn Jahre alt war. Dort begann er eine Karriere als Model und Schauspieler – so wirkte er in der australischen Soap "Paradise Beach" mit. Als diese abgesetzt wurde, siedelte er nach Los Angeles über. 1996 ergatterte er seine Rolle in "General Hospital", die im Guinnessbuch der Rekorde als am längsten laufende tägliche Daytime Soap Opera der Welt aufgeführt ist. Die Seifenoper ist seit dem 1. April 1963 im Programm von ABC.

Außerdem war Rademacher vereinzelt in anderen Serien wie der Neuauflage von "Hawaii Five-0" zu sehen. Außerdem stellte er in der Zeit, in der bei "General Hospital" pausierte, eine Hauptfigur in der Seifenoper "Reich und Schön" dar. (dk)

Direktlink | 2019 kehrte Rademacher nach dem Ausflug zu "Reich und Schön" ins "General Hospital" zurück
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#1 PetterAnonym
  • 09.11.2021, 12:54h
  • Grundrechte und wissenschaftliche Fakten haben nichts mit "links", "rechts", "konservativ", "liberal" oder was auch immer zu tun. Sondern einfach nur mit Menschlichkeit, Vernunft und Moral.
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#2 DQ24Anonym
  • 09.11.2021, 12:57h
  • Der Typ ist also gegen eine Corona-Impfung und gegen Transsexuelle, und sieht sich als Opfer der Linken.
    Sich als Opfer darzustellen, ist die gemeinsame Strategie von rechten Arschlöchern, transphoben und religiotischen Menschen.
    Da schämt frau sich fast, dass der Typ aus Deutschland kommt.
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#3 ImpfenAnonym