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Vincenzo Spadafora
Italien: Populistischer Ex-Minister outet sich als schwul
Vincenzo Spadafora spricht in einer Talkshow erstmals über seine Homosexualität.

Vincenzo Spadafora war knapp anderthalb Jahre lang Minister für Jugend und Sport
- 10. November 2021, 13:06h 2 Min.
Der italienische Parlamentsabgeordnete Vincenzo Spadafora hat sich vergangenes Wochenende in einer Latenightshow als schwul geoutet. In der auf Rai 3 ausgestrahlten Sendung "Che Tempo Che Fa" (So sind die Zeiten) erklärte der 47-Jährige: "Meine Homosexualität mitzuteilen, war eine Entscheidung, die ich für mich getroffen habe. Es ist wichtig, einander zu lieben und zu respektieren." Spadafora hatte sich in der Vergangenheit stets für LGBTI-Rechte engagiert. Seine Partei, die populistische Fünf-Sterne-Bewegung, zeigte sich in dieser Frage aber oft ambivalent. Das Interview hat in Italien hohe Welle geschlagen, da dort Coming-outs von Politiker*innen extrem selten ist.
Spadafora erklärte seinen Schritt damit, dass er als Politiker auch eine öffentliche Rolle wahrnehme und deshalb mehr Verantwortung trage. Er wolle sich so für Gleichberechtigung einsetzen. Ferner betonte der praktizierende Katholik, dass seine sexuelle Orientierung nicht seinem Glauben widerspreche.
/ chetempochefa"Chi ha un ruolo pubblico politico come il mio in questo momento ha delle responsabilità in più. Ho imparato forse troppo tardi che è importante volersi bene e rispettarsi. Volevo anche spegnere questo brusio, da domani sarò felice perché più libero" @vinspadafora a #CTCF pic.twitter.com/yKmtHvPTlZ
Che Tempo Che Fa (@chetempochefa) November 7, 2021
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Anlass für das Coming-out war die Veröffentlichung von Spadaforas Buch "Senza riserve" (Vorbehaltslos), das am Donnerstag erscheint. Darin erzählt er über seine Erfahrungen in der Politik.
Spadafora hatte seine politische Karriere nach seiner Schulzeit als Mitarbeiter eines christdemokratischen Politikers begonnen. Später arbeitete er auch für die Grünen, bevor er 2008 Präsident von UNICEF Italia wurde. Als er 2011 diesen Job verließ, wurde er vom damaligen Parlamentspräsidenten, dem früheren Neofaschisten Gianfranco Fini, sowie dem konservativen Senatschef Renato Schifani zum ersten Beauftragen für Kinder und Jugendliche ernannt. Da er sich, als er diese Position hielt, auch dafür einsetzte, Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare einzuführen, zeigten sich seinen politischen Alliierten rechts der Mitte empört.
Schließlich kam Spadafora zur populistischen Fünf-Sterne-Bewegung des Komikers Beppe Grillo. Für die Partei wurde er 2018 in die Abgeordnetenkammer gewählt. Von September 2019 bis Februar 2021 war er Staatsminister für Jugend und Sport im Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte. (cw)














