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Antrag bei Jahreshauptversammlung
Bayern-Fans wollen Sponsoring-Deal mit homophobem Katar beenden
Das Katar-Sponsoring ihres Vereins ist vielen Anhänger*innen des FC Bayern München ein Dorn im Auge. In zwei Wochen wollen sie das Engagement des Verfolgerstaates bei Deutschlands dominierendem Fußballverein stoppen.

Der FC Bayern München – derzeit Tabellenführer sowohl in der ersten Bundesliga der Frauen als auch der Herren – arbeitet seit Jahren mit Qatar Airways zusammen
- 10. November 2021, 11:02h 3 Min.
Vor der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München am 25. November hat der 28-jährige Fan und Jurist Michael Ott einen Antrag eingebracht, die Sponsorenwerbung für die katarische Fluggesellschaft Qatar Airways zu beenden. Derzeit prangt an vielen Ecken des Stadions und an den Ärmeln der Bayern-Spielerinnen und Spieler das Logo der staatlichen Fluglinie.
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FCB-Mitglied Ott erklärte, viele Bayern-Fans unterstützten seinen Antrag. Er begründete das Engagement bereits Ende Oktober auf Twitter unter anderem mit den Menschenrechtsverletzungen im Emirat. Wörtlich schrieb er: "Die Probleme in Katar sind bekannt. Sie reichen von der Lage der Gastarbeiter über Rechte von Frauen, Kindern und Homosexuellen, Meinungs- und Pressefreiheit bis zu Terrorismusfinanzierung und Korruption im Sport."
/ Maitre_OttDie Probleme in Katar sind bekannt. Sie reichen von der Lage der Gastarbeiter über Rechte von Frauen, Kindern und Homosexuellen, Meinungs- und Pressefreiheit bis zu Terrorismusfinanzierung und Korruption im Sport. (II/V)
Michael Ott (@Maitre_Ott) October 25, 2021
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Katar lässt sexuelle Minderheiten verfolgen: So können schwule Muslime oder lesbische Musliminnen nach Scharia-Recht zum Tode verurteilt werden. Allerdings sind keine Hinrichtungen aus diesem Grund in den letzten Jahrzehnten bekannt. Außerdem droht eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren nach weltlicher Gesetzgebung.
Gegenüber der Fußballzeitschrift "Kicker" erklärte Ott den Anlass für seinen Antrag: "Was für mich dem Fass den Boden ausgeschlagen hat, war, als ein Fanklub im Januar 2020 eine Podiumsdiskussion zu Katar organisiert und sogar Gastarbeiter eingeflogen, einen Menschenrechtler und den FC Bayern eingeladen hatte – und als einziger der FC Bayern nicht erschienen ist." Daraufhin habe er sich "richtig geschämt für meinen Verein" – und sich gesagt, dass es so nicht weitergehen könne. "Man muss auch mal handfestere Mittel ergreifen als nur Protest-Choreos", erklärte der Bayern-Fan.
/ LucasHernandez | In jeder Jubelszene ist das Qatar-Airways-Logo zu sehenTEAM !!! @FCBayern #MiaSanMia pic.twitter.com/jOC4W4DzHT
Lucas Hernández (@LucasHernandez) November 6, 2021
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Ihm gehe es dabei nicht um das inzwischen traditionelle Winter-Trainingslager der Männermannschaft in Katar, so Ott weiter. Im Trainingslager könne man "tatsächlich etwas machen", etwa in den Austausch mit der lokalen Bevölkerung kommen. Das Sponsoring stelle dagegen nur "die einseitige Übermittlung einer Marketingbotschaft zugunsten von Katar" dar.
/ FCBayern | In sozialen Medien wirbt der FC Bayern immer wieder für Qatar Airways...Unser Partner Qatar Airways ermöglicht die Rückkehr deutscher Staatsbürger auf asiatischen Strecken und auch mit Flügen von Australien und Neuseeland aus. In der kommenden Woche sollen Tausende Deutsche über Doha zurück nach Deutschland fliegen. https://t.co/h0sfAeiOFq
FC Bayern München (@FCBayern) March 29, 2020
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/ FCBayernEN | ...auch auf EnglischThank you, @qatarairways #MEI8TER https://t.co/VXWj7wej5x
FC Bayern English (@FCBayernEN) June 17, 2020
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Bayern: Kritik an Zusammenarbeit ist "scheinheilig"
Der FC Bayern München verteidigt bisher seine Partnerschaft mit Katar. Bereits im Juli kritisierte etwa Ehrenpräsident Uli Hoeneß in einer Sendung von Sport 1 Kritik an dem Deal als "scheinheilig". Vor der Zusammenarbeit mit Katar habe der Fußballclub die Bundesregierung gefragt, ob eine derartige Geschäftsbeziehung problematisch sei – dies sei verneint worden. Der FC Bayern würde sogar die Situation in Katar verbessern: Weil sich der Spitzensport dort engagiert und deshalb das Auge der Öffentlichkeit viel mehr auf das Land gerichtet sei, gehe es den Arbeitern dort "viel besser", so Hoeneß.
Katar wird im Spätherbst 2022 auch die Fußball-Weltmeisterschaft der Herren austragen – auch daran gibt es viel Kritik. Der schwule australische Fußballspieler Josh Cavallo erklärte etwa kürzlich, dass er wegen der homosexuellenfeindlichen Gesetzgebung Angst hätte, in Katar zu spielen (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» Homepage katar-antrag.de
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